Glückwunsch, Bauch aufgeschlitzt!

Christoph (48) und ich (43) wohnen am Niederrhein. Wir finden es immer wieder spannend, Gasteltern zu sein, und wir hatten bereits Gastkinder aus Paraguay, Russland und den USA. Seit einigen Wochen wohnt Batu (18) aus der Türkei bei uns.

Herzlich willkommen!
Wir haben gelernt, dass man in der Türkei fussballtechnisch entweder Galatasaray- oder Beşiktaş- Istanbul mag. Batu favorisiert Galatasaray und hat seinem Gastvater einen Fan-Schal mitgebracht. Der Gastvater, qua Geburt Schalke-Fan, legte ihn an und überreichte Batu im Gegenzug einen seiner heiligen blau-weißen Fan-Schals. Derart eingehüllt begaben sie sich (gefolgt von mir, schallos, da ich einen Verein anhimmele, dessen Name nicht genannt werden darf) in die nächste Sky-Kneipe, um das Champions-League-Spiel Galatasaray gegen Schalke zu gucken. Hier erfolgte die Einführung in deutsches Fußballvokabular, und beim Rückspiel herrschte bei Batu leicht geknickte Stimmung, doch er sagte „Glückwunsch!“ – ein Wort das bei uns inzwischen fast täglich Verwendung findet.
Die erste Niederrhein-Runde
Unter anderem beglückwünschen wir uns selbst, weil Batu genauso gerne Fahrrad fährt wie wir. So richtig. Also nicht nur auf dem Hollandrad dahinjuckeln, sondern auf Rennrad oder MTB sportlich durch die Gegend düsen. Am letzten Samstag brachen wir vor dem Frühstück zu einer gemeinsamen Tour auf. „A**kalt“, fand Batu das, aber ansonsten richtig gut.
Ein tüchtiger Koch.
Nochmal „Glückwunsch“, denn Batu interessiert sich nicht nur fürs Kochen, sondern kocht auch gern – genau wie wir. Und so kamen wir in den Genuss, uns am Wochenende von Batu bekochen zu lassen. Zunächst hatten wir Angst, denn es gab „aufgeschlitzte Bäuche“. Doch der Gastsohn beruhigte uns und versicherte, dass Karniyarik eben dies auf Türkisch bedeute, es sich aber de facto um mit Hackfleisch gefüllte Auberginen handele.
çok lezzetli – sehr lecker!
Wir sind also unversehrt und zudem begeistert, weil das wirklich fantastisch schmeckt! Wir sind schon gespannt, was wir als nächstes probieren dürfen…
 P.S. Und sonst? 
– Batu findet Deutsch „eine sexistische Sprache“, weil im Gegensatz zum Türkischen alles ein Geschlecht hat
– deutsche Salatsoße (vom Gastvater) ist der Hit
– türkische Familien essen oft auf dem Boden. „Wir breiten eine Art Tischdecke aus und essen da, wie ein Picknick. Das ist sehr türkisch“, sagt Batu.


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