San Blas y Carnavales

Hallo alle zusammen,

(Ich habe den Eintrag über mehrere Wochen geschrieben. Wundert euch nicht, wenn irgendetwas zeitlich ein bisschen komisch erscheint)

Nachdem ich, wie ich zugeben muss, lange Zeit keine Lust und kein Internet hatte um einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben, kommt hier endlich ein neues Stück Panama zu euch nach Hause. Ich habe wieder ziemlich viel erlebt, bevor ich aber anfange davon zu erzählen und jeder denkt ich chille den ganzen Tag mit einem Drink am Karibik-Strand und mache nur geile Sachen möchte ich euch noch kurz sagen, was ich an einem normalen Tag so mache. Also…

Im Moment habe ich immer noch Ferien. Nächste Woche fängt die Schule wieder an und ich freue mich schon darauf, denn dann gibt es wenigstens endlich wieder etwas zu tun. Am Anfang meines Auslandsjahres war ich ziemlich genervt, da man in meinem kleinen Dorf ziemlich wenig machen kann. Um genau zu sein: Eigentlich nichts. Klar, dass könnt ihr euch schlecht vorstellen, aber es ist wirklich so. Da die Leute selber recht wenig tun, gibt es auch keine Angebote für Freizeitbeschäftigung oder so was in der Richtung. Wenn man in Deutschland Freizeit hat, dann unternimmt man gleich was mit den Freunden oder nutzt die Zeit anderweitig. Hier trifft man sich aus irgendeinem mir unbekannten Grund nicht mit Freunden, da eben jeder schon damit beschäftigt ist nichts zu tun. Da es auch sehr heiß ist halten sich alle drinnen auf. Kurz gesagt: Die Leute hier lieben es, nichts zu tun.
Daher war es sehr schwierig für mich. Ich war es gewohnt immer was zu tun zu haben, hatte aber hier absolut gar nichts zu tun und es gab nicht mal etwas, das ich hätte tun können. Deshalb war ich gezwungen nichts zu tun. Da ich das aber in so einem Ausmaß noch nie getan hatte, war es seeeehr langweilig.

In der Schulzeit nimmt mir die Schule zum Glück den halben Tag ab, aber in den Ferien eben nicht. Das klingt jetzt alles so, als hätte ich zu viel Zeit…. Und um ehrlich zu sein: Genau so ist es auch ! Deshalb schlafe ich jeden Tag so lange ich kann, und den Rest des Tages lese ich, höre Musik und denke über alles mögliche nach. Da ich endlich mal genug Zeit habe mir richtig Gedanken über einige Dinge zu machen und nicht wie in Deutschland von der Arbeit direkt ins Bett rutsche, denke ich über Dinge nach, an die ich in Deutschland gar keinen Gedanken verschwendet hätte oder einfach keine Zeit dafür gehabt hätte. Daraus ziehe ich einige Erkenntnisse und beim Lesen ist das ähnlich.

Also. Normaler Tag: Schlafen, lesen, Musik hören, nachdenken und irgendwie die Hitze aushalten. Soviel dazu.
Inzwischen gab es wieder einige coole Erlebnisse, wie zum Beispiel Karneval. Karneval sind 5 Tage Party. Der hotspot des Karnevals ist in las tablas. Also sind wir natürlich nach las tablas gefahren. Als wir dann am ersten Tag ins Stadtzentrum gelaufen sind sah man schon von weitem die Menschenmassen. Da drängt sich alles dicht an dicht und große Tanklaster schießen Wasser, dass man die Hitze aushält. Das nennt man culecos. Alle sind komplett nass und man kommt aus den Menschenmassen unter gar keinen Umständen so wieder raus, wie man rein gegangen ist. Außerdem fahren natürlich- typisch Panama- überall die großen Umzugswägen rum. Um ehrlich zu sein war es schon krass, aber ich hatte es mir anders vorgestellt. Trotzdem war es eine coole Erfahrung.
Nach drei Tagen bin ich aber schon nach Hause gegangen, weil alles immer so laut war und dann wurde es mir irgendwann zu viel und ich hatte keinen Bock mehr.

Dann stand noch die 2. AFS-Reise an.
Die zweite und letzte Reise mit AFS ging nach San Blas. San Blas in einem Wort: PARADIES !!! Es ist einfach der Wahnsinn.
Nochmal kurz zur Erklärung: San Blas ist eine Inselgruppe in der Karibik. Dazu zählen über 300 Inseln und Inselchen. Die meisten von ihnen sind nämlich grade so groß, dass eine Hütte drauf passt. Diese Inseln sind einfach der Traum. Falls ihr irgendwann mal nach Panama kommen solltet, dann wisst ihr ja jetzt, wo eure erste Station sein wird. Alles, was man mit der Karibik verbindet gibt es auf den Inseln von San Blas. Türkisfarbenes warmes Wasser, weißen Sandstrand, Palmen die übers Wasser hängen. Ja. Mehr erzähle ich jetzt mal nicht, sonst sitzt ihr womöglich gleich im Flieger…

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Wir waren 2 Tage auf San Blas. Unsere Unterkunft war ein so genanntes „Hotel“ auf der Insel der Kuna Yalas. Das sind eingeborene Indianer, die auch als einzige in diesem Paradies leben, da es vom Staat geschützt wird. Das „Hotel“ bestand aus einer Plattform über dem Wasser mit Überdachung – alles aus Holz – auf der mehrere Zweierzimmer aus Bambus Stöcken gebaut waren. War schon ziemlich cool. Man musste nur aufpassen, dass zum Beispiel nicht das Handy vom Bett fällt. Sonst hätte es sich möglicherweise ziemlich schnell durch eine der Ritzen im Boden verabschiedet. Lobenswert zu erwähnen ist, dass es sogar eine Dusche gab. Wobei Dusche vielleicht der falsche Begriff ist. Es gab halt nen Fass mit Süßwasser wo man sich was über den Kopf leeren konnte.
Wir haben uns natürlich auch an dem typischen Kuna Yala Tanz probiert. Wenn man sich an diesen ran traut musste man allerdings bereit sein sich komplett zum Affen zu machen. Aber es war echt lustig.

Da war dann auch schon ein halbes Jahr verstrichen. Wir sind nach Panama City gefahren zum Mid-Stay-Camp. Ich denke mal jeder von euch verfügt über die nötigen Grundkenntnisse in Englisch um zu wissen, was das ist. Ich muss schon sagen, die Zeit ging super schnell rum. Und jetzt, wo ich das hier schreibe bleiben mir nur noch 4 Monate. Wahnsinn oder ? In Deutschland gönn ich mir dann erstmal nen Döner. Aber solange werde ich noch in vollen Zügen den wundervollen Reis hier genießen.
Auf dem Camp haben wir dann jedenfalls besprochen wie es uns so geht in den Familien und so… Dann hatten wir abends noch ein bisschen freie Zeit und ein paar von uns sind zum Hard Rock Hotel gefahren. Das ist gar nicht so hard rock, wie ich immer dachte. Eigentlich ist es ein ziemlich edles Hotel. Wir sind jedenfalls so selbstbewusst wie möglich da reinmarschiert, als würden wir dort wohnen. Ziel der Aktion: der 63. Stock. Wir haben es auch tatsächlich im Fahrstuhl bis nach oben geschafft ohne, dass uns jemand aufgehalten hat und haben uns den krassesten Ausblick über Panama City bei Nacht rein gezogen. Das war schon ziemlich cool.

Im Moment hab ich zwei Wochen schulfrei, weil in unserer Schule grade die Wände gestrichen werden und die frische Farbe anscheinend giftig ist. Natürlich konnten die Wände nicht in den drei Monaten Schulferien gestrichen werden, die wir gerade hatten. Fragt mich nicht warum. Das ist Panama-Logik.

Außerdem ist grade die Semana Santa, also Ostern. Bei euch ja auch. Jeden Tag wird in einem wirklich sehr realen Theater alles nachgespielt. Gestern Abend die Kreuzigung Jesu. Das wirkte alles unheimlich echt. Auf einem Hügel wurden die drei Kreuze errichtet und drei Menschen daran gebunden. Sie hatten noch eine kleine Stütze an den Füßen, auf der sie standen, aber die konnte man nicht sehen und es sah wirklich so aus, als würden sie am Kreuz hängen.

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So. Das wars schon wieder mit den aktuellsten News aus Panama.

Grüßle Konstantin


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