The Rainbow Nation – Einblick und Abschied

P1170092Am 27. April 1994 tritt Südafrikas neue Verfassung in Kraft. Der ANC (African National Congress) gewinnt die Wahlen mit 62, 6 % und Nelson Mandela wird der erste schwarze Präsident nach 342 Jahren weisser Vorherrschaft.

Wie geht es der von Mandela begründeten „Rainbow Nation?“ nach 22 Jahren?

Unter dem jetzigen Präsidenten Jacob Zuma (seit 2009) und schon unter seinem Vorgänger Thabo Mbeki steht das Erbe Mandelas vor riesigen Herausforderungen: Korruption, hohe Arbeitslosigkeit, Eindämmung der HIV/Aids Krankheit und TB, großer Mangel an Wohnraum, überschuldeter Bildungshaushalt (z.T. auch hier massive Korruption), illegale Einwanderung, Kriminalität etc.etc…. Im Frühjahr 2016 stehen Gemeindewahlen an, man rechnet damit, dass Zuma abtreten muss, so unbeliebt ist er. Aber es fehlen neue gute Politiker im ANC, Oppositionsparteien sind (noch) nicht stark genug, um den ANC, der immer mehr Kontrolle über den Staat gewinnt, ernsthaft in Frage zu stellen.

Die soziale Ungleichheit ist massiv (10% weisse Bevölkerung hält fast alle wirtschaftlichen Fäden in der Hand), die Unruhen greifen um sich (in den Townships sah ich immer wieder brennende Reifen als Protest) und das Klima wird rauher. Derzeit beträgt das Wirtschaftwachstum nur 0.6% – Südafrika leidet immer noch unter der globalen Krise von 2008, als auch viele in Port Elisabeth angesiedelte Industriezweige (Ford, GM, Volkswagen, BASF u.a.) Arbeiter entlassen mussten.

Sollte man aufgrund dieser Probleme als Tourist nur die berühmte „Garden Route“ und die „Wild Coast“ östlich von East London an der Südküste abfahren – begeistert von der unbeschreiblich schönen, vielfältigen Landschaft? In den Game Parks kann man teilweise in luxuriösen „Lodges“ übernachten, an der Route in exklusiven (aber auch einfachen) Hotels bleiben – und vielleicht nur über das Service-Personal in Kontakt mit der schwarzen Bevölkerung treten? Dank der Partnerorganisation von AFS – „Calabash Tours and Trust“ in Port Elizabeth – durfte ich sowohl die Natur dieses Teils von Südafrika als auch den Alltag in den Townships kennen lernen und bin sehr, sehr dankbar dafür.

Das Projekt „Lehrer in Südafrika“, das AFS anbietet, setzt Prioritäten und bietet über die Schulen Einblick in das echte, pulsierende, spannungsreiche aber auch liebenswerte Südafrika – vorausgesetzt, man bringt folgende Eigenschaften mit:

Neugier und Flexibilität, pädagogische Erfahrung (unbedingt!), gute bis sehr gute Englischkenntnisse (unbedingt!!!), Ausdauer (das Unterrichten, oft unerwartet, kostet Kraft), Freude am Kontakt mit den Kindern und wohl warmherzigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Das betrifft übrigens nicht nur die Schwarzen!

Mein letztes Wochenende: Urlaub pur in der herrlichen Umgebung von Port Elizabeth, Meer, Natur, Fish and Chips im Yacht Club und südafrikanischer Wein mit den neuen Freunden. Und ein letzter Blick auf den unendlichen, gewaltigen Indischen Ozean…

P1170320Sala Kakuhle – Good Bye!

 


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