Feliz navidad und gelbe Unterhosen

Da Weihnachten und Silvester bei uns ja oft groß gefeiert werden und (für mich persönlich) auch immer eine der schönsten Tage im Jahr sind, interessiert es bestimmt alle, wie man es in Peru feiert. Zuerst zu Weihnachten:

Das fand ich ehrlich gesagt ein bisschen sparsam gefeiert hier, bzw fast gar nicht. Schon die ganze „Weihnachtszeit“ kam bei mir nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Außer dass die Geschäfte voll mit Paneton und kitschigem Weihnachtsschmuck waren, ich auf zahlreichen chocolatadas war und man ab und zu mal Weihnachtslieder auf der Straße gehört hat, hab ich dieses Jahr nicht viel von der Vorweihnachtszeit mitbekommen. Das Weihnachtlichste war das Weihnachtslieder einüben mit den Kindern, wodurch ich einige schöne spanische Weihnachtslieder kennengelernt habe, die man sonst hier leider fast gar nicht gehört hat. Unten findet ihr ein Video von einem Lied, welches ich besonders süß fand 🙂 Der letzte Tag im Kinderheim hat dann auch echt Spaß gemacht, auch wenn es ein bisschen traurig war, da wir 2 österreichische FSJlerinnen verabschiedet haben, mit denen ich bis jetzt zusammen gearbeitet habe. Mittags haben wir ein großes Weihnachts-Abschiedsessen mit Truthahn und co gemacht, nachmittags alles ein letztes Mal geprobt und  abends gab es dann ein buntes Programm mit von den Kindern einstudiertem Tanz, unserem Konzert, Tanzwettbewerb und vielem mehr.

Weihnachten selber hab ich mit meiner Gastfamilie gefeiert. Am Abend des 24.12. haben wir das Essen gekocht und danach bis um Mitternacht gewartet. Um 12 Uhr stößt man dann mit Sekt an und wünscht sich „Feliz Navidad“. Weil auch überall schon geböllert wurde, kam ich mir ein bisschen wie an Silvester vor 😀 Danach kamen dann immer mehr Verwandte und wir haben das vorbereitete Essen (Hühnchen, Reis, Kartoffeln und zum Nachtisch heiße Schokolade mit Paneton) gegessen. Das war es dann aber auch schon, für mich eher eine große Familienfeier, aber nicht Weihnachten.

Gleich nach Weihnachten haben die ganzen Geschäfte ihr Weihnachtssortiment geräumt und auf einmal war hier alles gelb. Neben den normalen Feuerwerkskörpern, die man auch in Deutschland kaufen kann, kann man hier auch alles mögliche (von Luftballons über 2016 Brillen bis hin zu Unterhosen) in gelb kaufen. Gelb steht für den Neuanfang, und es soll einem Glück bringen, wenn man in einer gelben Unterhose ins neue Jahr startet. Diese Tradition musste ich natürlich auch ausprobieren 😀 Meine Gastmutter hatte angeblich sogar 3 übereinander an: in gelb, rot ( Glück in der Liebe) und grün ( finanzielles Glück). Abends haben wir in unserem Haus gelbe und rote Luftballons aufgehängt und kleine Säckchen mit einer Reis-Linsen Mischung gefüllt. Um Mitternacht haben wir uns ein „Feliz ano nuevo“ gewünscht, jeder hat so ein Säckchen bekommen (das muss man das ganze Jahr über aufbewahren, damit es einem Glück bringt), meine Gastmutter hat den Rest der Reis-Linsen Mischung im ganzen Haus verteilt und uns damit beworfen; außerdem haben wir uns mit maizena, einem Maispulver beworfen und waren alle ganz weiß danach. Und dann haben wir noch 12 Weintrauben gegessen, für jeden Monat mussten wir uns dabei was wünschen. Bei so viel Glücksbringern kann 2016 eigentlich gar nicht schlecht werden 😀 Danach war ich dann noch mit meiner Familie und Freunden tanzen und habe morgens den Sonnenaufgang hier über dem Fluss angeguckt <3

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr 2016!

Nächste Woche fahre ich in den Urlaub nach Nordperu, es wird also ein bisschen dauern bis mein nächster Eintrag erscheint.

eure Miriam

chocolatada
chocolatada
ano nuevo
unser Weihnachtsbaum
unsere Reis-Linsen Glücksbringer
Silvesteressen

 

Weihnachtskonzert
Weihnachtskonzert
Paneton

 


Ein Gedanke zu Feliz navidad und gelbe Unterhosen

  • Toller Bericht wie die Vorgänger. Warum Weihnachten einmal nicht auch mit Böllerschüssen feiern, schließlich ist die Geburt des <Heilands doch ein Grund, ausgelassen zu sein. Dafür, daß die Bevölkerung deines Gastlandes als arm gilt. scheint doch eine reiche Tradition im Festefeiern und wohl auch im täglichen Miteinander zu herrschen. Herrliche Einblicke in eine für uns doch etwas fremdere Welt. Wir hoffen auf weitere Berichte. Alles Gute. I.und HW.

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