Der Kürbis auf Juist – oder warum es sich lohnt, Gastfamilie zu werden

Christoph (47) und ich (42) wohnen am Niederrhein und waren bereits die Gasteltern von Sharon (Paraguay), Micah (USA) und Artem (Russland). Seit November wohnt Jocelyn (17) aus Ohio/USA bei uns.

 

Wir mögen unser abwechslungsreiches, internationales Familienleben sehr. Zum Beispiel, weil in unserem Zweier-Haushalt immer etwas los ist. Jocelyn singt, spielt Ukulele oder lädt Freundinnen ein. Dann essen wir in großer Runde gemütlich zu Abend und quetschen Jocelyn samt Freundinnen aus. Wir erfahren, dass es wahnsinnig europäisch bzw. deutsch ist, mit einem Lamy-Füller zu schreiben und einen Kånken-Rucksack zu besitzen.

 

Jocelyn und Saria haben sich vorbildlich integriert: Kånken und Haribo-Tütchen, yeah!

In den Osterferien sind wir mit der gesamten Familie nach Juist gefahren, und wir haben uns gefreut, dass unserer Gasttochter die Nordsee und der Strand so gut gefallen haben. Das Wörtchen „moin“, das in Norddeutschland so ziemlich alles bedeuten kann, hat bei ihr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. An einem Abend gingen wir dort essen, im „Köbes“ – ein Rheinländer hat das Restaurant auf der Insel eröffnet. Geschmeckt hat es Jocelyn dort sehr gut, doch eines hat sie allerdings gewundert: „Gibt es hier denn gar keinen Kürbis?“ Aber woher soll man auch wissen, was „Köbes“ bedeutet?

Wortschatzerweiterung um „Watt“, „Muschel“ und „Gezeiten“.

Im Februar hatten wir einen ganz besonderen #AFSeffect Moment: Unsere erste Gasttochter, Sharon aus Paraguay, kam uns besuchen. Sie studiert inzwischen in Asunción, hat Freunde in Spanien besucht und einen Abstecher zu uns gemacht. Es hat uns riesig gefreut, sie nach fast drei Jahren wiederzusehen!

 

Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres haben wir für einen Spaziergang genutzt.
AFS-Familien-Selfie (ich trage unsere neue Kochschürze aus Paraguay, die Sharon uns geschenkt hat)

Bei den Gast-Großeltern und Freunden war die Freude ebenfalls groß, und wir haben zum gemeinsamen Burger-Essen bei uns eingeladen. Es war, als wäre Sharon nie weg gewesen, alles wie immer. Und es ist irgendwie lustig, Besuch zu haben, dem man nicht erklären muss, wo die Handtücher sind oder in welcher Schublade das Besteck liegt.

 

Auch mit unseren ehemaligen Gastsöhnen Micah und Artem haben wir noch Kontakt. Micah hat an unserem Hochzeitstag Geburtstag, und wir appten fleißig hin und her. Artem überraschte uns mit Fotos aus Dresden! Er war dort mit seiner Schule auf Exkursion, und jetzt lernt er fleißig, um an einer guten Universität angenommen zu werden.

 

Jetzt sind es nur noch knapp drei Monate, die Jocelyn bei uns ist. Die Zeit rast. In den Pfingstferien fahren wir nach Bayern. Und was Jocelyn da macht, ist ja sonnenklar: Ein echtes deutsches Dirndl kaufen!

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.