Colectivos

Eine Sache, die mein Jahr hier wirklich sehr mitbestimmt hat, ist das Busfahren. Die Busse sind größtenteils komplett verschieden von denen, die wir in Deutschland haben und man erlebt dort immer wieder neue Dinge.

Erstmal gibt es die alten, aber super schönen Busse, die eine Schnauze

Ein alter Bus der Linie 28
Ein alter Bus der Linie 28

nach vorne haben und nur recht kurz sind. Wenn man Glück hat, sind die von innen auch noch schön mit Fähnchen und Aufklebern aller Art geschmückt. Diese sind auch von außen meistens bunt und machen ziemlich starken Lärm beim Fahren, haben manchmal mal kleine Löcher im Boden oder der Motor gibt unterwegs seinen Geist auf.. Außerdem gibt es noch die mittelneuen, die ungefähr deutschen Bussen gleichen, denke ich. Diese sind meistens nicht geschmückt (weder außen noch innen) und nicht ganz so klapprig. Andererseits gibt es aber auch die super neuen Busse mit Fernseher und Klimaanlage, die dann schon moderner sind, als die Busse, die ich aus Deutschland kenne.

Die normalen Busse (ohne Klimaanlage) kosten 2.100Gs., was umgerechnet ungefähr 35 Cent sind. Die mit Klimaanlage (servicio

Ein schön dekorierter Bus von innen
Ein schön dekorierter Bus von innen

diferencial) sind dann mit 3.300Gs., also 52 Cent. Unverschämt teuer, wenn man diese jeden Tag mehrmals nehmen muss 😀  In den älteren sowie den ganz neuen Bussen hat man meistens sogar recht gute Musik (also Polka, Reggeaton und Cumbia). Seit kurzem gibt es hier auch Paradas (Haltestellen), wobei das System noch nicht so ganz durchgesetzt wird.. Meistens halten die Busfahrer trotzdem überall an, wenn man die Hand heraushält. Einen Busfahrplan gibt es nicht, aber man weiß seit den neuen Paradas zumindest, welcher Bus dort hält.

Damit die Busfahrt trotz der teilweise langen Fahrzeit nicht langweilig  wird und man nicht verhungert, die meisten Strecken dauern so um die 2 Stunden, kommen manchmal Leute in die Busse und versuchen, ihre Ware zu verkaufen. Da gibt es dann ziemlich günstiges Obst und Gemüse, andererseits auch Zahnpasta und Speiseöl oder Scheiben-

Manchmal sind auch Kutschen auf Paraguays Straßen unterwegs
Manchmal sind auch Kutschen auf Paraguays Straßen unterwegs

wischer, tragbare Aufladegeräte, 10 Gläser, Chipa, Kaugummi, Socken und allen möglichen mehr oderweniger brauchbaren Krams zu kaufen. Immer wieder kommen auch Rapper, die spontan zu den im Bus sitzenden Personen rappen (z.B. das blonde Mädchen dort hinten, was so schöne blaue Augen hat), Kinder die biblische Bilder verkaufen wollen oder Menschen, die mit irgendeiner manchmal wahren, manchmal auch unwahren Geschichte um Geld betteln.

Bus fahren ist hier wirklich immer wieder ein Erlebnis, gerade wenn man gerade als letzter Fahrgast hineingequetscht ist und halb aus der Tür hängt. Aber ich habe wirklich Gefallen daran gefunden, da man immer wieder etwas Neues sieht/hört/erlebt.


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