Sala Kakuhle

P1170240Heute ist mein letzter Schultag an der Emafini Schule – und es gäbe noch so viel zu erleben und zu erzählen! Als erstes folge ich der Einladung von Ms Lallie in ihre Klasse 1C- welch ein Eindruck!

In dem Container am unteren Rand der Schulbungalows befinden sich drei der vier 1. Klassen. Schnell begreife ich, dass in diesem kleinen Häuschen innen und aussen perfekte Sauberkeit und Ordnung herrscht: Links vor der Türe steht eine Schüssel mit Wasser: hier werden die Hände gewaschen, wenn man beim „pee-break“ war, danach an dem aussen am Gitter hängenden Handtuch abgetrocknet. Dort hängt auch der Mopp, mit dem jedes Papierchen im Eingangsbereich sofort entfernt wird. Die Kehrbesen für das Kehren im und vor dem Klassenzimmer stehen hinter der Eingangstür.

Die Lehrerin unterrichtet seit 26 Jahren an der Emafini School und ist immer noch begeisterte Pädagogin – mit ihrem ganzen Wesen und Herzen dabei. Alle Methoden werden angewendet, um Zahlen und Buchstaben zu wiederholen: es wird gesungen, geklatscht, gestikuliert, im Chor und einzeln vorgetragen. Materialien dazu sind vorhanden, Poster aller Art dekorieren die Wände. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier eine „Show“ gemacht wird, das hat Ms Lallie gar nicht nötig. Die Kinder lernen Xhosa und Englisch gleichzeitig und sind damit unseren Schülern in der 1. Klasse sicher voraus. Smartboards und Computer gibt es hier natürlich nicht, aber ich finde, die Technologie ist nebensächlich, wenn eine Lehrerin unter diesen bescheidenen Umständen so engagiert unterrichtet – und die Kinder machen alle mit!

P1170239Es bleibt kaum Zeit, mich von „meinen“ 6. und 7. Klassen zu verabschieden: ein kleines Ständchen mit der Blockflöte ist aber auf Wunsch noch dabei, die 6. bekommt ihr  Abschiedsgeschenk, welches zufällig zu den Farben des Tages passt: da am Sonntag Valentins Tag ist, kommen heute fast alle Schüler in Rot oder/und weiss gekleidet in die Schule, und dazu passt natürlich bestens der lange Fan-Schal des FC Bayern, der im Nu im Klassenzimmer aufgehängt wird.

Bei den Lehrern erwartet mich unverhofft eine Abschiedsfeier mit Gebet, Gesang und Tanz, Kuchen und Limonade und mehrere Ansprachen – sodass es mir vorkommt, als seien die zwei Wochen im Nu vergangen. Ein Wiedersehen wäre schön, aber für diesen Tag heisst es: „Sala Kakuhle“ – Good Bye!

Zumindest bleibt mir noch ein Wochenende im schönen Port Elizabeth, um die Gegend weiter zu erkunden. Die Pläne sind schon gemacht, dank vieler netter Menschen, die ich in kurzer Zeit kennengelernt habe.

 


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