Semana Santa

Hier in Paraguay wird Ostern etwas anders gefeiert als bei uns: Hier gibt es nicht die Osterfeiertage sondern eine ganze Woche bzw. von Mittwoch bis Sonntag frei. In dieser Woche fahren die meisten Familien zusammen aufs Land und backen dort Chipa, gehen in die Kirche und verbringen einfach Zeit miteinander. Meine ehemalige Gastfamilie hat für die Zeit gar nichts geplant, da meine Ex-Gastmutter zu einem Kongress nach Madrid musste. Meine Eltern aus Deutschland sind mich in der Zeit besuchen gekommen und wir sind zusammen zu den Yguazú (auf Guaraní heißt Y Wasser und guazú groß, heißt also soviel wie großes Wasser) Wasserfällen gefahren.

Nach dem Wiedersehen in Foz do Iguaçu (Brasilien), was ich seltsamerweise als völlig normal empfand, sind wir erstmal brasilianisch in einer Churrasquería essen gegangen. Dort gibt es ein Buffet mit Beilagen und es kommen Menschen mit Fleischspießen herum. Danach sind wir noch in eine Bar gegangen, um einen originalen Caipirinha zu trinken. Am nächsten Morgen haben wir uns trotz Regens auf den Weg zu den Wasserfällen, einem der 7 Weltwunder gemacht. Jedoch haben wir zuerst den Vogelpark angeschaut, der direkt nebenan ist. Die Vögel dort sind wirklich unglaublich schön und total anders als man sie aus Deutschland kennt. Mich faszinieren immer noch die Kolibris, die man hier überall sieht. Meine Mama hat sich für die Pflanzen begeistert, die sie nur als kleine Zimmerpflanzen kennt, die hier aber einfach so wachsen und ziemlich groß  werden. In dem Vogelpark gibt es auch ein großes Papageien Gehege, in das man hineingehen kann und mit den Vögeln im Käfig ist. Als wir darin waren, sind auf einmal alle Papageien im Tiefflug über uns geflogen und haben einen Mordslärm veranstaltet.

Wasserfälle auf der brasilianischen Seite
Wasserfälle auf der brasilianischen Seite
Wasserfälle auf der brasilianischen Seite
Wasserfälle auf der brasilianischen Seite

Zum Eingang zu den Wasserfällen (brasilianische Seite) sind wir dann nur einmal über die Straße gegangen. Von dort aus fährt man erstmal mit dem Bus zu einem Fußgängerrundgang. Dort laufen recht viele Quatis herum. Ich weiß leider nicht, wie diese recht gefährlichen Bären, die ganz gerne mal Essen aus der Hand klauen und in den Mülleimern hausen, auf Deutsch heißen. Direkt am Anfang hat man schon einen wunderschönen Blick auf die Wasserfälle. Auf den Bildern sehen die schon enorm aus, in echt sind sie aber um einiges eindrucksvoller und schöner. Auf der brasilianischen Seite gibt es einen Rundgang, mit dem man recht schnell alle schönen Seiten der Wasserfälle sieht. Es ist einfach unbeschreiblich, wie viel Kraft Wasser haben kann und wie viel Lärm solche Wasserfälle machen. Durch den Regen und das Wasser wurden wir super nass, weshalb wir nach Beendigung des Rundgangs lieber schnell ins Hotel geflüchtet sind.

Meine Eltern und ich direkt an den Wasserfällen auf der brasilianischen Seite
Meine Eltern und ich direkt an den Wasserfällen auf der brasilianischen Seite
Sicht auf die argentinischen Wasserfälle
Sicht auf die argentinischen Wasserfälle

Auf der argentinischen Seite der Wasserfälle, in Puerto Iguazú, gibt es 3 Pfade: den unteren, den oberen und den zum Teufelsschlund. Alle 3 dauern ca. 2 Stunden, sind wirklich sehr schön und man sieht auch sehr viel natürliche Vegetation. Hier können auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme herumfahren. Von dieser Seite sieht man die Wasserfälle von viel näher dran und auch von oben, sodass man manchmal direkt über dem Abgrund steht. Das Highlight war für mich eine Bootstour, die ich alleine gemacht habe, bei der man direkt zu den Wasserfällen hingefahren ist, sodass man komplett nass wurde. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht! Zum Glück hatten wir an dem Tag ziemlich Glück mit dem Wetter, sodass es nicht so kalt wurde.

Bootsfahrt direkt zu den Wasserfällen
Bootsfahrt direkt zu den Wasserfällen

Zum Schluss haben wir noch den Teufelsschlund besichtigt, wo man erst mit einem kleinen Zug hinfahren muss. Da steht man oben und guckt in den größten Abgrund der ganzen Wasserfälle. Wir konnten ungefähr nichts sehen, weil es durch den Wasserdampf, der dabei entsteht, wenn das Wasser herunterkommt, so neblig war. Es ist aber einfach unbeschreiblich, dieses Naturspektakel anzuschauen. Am Abend waren wir dann im Zentrum, um das berühmte argentinische „Bife de chorizo“ zu essen. Das hat mir wirklich gut geschmeckt, auch wenn ich nicht so der Fleischfan bin.

Teufelsschlund
Teufelsschlund
Die nicht ganz so spektakuläre Seite des Itaipús - von der anderen konnte man leider nicht so gut Fotos machen.
Die nicht ganz so spektakuläre Seite des Itaipús – von der anderen konnte man leider nicht so gut Fotos machen.

Eine weitere Sache, die an dem 3-Länder-Eck liegt, ist das Wasserelektrizitätswerk Itaipú, was zur Hälfte von Paraguay und zur anderen von Brasilien betrieben wird. Wir sind von der brasilianischen Seite aus hingefahren und haben eine Rundtour im Bus gemacht. Mein  Papa, der Getriebe für Windkraftanlagen herstellt, war total in seinem Ding und hat sich total dafür begeistert, als er erfahren hat, wie viel Megawatt eine Turbine verglichen mit einer seiner Windkraftanlagen erzeugt. Über dem Wasserkraftwerk liegt ein gigantischer Stausee, auf dessen Wall wir entlanggefahren sind. Von dort sieht man auch das Wasser, wie es an der einen Seite herausschießt. Das ist erneut echt eindrucksvoll, auch wenn es künstlich erbaut wurde.

Fähre (1)

Auf der paraguayischen Seite gibt es natürlich auch noch Dinge zu besichtigen: Das 3-Länder-Eck mit der Fähre zwischen Paraguay und Argentinien. Diese Fähre ist auch ein Abenteuer: Wir haben pro Person 10.000 Guaraníes gezahlt, was umgerechnet ca. 1,50€ sind. Die Fähre besteht aus einer Plattform für Autos, die schwimmt, wo am Rand auch noch Platz für Fußgänger ist. Daneben ist ein Boot befestigt, dass das gesamte Gestell vorwärtsschiebt.  Sieht abenteuerlich aus, klappt aber anscheinend gut. Dieser Punkt befindet sich etwas unterhalb von Ciudad del Este, der offiziellen Grenzstadt, in Presidente Franco. Dort ist auch ein weiterer recht großer Wasserfall, der Salto Monday, den wir uns auch noch angeschaut haben. Dort gibt es einen Aufzug, sodass man sich den Wasserfall sowohl von oben als auch von unten ansehen kann. Wir wurden sogar von einer Drohne gefilmt, als wir oben standen. An den Wasserfall ist auch ein recht schöner Park angehängt, in dem tausend Schilder stehen, dass es verboten ist zu baden.. Ich frage mich allerdings, wer so lebensmüde ist, direkt über einem so großen Wasserfall schwimmen zu gehen.

Im Stadion beim Länderspiel Paraguay - Brasilien
Im Stadion beim Länderspiel Paraguay – Brasilien

Zurück in Asunción haben sich meine Eltern tagsüber meistens etwas angeschaut, da ich leider arbeiten musste und nachmittags habe ich ihnen dann noch schöne Orte gezeigt, wie zum Beispiel die Loma San Geronimo. Einen Tag lang haben sie mich auf meiner Arbeit besucht, was für die Kinder natürlich total der Hammer war. Meine Eltern haben zwar kein Stück Spanisch oder Guaraní verstanden, haben ihnen aber gut auf Deutsch zugeredet, wenn sie geweint haben oder so gut es geht mit ihnen gespielt. An diesem Abend war auch das Spiel Paraguay – Brasilien in dem größten Stadion von Asunción. Das Spiel war echt richtig gut, auch wenn es 2:2 ausgegangen ist. An einem Abend hat uns die Familie meiner besten Freundin hier zum Asado eingeladen. Dabei haben wir von Freunden von ihnen Polka, also die typisch paraguayische Musik auf Guaraní, gehört und Berit und ich haben Übersetzer gespielt. Ihre Gasteltern waren so unglaublich lieb und haben meinen Eltern ein T-Shirt vom Itaipú und eine schöne Guampa geschenkt.

Einen Tag lang haben wir einen Ausflug in 2 Städte gemacht, die hier recht in der Nähe von Asunción sind: San Bernadino, eine deutsche Stadt, in der die Asuncióner ihre Wochenendhäuser haben und in der im Sommer ganz viele Feiern sind und Areguá, die einen super schönen Markt mit Getöpfertem und Ähnlichem hat. In San Bernardino haben wir die bunte Treppe zu einer Jungfrau Statue erklommen, sind ans Flussufer gefahren, haben uns die Kirche angeschaut, in einem deutschen Restaurant super lecker gegessen und ins Amphitheater gefahren. Dieses ist zwar alt und heruntergekommen, hat aber eine super tolle Kulisse, da man von dort aus den ganzen See überblicken kann. Danach sind wir weiter nach Areguá gefahren, um auf dem Markt zu bummeln und die berühmte Kirche anzuschauen.

Der Urlaub mit meinen Eltern war echt super schön und ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich besucht haben. Das Wetter hätte zwar meiner Meinung nach um einiges besser sein können, aber dagegen kann man ja leider nichts machen. Die schönsten Bilder haben meine Eltern gemacht und mir leider noch nicht zukommen lassen.


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