Sawubona- willkommen in Südafrika

P116089528./29.Januar 2016

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Der bayerische Schnee ist schnell geschmolzen, 15 Grad Wärme im milden Winter sind ein guter Übergang zum südafrikanischen Sommer: 26 Grad hat es in Port Elizabeth bei meiner Ankunft….Im kleinen Ankunftsterminal steht schon ein mächtiger, vertrauenserweckender Mann mitdem Schild „Calabash“ – er heisst Golani und wird mich auch in den nächsten Tagen – abwechselnd mit Nelson – zur Schule bringen und wieder abholen. Zunächst sehe ich nur Palmen und Meer entlang der Straße neben einer endlos wirkenden sandigen Bucht auf der einen Seite, habe kaum Zeit, mir die Häuser auf der anderen Straßenseite zu betrachten, da biegen wir schon nach 10 Minuten ein in die 5th Avenue, zum „Fifth Avenue Beach Guesthouse“ – und der erste Eindruck könnte nicht besser sein: am palmenumsäumten Pool entlang gelange ich in ein gemütliches Zimmer, meinem Heim für die nächsten 16 Tage.

Der erste Nachmittag ist sehr ruhig, doch schon am Morgen des 29. holt mich Nelson von „Calabash“ ab zu einer „Orienteering“ Tour durch Port Elizabeth. Das bedeutet: da von den 1,6 Millionen Einwohnern der Stadt ca 600.000 in den sog. „townships“ leben, wo auch mein Arbeitsplatz sein wird, fahren wir nur kurz durch den historischen Teil der Stadt und landen schnell am Rande der Stadt, wo die Apartheid Regierung über Jahrzehnte „buffer zones“ zwischen den weissen und schwarzen oder „coloured“ townships einrichtete, strikte Rassentrennung, ein Kapitel, über das man seitenlang schreiben könnte. Auch nach 1994 erholt sich das Land nur langsam, obwohl vor allem Präsident Mandela ein großes Wohnungsbauprojekt lancierte (einige der Häuser fallen schon wieder in sich zusammen).Die meisten Schwarzen leben noch in den townships, teilweise in neuen, von der Regierung gebauten einfachen Häusern (das Land gehört ihnen damit auch), nur wenige der noch neuen schwarzen „middle class“ (Ärzte, Anwälte, Schulleiter) können es sich leisten, ein größeres Haus in einer der „weissen“ Gegenden zu beziehen.

Wir besuchen zwei Schulen in den Townships: Charles Dhuna Primary School und meine Schule: Emafini Primary School; herzliche Begrüßung durch die Schulleitung und die Lehrerinnen, die mich ab nächster Woche betreuen werden. Die Kinder in ihren grün-weissen Schuluniformen schwirren durch die Gänge und in den Hof, Freitags endet der Tag schon gegen 13 Uhr, nachdem die Schüler ihre Klassenzimmer selbst geputzt haben. Die Zeit drängt, unser Fahrer und „guide“ Nelson ist ein Brunnen an Wissen und Erfahrung, man könnte ihm stundenlang zuhören. Er spricht aus eigener Erfahrung, zeigt uns kurz das Township, in dem er selbst aufwuchs.

Der Nachmittag endet im Büro von Paul, dem Direktor von Calabash Tours und Trust. Wir unterhalten uns über das Freiwilligenprogramm und die Vision, die dahinter steht. Bildung als wichtigstes Gut: 70% der jungen Schwarzen in Port Elizabeth sind arbeitslos: nur über Bildung können sie eine Chance bekommen einen Platz im „neuen“ Südafrika zu bekommen. Calabash arbeitet derzeit mit 10 Schulen, die sie mit Freiwilligenprojekten unterstützen, d.h. jeder Lehrer, jede Lehrerin, ist willkommen und wird integriert, nach bestem Wissen. „The school is proud to see that people from the developed world are wanting to contribute to a developing country like South Africa“.

 


4 Gedanken zu Sawubona- willkommen in Südafrika

  • Liebe Yolanda, freu mich sehr über Deinen ersten Bericht. Kann mir alles ganz bildhaft vorstellen. Bin gespannt auf weiteres.

  • Liebe Yolanda,
    wie gut, sicher und mit positiver Neugier beschreibst Du den ersten Eindruck.
    Bin richtig begeistert, werde deinen Blog weiter verfolgen.

  • Liebe Yolanda, danke für deinen Bericht, der sehr spannend ist und neugierig macht auf deine noch folgenden Tage in Südafrika sowie auf die Umsetzung der Vision des Programms – Bildung als wichtigstes Gut!
    Herzlich
    Christiane

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