Christmas in Alaska

Ich weiß nicht wie ihr euch die amerikanische Weihnachtszeit vorstellt, aber durch die vielen Hollywoodfilme hatte ich schon eine gewisse Vorstellung. Dabei habe ich die typischen und amerikanischen Weihnachtsfilme noch garnicht in Deutschland gesehen. In der ersten Ferienwoche hatte ich drei Übernachtungsparties mit Freunden und jedesmal wurde ich gefragt ob ich die Klassiker gesehen habe. Jedesmal haben wir dann einen schönen alten und teilweise wirklich sehr kitschigen Weihnachtsfilm ausgewählt und zusammen angeschaut.

Außerdem haben es sich meine Gasteltern zur Aufgabe gemacht jeden Film mit weihnachtlichem Bezug aufzunehmen und den Film mit mir später anzuschauen. Eine weitere amerikanische Tradition ist das Plätzchenbacken, wobei es eher um das Dekorieren geht. Wenn Amerikaner eine Sache angehen, dann aber auch richtig! Von Deutschland bin ich es gewöhnt Plätzchen mit geschmolzener Schokolade und weißen Zuckerguss zu dekorieren. Es sieht gut aus und schmeckt auch. Jedoch ist es hier in den USA scheinbar etwas anders. Ich habe mehrfach mit Freunden Plätzchen gebacken und dekoriert, mein Fazit: der Geschmack haut mich nicht aus den Socken, jedoch muss ich zugeben, dass die Deko hier definitiv voller Hingabe ist. Wir haben über eine Stunde damit verbracht verschiedenfarbigen Zuckerguss herzustellen (pink, blau, türkis, dunkel- und hellgrün, rot, gelb, hellbraun, orange, lila und weiß) und ihn dann kunstvoll auf die Plätzchen aufzutragen.
Das war alles in der Vorweihnachtszeit. Meine Gastschwester Carrie ist am 21. Dezember von ihrer Universität in Hawaii nach Hause geflogen um mit uns Weihnachten zu verbringen. Meine Mom hat darauf bestanden, dass wir auf Carrie warten um den Weihnachtsbaum zu schmücken. Dadurch war unser Baum relativ lang ungeschmückt, aber das hat sich schnell geändert. Wir haben sehr viele Christbaumkugeln und andere Gegenstände an den Baum gehangen und ich hatte mich etwas gewundert, mit was für ungewöhnliche Dinge wir den Baum dekorieren. Meine Mom hat mir dann erklärt, dass jeder Gegenstand eine Bedeutung für die Familie hat. Daher war es für mich zwar immernoch gewöhnungsbedürftig Pandas, Hello Kitties und vieles mehr an den Baum zu hängen, jedoch hat alles Sinn ergeben und ich finde diese Familientradition sehr schön.

Am 24. Dezember habe ich morgens mit meiner Familie in Deutschland von einer Freundin ihrem Haus aus geskypt, denn in Deutschland ist am 24. Weihnachten. Die Amerikaner nennen den 24. Christmas Eve und es ist für sie „nur“ der Tag bevor Weihnachten, d.h. noch keine Bescherung. Das einzige Geschenk, das ich am 24. geöffnet habe war von meiner Mom und meinem Dad. Sie haben mir und meinen beiden Schwestern neue Weihnachtspyjamas gegeben und wir sind alle sehr zeitig zu Bett gegangen, denn wir wollten alle am nächsten Tag zeitig aufstehen. Der 25. startete relativ früh am Morgen und wir alle waren in unseren neuen Pyjamas. Als erstes wurden die Socken über dem Kamin geleert und begutachtet. Jeder hatte seine eigene Socke, selbst unsere beiden Hunde und meine Gastfamilie hat extra für mich eine neue Socke dekoriert und über den Kamin gehangen.
Und dann ging das große Geschenkeauspacken los. In meiner Gastfamilie ist es Tradition, dass meine Schwester Carrie jedem ein Geschenk zuteilt und wir dann der Reihe nach ein Geschenk einzeln öffnen. Ich mag diese Tradition, denn dadurch wird jedem Geschenk die Zeit gegönnt, die es verdient und jeder weiß, was die anderen für Geschenke erhalten haben. Jedoch waren es sehr viele Geschenke und wir alle waren ziemlich hungrig, deswegen haben wir eine Frühstückspause eingelegt und selbstgemachte Zimtrollen, Würstchen und frische Orangen aus Louisiana gegessen (die Kombination mag zwar ungewohnt klingen, sie ist jedoch unschlagbar und mein Favorit für besondere Feiertage). Besonders aufgeregt war ich über die Geschenke, die meine Gastfamilie und ich von meiner Familie in Deutschland bekommen habe. Meine Gastfamilie hat verschiedene deutsche Weihnachtsgegenstände erhalten wie eine hölzerne Pyramide und einen Weihnachtsstern. Ich habe mir neue Sportschuhe fürs Cheerleading gewünscht und habe sie auch von meiner Mama und meinem Papa bekommen. Von meiner Mom, meinem Dad sowie meinen Gastschwestern Carrie und Minh habe ich viele Geschenke bekommen und scheinbar glauben all meine Freunde und meine Gastfamilie, dass ich hier sehr friere, denn ich habe mehrere Pullover, eine Jacke, dicke Socken, vier (!!!!!!) Schals, normale Handschuhe und Handschuhe mit besonderer Oberfläche welche es ermöglichen den Touchscreen eines Handy zu bedienen, eine selbstgestrickte Mütze und meine eigenen Xtratufs (die lokalen Gummistiefel) geschenkt bekommen. Weitere Geschenke sind ein Buch von einem Autor aus Sitka und ein sehr niedlicher Teddy Bär. Die Bescherung hat dadurch das wir jedes Geschenk nacheinander ausgepackt haben über zwei Stunden gedauert und wir haben den ganzen Christmas Day nichts weiter gemacht als Filme anzuschauen und zu kochen. Denn zum Abendbrot gab es Truthahn, Süßkartoffeln, grüne Bohnen mit Chips, Kartoffelbrei, kleingeschnittenes und gewürztes Brot und Bratensoße. Mein größter Wunsch an den Weihnachtsmann ist jedes Jahr, dass wir weiße Weihnachten haben und ich habe gehört, dass es in Deutschland ungewöhnlich warm war. Hier in Sitka war es schön kühl und wir hatten auch zum Glück etwas Schnee.
Einer meiner Höhepunkte in den Weihnachtsferien war, dass ich mit meinen Freunden zu einem Haus in meiner Straße gefahren bin und wir im Auto das Radio angestellt haben und das Haus beobachtet haben. Das besondere an dem Haus ist, dass es voller Weihnachtsdeko und -lichter ist und die Lichter zum Rhythmus der Musik leuchten.Für mich war dies fantastisch, da ich so etwas noch nie zu vor gesehen habe und es erstaunlich ist wie sehr manche Menschen ihr Zeit in Weihnachten investieren. Wie bereits gesagt, wenn Amerikaner eine Sache angehen, dann aber auch richtig. Natürlich habe ich ein Video von der Lichtshow gemacht und ich hoffe ihr seid genauso beeindruckt wie ich. Vergleichsweise dazu ist mein Haus geradezu unterschmückt, denn wir haben nur ein Paar Lichter und nur relativ wenig Deko.

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Das ist das Haus von dem ich euch erzählt habe

Die Tage nach Weihnachten habe ich damit verbracht freiwillige Arbeit im Nationalpark zu leisten, Filmnächte mit Freunden zu verbringen, zum Cheerleadingtraining zu gehen und Wale zu beobachten (innerhalb einer Stunde habe ich über zehn verschiedene Wale gesehen). Leider konnte ich die Wale nur von der Ferne beobachten bzw. mit einem Fernglas, daher war es nicht möglich Fotos zu schießen.
 


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