festlich

Die Weihnachtstage in Costa Rica sind mit einer Menge Feierlichkeiten und Essen gefüllt. Das wohl bekannteste Essen ist Tamal, das ich zuhause bei meiner Freundin Paula zubereiten gelernt habe.

Traditionell wird Tamal in Banananenblätter eingewickelt. Diese dienen als Verpackung, Teller und sind optimal, da sie auch beim Erhitzen der Tamales im heißen Wasser nicht kaputt gehen. Deshalb sind Paula, ihr Bruder, Schwester, deren Freund und ich in den Ferien früh los auf die Bananenplantage eines Freundes, um Bananenblätter zu ernten. Diese werden geschnitten und über Feuer mehr oder weniger kurz geräuchert. Danach werden sie in DIN A4 oder kleiner formatierte Stücke gerissen.

Paula am Arbeiten. Ich habe natürlich ausser Fotos machen auch geholfen!
Paula am Arbeiten. Ich habe natürlich ausser Fotos machen auch geholfen!

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Zuhause muss jedes Blatt erst einmal vom Ruß befreit werden. Nasser Lappen reicht.

Auf die Blätter wird dann eine sich schnell festigende, mehr oder weniger geschmacklose Masse aus Hühnerbrühe, Gewürzen und Maismehl gegeben. Jede Portion erhält ein Stück Fleisch, Ei, Gemüse etc. Die Zubereitung des Tamales variiert von Familie zu Familie und daher gibt es keine Regel, was rein „muss“.

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Später wird das Blatt mit den Zutaten speziell gefaltet und verschnürt. Bin ich mittlerweile Profi drin!

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Insgesamt ist es eine sehr aufwenige Produktion, denn Paulas Mutter legt viel Wert darauf, alles selbst zu produzieren und aufzubrauchen. Die Schnüre der Tamales waren aus einem alten Kartoffelsack, die Masse selbst zubereitet, das Maismehl selbst gemahlen und die Eier und das Fleisch von eigenen Hühnern. Eine schöne Erfahrung!

Fiesta, Fiesta

Typisch für die Weihnachtszeit sind hier auch die Fiestas Cívicas der Orte. Von Freitag bis Sonntag werden jeden Abend in vielen Ortschaften an großen Pätzen Feste mit Essensstaenden, Musik und Tanzfläche und manchmal „Corridas de Toros“ veranstaltet. Diese werden sogar in einer eigenen Fernsehsendung ausgestrahlt. Eine ganze Menge Menschen begibt sich in die Arena und provoziert einen Stier, um dann vor ihm wegzulaufen. Nicht besonders geistreich, aber ein großes und beliebtes Spektakel bei den Ticos.

Heiligabend

Den 24. Habe ich im Kreise meiner Familie mit Freunden verbracht. Wir haben gemeinsam gekocht, es gab Sangria und nach dem Abendessen wurden Geschenke ausgetauscht. Viele Familien machen hier eine Art Wichteln, bei dem man eine Person zieht und sich für diese Person im Geheimen etwas Schönes überlegen muss. Auch wenn es für mich kein Weihnachten im klassischen Sinne war (ohne Dekoration, Musik oder Baum), habe ich gemerkt, dass Weihnachten im Herzen ist. So hatten wir einen wunderschönen Abend, gücklicherweise ohne Heimweh.

Die bunte Runde: Meine Gastmum und ein guter Freund, ein befreundetes Paar, Nohelia die im Salon die Naegel macht, meine Gastschwester und ich
Die bunte Runde: Meine Gastmum und ein guter Freund, ein befreundetes Paar, Nohelia die im Salon die Naegel macht, meine Gastschwester und ich

1.Weihnachtsfeiertag

Weihnachten früh aufwachen, weil es so heiß ist – bisher ein nicht bekanntes Gefühl. Den Tag haben wir nicht im Schlafanzug auf dem Sofa, sondern in Badesachen im Fluss verbracht. Wie unrealistisch sich das alles angefühlt hat! Für mich ist das Jahr so bewusst gar nicht dem Ende zugegangen.

Jahreswechsel

Zu Sylvester bin ich mit Freunden nach Dominical gefahren, der nächstgelegenste Strand an mir dran! Händereibend habe ich fröhlich zugestimmt, weil ich dieses Mal die kürzeste Anreise haben würde. Meine Gastma meinte nur trocken, dass wir am Strand schlafen würden, weil alles ausgebucht ist. Man könnte es natürlich als riskant bezeichnen, am 31. mittags an einen beliebten Touristenstrand zu reisen und um Unterkunft zu bitten. Ich war auch schon dafür ausgetattet, den Sandflöhen zu trotzen – doch wir hatten ziemliches Glück und bekamen ein Zweibettzimmer mit Balkon mit Meeresblick und zwei Matratzen gestellt!

Sylvester am Strand, da kann man sich nicht beschweren. Wir haben das erste Mal um 17:00 Uhr zum Neujahrswechseln in Deutschland angestoßen und später im „Tortilla Flats“ in 2016 reingefeiert. Am nächsten Morgen fiel uns das traditionelle Neujahrsbaden auch nicht schwer. Zumindest kann ich behaupten, meine dicke Winterjacke und das heimliche frieren, beim Feuerwerkbeobachten nicht vermisst zu haben.

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Demnächst berichte ich über meine Reise nach Panama! Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr, auf dass es nicht so schnell vergehen möge! 🙂

Birra (Bier), Ceviche (traditionelles Essen: Kalte Suppe aus Fisch, Koriander, Zwiebel, Limettensaft), Mae ("Kumpel"/"Freund"), Al chile ("wirklich?"),
Birra (Bier), Ceviche (traditionelles Essen: Kalte Suppe aus Fisch, Koriander, Zwiebel, Limettensaft), Mae („Kumpel“/“Freund“), Al chile („wirklich?“), Que me dice („Was du nicht sagst“), Diay? (vgl. „aehm“, „also“), Suave! („Langsam“/“ganz ruhig“)

 

 


Ein Gedanke zu festlich

  • Meine liebe Lissa, ich warte sehnsüchtig auf neue Blogeinträge :-)) Aus diesem Grund habe ich jetzt nochmals alle Blogeinträge vom Februar gelesen, um Costa-Rica-Feeling zu spüren und um meine Sehnsucht nach dir zu stillen. Du scheinst so richtig mit Land und Leuten verschmolzen zu sein! Ich freue mich für dich, meine kleine große Tica.

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