Familienwechsel

Besser spät als nie habe ich im April Gastfamilie gewechselt. Ich hatte ja recht früh schon kleine Problemchen mit meiner ehemaligen Gastfamilie und hatte auch schon im Oktober/November einmal überlegt zu wechseln. Schlussendlich hat sich meine Situation durch ein eigenes Zimmer und einige Gespräche dort wieder gebessert, sodass zum dortigen Zeitpunkt kein Bedarf mehr Bestand. Irgendwann bin ich dann allerdings wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich mich überhaupt nicht (mehr) wohl gefühlt habe und oft geschimpft wurde. Irgendwann kam es dann so weit, dass meine Ex-Gastschwester mir gesagt hat, dass sie mich, wenn sie gewusst hätten, wie ich bin, niemals aufgenommen hätten. Da war dann selbst für mich Schluss und ich habe beschlossen, Gastfamilie zu wechseln. Zum Glück kannte eine Freundin eine Familie, die auf jeden Fall jemanden aufnehmen wollte, sodass ich schon 3 Wochen später wechseln konnte. Der Abschied war recht seltsam und auch etwas traurig, weil ich nochmal alles an den Kopf geworfen bekommen habe, was ich falsch gemacht habe(n soll).

Jetzt lebe ich bei einer super lieben Gastfamilie, habe 2 Gastschwestern (15 und 17), 2 Hunde und Gastmama und –papa in Fernando de la Mora, direkt an der Grenze zu Asunción. Alle sind super lieb zu mir und wir reden wirklich sehr viel miteinander. Was mir besonders gut gefällt ist, dass wir fast jeden Abend zusammen essen und am Wochenende normalerweise etwas zusammen unternehmen. Ich teile mir mit der älteren Schwester ein Zimmer, was aber wirklich überhaupt kein Problem ist, da sie Rücksicht nimmt und ich mich auch allgemein besser mit ihr verstehe. Ich schaue hier aber allgemein eher im Wohnzimmer mit meiner jüngeren Schwester Filme oder sitze in der Küche, wo sowieso immer jemand ist, mit dem man sich unterhalten kann. Da meine Familie recht viel Wert darauf legt, mit der Familie zu „compartir“, also teilen, gehe ich jetzt auch nicht mehr so oft mit Freunden aus, um zu essen oder Ähnliches. Das sind vor allem unter der Woche dann schon Ausnahmen. Vor allem mit meiner Mutter kann ich mich super gut unterhalten, da sie schon so viel erlebt und gesehen hat.

Alles in allem bin ich hier super glücklich, auch wenn es jetzt etwas weiter weg ist von allem. Andererseits bin ich auch traurig, dass ich mit dieser Familie nur 3 Monate leben konnte bzw. jetzt nur noch 2 Monate mit ihnen habe. Aber ich bin mir sicher, dass ich hier immer wieder willkommen bin und ich mit der gleichen Gastfreundschaft aufgenommen werde wie jetzt.


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