Pretoria in fünf Tagen

Hallo Leute!
Ich hoffe ihr alle habt Ostern gut überstanden und fleißig Ostereier gesucht, und auch welche gefunden. Kaum zu glauben, jetzt ist auch schon Ostern rum und die Zeit vergeht wie im Fluge!

Vor zwei Wochen hatten wir hier in Südafrika Osterferien. Das Wetter wird schon etwas kühler und die Regentage rücken etwas näher. (Einmal hat es hier durchgehend zwei Tage lang geregnet)
Natürlich werden auch für die Osterferien einige Reisepläne gemacht, was man so alles unternehmen kann.
Vor einiger Zeit habe ich mich mit meiner ehemaligen Austauschschülerin (Bantse) aus Südafrika getroffen und mit ihr zusammen einen netten Tag in Sandton verbracht. Wir hatten natürlich viel zu erzählen 😀 Am Ende des Tages hat sie mich eingeladen, zusammen mit ihrer Familie Ostern zu feiern. Ich habe dankend angenommen, da ich bis dato noch nicht so wirklich was für meine Ferien geplant hatte.

Am letzten Schultag haben wir uns von unseren Deutsch und Französisch – Schülern mit einigen leckeren Muffins in die Osterferien verabschiedet. (Mit der Hoffnung, dass nächstes Jahr genauso fleißig mitgearbeitet wird). Natürlich sind unsere selbstgebackenen Muffins super gut angekommen:D.
Da am letzten Schultag nicht wirklich unterrichtet wurde und die Schüler schon früh gehen konnten, haben wir uns auch recht schnell aus dem Staub gemacht und haben uns von den Lehrern verabschiedet.

Am darauf folgenden Sonntag (20.März) wurde meine kleine Gastschwester (6) getauft. Dafür wurde an dem Samstag davor, dass Haus von oben bis unten geputzt, und das einen ganzen Tag lang! Anstrengend war es auf jeden Fall.
Natürlich wird hier in Soweto zu solchen Anlässen IMMER alles selber gekocht, d.h. am Samstag wurde dann schon alles angefangen zu kochen, und vorbereitet. Man macht sich wirklich, meiner Meinung nach, richtig viel Arbeit, wenn etwas gefeiert wird.
Sonntags Morgens, ging es dann auch zur Kirche, in schicker Kleidung und das Taufkind in einem hübschen weißen Kleid. Zusammen mit meiner Gastschwester wurden noch fünf weitere Kinder getauft. Nach drei Stunden Kirche, traf man sich dann bei uns, um zusammen zu essen. Der Tisch war, wie immer, reichlich gedeckt, und die Teller stapelten sich schon in der Küche und warteten darauf von uns gespült zu werden. (Eigentlich kann man wirklich den ganzen Tag NUR mit Tellerwaschen verbringen:(. Der Grund ist, dass es keine offiziellen Einladungen gibt und somit auch noch am späten Nachmittag, wenn eigentlich das Essen vorbei ist, noch Besucher kommen. Denen wird dann natürlich auch Essen auf einem Teller gereicht. Und so geht das eigentlich, bis Abends um sechs Uhr!)
Abends, die Hände vom Waschen ganz schrumpelig, ging dann auch ein anstrengender Tag zu Ende.
Am darauf folgenden Donnerstag(25.März) fuhr ich zu Bantse (der ehemaligen Austauschschülerin). Um 13Uhr haben wir uns an der Parkstation getroffen, wo wir mit dem Gautrain nach Pretoria gefahren sind.
Dort angekommen, trafen wir uns in einer Mall mit Bantses Mum und ihrer Tante. Nach einem großen Hallo wurde dann noch etwas eingekauft. Am Auto angekommen, trafen wir eine weitere Tante von Bantse, die von allen „Aunt Dumi“ genannt wird. Zusammen mit beiden Tanten fuhren wir dann los, Richtung… eigentlich wusste ich gar nicht so genau wo es hingehen wird:). Nach kurzer Zeit habe ich dann erfahren, dass wir zu Bantses Oma fahren, die in Hermaanskraal wohnt! Das war auch schon mein erster Stop in Pretoria.
Nach ungefähr einer Stunde Fahrt, wir haben uns immer weiter ins „Irgendwo ins Nirgendwo“ bewegt, kamen wir auf einer großen Farm an.
Wir wurden vom lauten „Gemuhe“ der Kühe und von Bantses Oma nett begrüßt und in Empfang genommen. Hier auf der Farm, wo es wirklich richtig schön war und es mal eine kleine Abwechslung war, von NICHTS umgeben zu sein, habe ich das erste Mal die Erfahrung gemacht, kein fließend Wasser zu haben! Gott Sei Dank hatten wir einen großen Tank mit frischem Wasser, wo wir erst einmal sechs Eimer mit Wasser gefüllt und zum Haus getragen haben.
Abends, nach eine recht anstrengenden und heißem Tag (In Pretoria sind es immer so 3-5 Grad wärmer als in Johannesburg) fielen wir abends echt müde in unsere Betten.

Am Freitag wollten wir dann eigentlich um elf Uhr los zur Kirche. Wie die Südafrikaner jedoch sind, fuhren wir nach südafrikanischer Zeit, erst um halb zwölf los:D. Nach drei Stunden Kirche, traf ich dann auch Bantses Geschwister (Sie ist die jüngste, und hat noch einen älteren Bruder und eine ältere Schwester).
Nach einer kleinen Snackpause mit Chips und cold drinks vor der Kirche 😀 fuhren wir dann auch wieder zu Bantses Oma um unsere Sachen für den nächsten Stop zu packen. Wo es dieses mal hingehen wird, wusste ich auch irgendwie nicht:D Habe dann aber festgestellt, dass wir jetzt zu Bantses Tante fahren werden.
Nach einer Stunde Fahrt angekommen, war ich echt geschockt. Der Ort, wo Bantses Tante wohnt, ist richtiger luxus mit riesigen Häusern. Ein Haus ist größer und schöner als das Andere. Es ist wie eine Art Resort, wo man NUR mit einem Fingerabdruck reinkommt.
Abends um neun Uhr gab es noch einen kleinen Rundgang durch die Straßen, was ich wirklich genossen habe, da eigentlich so etwas für mich in Soweto nicht möglich ist.
Nach einer langen Filmenacht und langem Ausschlafen, gab es am Samstagmittag ein weiteres Highlight für mich! Ich habe das erste Mal chicken-feet gegessen :D. Ich muss echt sagen, ich habe sie mehr gelutscht als gegessen, da ja eigentlich echt nichts dran ist! So wirklich mein Ding ist es, muss ich gestehen, aber nicht. Ist schon etwas komisch diese Krallen in den Mund zu nehmen… Na ja, war aber immerhin ein Erlebnis ;D.
Nachmittgas sind wir, nachdem wir den Pool gefühlte zwei Stunden sauber gemacht haben, noch etwas schwimmen gegangen. Eine echt schöne Erfrischung.
Am Samstagabend fuhren wir dann auch schon zu unserem dritten und auch letzten Stop in Pretoria. Es ging auf nach Soshanguwe, ein Township in Pretoria, wo Bantses Familie wohnt. So, wie Bantses Familie immer zu sagen gepflegt hat, ist es wie Small-Soweto, was auch stimmt:D. Abends saßen wir noch lange mit Freunden draußen und haben gequatscht und viel gelacht. Und so ging auch dieser wirklich schöne Samstag zu Ende. Ich habe ihn wirklich genossen. Sonntag ging es mehr in Richtung Mega-Chilling :D.
Ja, und am Montag habe ich mich dann auch schon wieder auf meine Heimreise begeben. Eigentlich war geplant, dass ich noch vorher zum Friseur gehen wollte, aber …wie so oft, hat die südafrikanische Zeit mir einen Strich durch die Rechnung gemacht :/ 😀
Trotzdem waren es für mich ganz tolle fünf Tage, die ich in Pretoria verbracht habe und mit echt tollen Menschen zusammen war. Südafrika hat so viel zu bieten und ist so vielfältig, dann muss man einfach mal die Zeit nutzen und aus Soweto rauskommen. Dennoch habe ich mich gefreut wieder nach Soweto zu kommen und Allen von meiner kleinen Pretoria-Reise zu berichten.

Sooo Leute, dass war so das Highlight meiner Osterferien.
Passt auf euch auf!
Liebe Grüße, eure Marie-Therese


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