Campo

Das erste Mal auf dem Campo war mit einer Freundin bei ihrer Familie zu Besuch. Sie kommt aus Coronel Oviedo, einer kleineren Stadt ca. 3 Stunden von Asunción weg. Dort ist es sehr viel ruhiger und entspannter, man hat einfach eine richtige Kleinstadt-Atmosphäre.

Hier kennt man seine Nachbarn und trifft sich auch mal mit ihnen zum Tereré trinken, es gibt viel mehr Fußgänger und Motorradfahrer auf den Straßen und das meiste ist in fußläufiger Entfernung. Ihre Familie ist wirklich richtig lieb und hat mich sofort wie eine eigene Gasttochter aufgenommen. Meine Freundin hat mich auch fast allen ihren Freunden dort vorgestellt, mit denen wir Caipirinha, Tereré oder Bier getrunken haben oder herumgefahren sind.

Die Kuhweide
Die Kuhweide
ich mit den Kühen nach unserem Matschspaziergang
ich mit den Kühen nach unserem Matschspaziergang

Am Sonntag sind wir losgefahren, um die Oma meiner Freundin auf ihrem Bauernhof zu besuchen. Den leitet sie mit ihren 2 Schwestern alleine, die alle schon recht alt sind. Bauernhöfe sind aber unvergleichlich mit dem, was man sich als Deutscher unter einem Bauernhof vorstellt: die meisten Tiere laufen frei rum, also sitzt auch manchmal ein Hahn neben dir auf dem Stuhl oder ein Babyschwein rennt zwischen deinen Füßen herum. Die Kühe sind in einem ziemlich großen Gebiet untergebraucht, wo auch ein Haufen Obstbäume (Orangen, Mandarinen, Grapefruit und Limetten) wachsen. Die meisten Bauernhöfe betreiben Subsistenzwirtschaft, produzieren also nur das, was sie selber zum Überleben brauchen. Was übrig bleibt, wird anscheinend oft mit den Nachbarn getauscht oder irgendwie verkauft, um den Strom zu bezahlen. Dort haben wir ein riesen Asado mit Beilagen bekommen, mehrere Spaziergänge – auch über die matschige Kuhweide – unternommen und in der Siesta geschlafen. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen, da alle dort Hammer lieb waren und wir viel Spaß hatten. Was ich am süßesten fand, war das kleine Schweinchen Sascha, das sich genauso benommen hat wie ein Hund: Sobald man ihn ein bisschen am Bauch angefasst hat, hat er sich sofort auf den Rücken geschmissen, damit man ihm den Bauch kraulen kann. Sobald man dann einmal kurz aufgehört hat, bekam man sofort einen Stupser, damit man weitermacht.

Abends waren wir noch bei einem Konzert einer richtig guten paraguayischen Band, das mir trotz eines technischen Defekts sehr gut gefallen hat. Insgesamt war dieses Wochenende wirklich schön und ich habe ziemlich viel über die paraguayische Kultur und Familienstrukturen gelernt. Dies konnte ich in meiner damaligen Gastfamilie nicht, da wir ja nur zu dritt waren und jeder recht alleine gelebt hat.


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