Bocas del Toro

Meine Organisation AFS bietet unter anderem einige Reisen an, um auch andere Ecken Panamas kennenzulernen. Die Erste habe ich leider schon hinter mir. 🙁
Am 22.11. bin ich mit den anderen Austauschschülern aus meiner Gegend nach La Concepción gefahren, was ungefähr in der Mitte unserer Route liegt, um dort bei der AFS-Betreuerin zu übernachten und am nächsten Tag mit allen gemeinsam loszufahren. Wir sind ungefähr 30 Leute gewesen und ein Haus. Da ein Haus in Panama nur ein Stockwerk hat, nämlich logischerweise das Erdgeschoss, wurde es schon ziemlich gemütlich. Einige lagen drinnen, andere auf der Terrasse und wieder andere im Stall dicht an dicht. Richtiger Panama-Style eben. Am nächsten Tag stiegen wir alle in den gemieteten Bus, in den wir grade so reinpassten.
Da war kein einziger Sitz zuviel und es war schon ziemlich eng. Nach einer Stunde Fahrt hatte ich keinen Bock mehr. Leider musste ich noch vier weitere fahren. Nachdem auch diese endlich vergangen waren, kamen wir in einem Dorf an, das am Wasser lag. Dort warteten schon zwei Motorboote, die uns erst zur Playa de las Estrellas und anschließend zur Isla Colón zu unserem Hotel brachten. Die Playa de las Estrellas ist ein Strand, an dem es, wie der Spanischkenner bereits erkannt hat, einmal außergewöhnlich große Seesterne gab. Jetzt gibt es nur noch wenige, da sich kein Tourist einen solchen Meeresschatz, der größer als eine Hand ist, entgehen lassen will. Da es auf unserer Überfahrt bis zum Strand stark regnete und sehr kalt war, genossen wir jetzt erstmal das wunderbar warme Wasser der Karibik !
Nach einigen Bade-Stunden gings dann ab zum Hotel. Naja… Also Hotel für panamaische Verhältnisse halt. Es bestand aus einem Eingang, nicht größer als meine Haustüre und kleinen, aber sauberen, dicht aneinander gereihten Zimmern. Mehr nicht. Aber vollkommen ausreichend. Wir hatten sowieso vor, höchstens zum Schlafen mal unser Zimmer zu betreten, da wir tagsüber unterwegs waren, um die Highlights von Bocas del Toro zu sehen. Das heißt übrigens Münder des Stiers, falls es jemand interessiert. Da der Tag schon fast rum war, gings noch abends in die Stadt und dann schlafen. Die Stadt auf der Isla Colón ist echt cool. Es ist total chillig dort. Niemand macht was, die einzigen Läden sind Bars, alles ist so im Karibik-Style und direkt daneben das Meer. Die Leute dort sind oft Weltreisende aus aller Herren Länder und Surfer.
Am zweiten Tag sind wir extra früh aufgestanden, um die Delfine noch zu sehen. Mit dem Boot sind wir ein Stück rausgefahren und tatsächlich: Delfine.

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Weiter gings zum Cayo Coral. Ein Dorf von Eingeborenen, das am Rande einer Insel auf Pfählen steht. Einfach mitten in der Karibik. Echt wahnsinnig toll dort !

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Als anschließenden Höhepunkt des Tages fuhren wir bis zu einer kleinen Anlegestelle, die aus dem Gebüsch herausragte. Relativ unscheinbar und ich dachte schon: Was wollen wir hier ? Aber es führte ein sandiger Weg durch den schönsten Dschungel bis hin zu einem verborgenen Strand, der sich vor unseren Augen auf einmal auftat. An diesem gab es auch noch meterhohe Wellen, was das Ganze perfekt machte. Trotz Badeverbot sind natürlich alle rein.
In Deutschland würde dann wahrscheinlich ein ganzes Heer Bademeister angerannt kommen, wenn ich auch nur meinen Fuß ins Wasser getaucht hätte, aber in Panama juckt es niemand. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht in den riesigen Wellen an so einem tollen Strand zu baden. Abends sind wir noch in einer Bar eine Piña Colada trinken gegangen, was dem ganzen das Sahnehäubchen aufsetzte. Durch und durch ein absolut genialer Tag !
Am nächsten Morgen sind wir mit dem Boot zur Isla Bastimento gefahren. Dort ist kaum Zivilisation, nur ein paar Eingeborene leben in ihren palmwedelbedeckten Hütten. Innerhalb der Insel sind einige lange Stege verlegt, da alles ziemlich moorig ist. Aber die wahre Schönheit dieser Insel liegt außen. Ich habe ja viele Strände gesehen, vor allem auf Bocas, aber diesem, einmal die Insel umgebendem Strand, kommt absolut kein anderer Strand gleich. Es ist noch schöner, als man es sich vorstellt, wenn man das Wort Karibik-Strand hört. Weißer Sandstrand, zu dessen Landseite sich die schönsten Palmen erheben und übers Wasser ragen und klares durchsichtiges türkisfarben schimmerndes warmes Wasser. Ein absoluter Traum, wie es nicht schöner geht !!!
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Die Bilder sehen ja schon recht schön aus, aber in echt ist es einfach, wie soll ich sagen… einfach noch viel schöner. Den ganzen Tag blieben wir dort. Wir haben eine Kokosnuss von einer Palme geholt, aufgeklopft, die Milch getrunken und dann gegessen. Die Insel war definitiv der Höhepunkt der ganzen Reise. Leider nur für einen Tag. Niemand außer den Eingeborenen, die keine 20 Schritte entfernt ihre Hütten haben, hat so etwas jeden Tag. Und für diese ist es ganz normal, so wie für mich der tägliche Reis. 🙂
Am nächsten Tag sind wir schon wieder nach Hause gefahren und der Traum „bocas del toro“ schon verflogen. Auf jeden Fall waren es unvergessliche drei Tage.

Playa Venao
Gestern habe ich mit den AFSlern aus meiner Umgebung einen spontanen Ausflug unternommen. Wir haben uns bei einem Kumpel getroffen, von dem aus wir mit dem Lieferwagen seines Vaters zur Playa Venao gefahren sind. Natürlich hinten drauf mit ca. 15 Personen. Unterwegs ist auch mal la Policía vorbeigefahren, aber wie bereits erwähnt interessiert es diese wenig, wenn 15 Leute hinten auf einem Lieferwagen sitzen, wohingegen wir in Deutschland einen hundertfachen Strafzettel und ne fette Geldstrafe bekommen hätten und was weiß ich noch alles… WP_20151129_001
Die Playa Venao ist ein Surfer-Strand und wir wollten unser Glück mal versuchen. Er ist bestimmt einen Kilometer lang, und hat ziemlich hohe Wellen. Von einem halben Meter bis zu fünf Metern Höhe. Aber das Beste ist, dass die Wellen nicht einzeln auf den Strand kommen, sondern als eine. Es kommt also eine drei Meter hohe und mindestens 300-400 Meter lange Wasserwand auf einen zu. Optimale Surfbedingungen. Da ich absolut nichts in Bezug auf surfen konnte, habe ich erstmal versucht, die Welle auf dem Board liegend rechtzeitig zu kriegen. Das ist nicht leicht. Man muss zum exakten Zeitpunkt anfangen zu kraulen(also auf dem Brett liegend) und dann ein bisschen das Gefühl haben. Nach ein paar erbärmlichen Versuchen klappte das endlich. Und es ist der HAMMER. Ich hätte niemals gedacht, dass eine Welle einen so weit bringt. Wenn man eine Welle erwischt hat, ist man an ihrer vorderen Seite auf dem Brett und sie drückt einen vor sich her, mit einer unglaublich hohen Geschwindigkeit. Das gibt einem so einen Kick. Später hab ich’s mit Aufstehen probiert, was definitiv das Schwierigste am Surfen ist. Die ersten paar Male hat es mich aufgrund mangelnder Gleichgewichtsfertigkeiten nach ungefähr 0,1 Sekunden wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Aber nach und nach gings immer besser und am Ende des Tages bin ich bis zum Strand gesurft. Und ich muss sagen, ich bin schon ein bisschen stolz auf mich. Also ein ganz schönes Stück und ein super Gefühl ! Jetzt bin ich total süchtig nach Surfen und plane mit Paul, wie wir möglichst schnell nochmal zum Strand kommen.

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Leider war’s das auch schon. Jetzt sitze ich grade wieder in Pesé auf meinem Bett. Morgen ist schulfrei und dann noch drei Tage Abschlussprüfungen und dann: 3 MONATE FERIEN. Wie krass ist das denn bitte ? Wobei man da, glaube ich, ganz schön viel Schulstoff vergisst. Aber naja… Ist nicht so schlimm in Panama.

Allen auf jeden Fall eine schöne Adventszeit (von der man hier so gar nichts merkt) und:
Liebe Grüße aus Panama.

Euer Konstantin


6 Gedanken zu Bocas del Toro

  • LIEBER KÖS; EIN TOLLER BERICHT! Jetzt hast Du ein Gefühl fürs Surfen, wie ich es Dir niemals auf dem Pinnower See hätte geben können. Schon mit dem warmen und klaren Wasser. Wenn Du in den Ferien alles Gelernte vergessen solltest-das sicher nicht.Ich teile das Glücksgefühl mit Dir! Also hat sich Deine Auslandsenergie schon jetzt gelohnt. Für die langen Ferien hätte ich Dir gerne was zum Lesen geschickt, aber Nikla meinte, das ginge nicht. Vielleicht gibt es ja keinen Postdienst wie bei uns. Oder?
    Wir sind mit guten Gedanken bei Dir und grüßen Dich herzlich. Bitte auf jeden Fall eine Rückmeldung schicken, wenn dich diese Zeilen wenigstens dieses mal erreichen. Dein OJ (Opa Jürgen)

  • Lieber Konstantin,
    was für herrliche Erlebnisse! Diese Traumstrände, Inseln der Karibik und Deine Energie, alles kennenzulernen – toll! Du schreibst so spannend über das Surfen, man kann sich vorstellen, welch großartiges Gefühl man hat, wenn es gelingt, auf der Welle zu reiten. Mutig bist Du -.Ich hoffe, es gelingt Dir gelegentlich mit panamaischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen und mit diesen „Eingeborenen“ Dinge zu unternehmen, um ihre Welt noch besser kennenzulernen.
    Drei Monate Ferien! Da kannst Du noch Weltmeister im Surfen werden…aber ich hoffe, es gibt eine gute Bibliothek in Deiner Nähe – oder Mitschüler, die Dir Bücher leihen, Zeit zum Lesen hast Du dann ja und findest vielleicht Zugang zu klassischer und moderner spanischer Literatur. – und wenn Du dann so ins Spanische eintauchst, dass Du auf Spanisch träumst und Dir die deutschen Worte fehlen, dann hast Du etwas großartiges geschafft. Ich wünsche Dir weiter tolle Glücksgefühle und herrliche Ferien…sei gegrüßt von
    Renate Reichhelm

  • Eine kurze, aber heftige Stromschwankung hat leider unseren Telekom-Splitter zerlegt, darum war ich schon etliche Tage nicht mehr im Netz. Aber jetzt konnte ich endlich Deinen Blogeintrag lesen: Um den Ausblick auf die Delfine beneide ich Dich ja und dass man an nur einem Tag das Surfen lernen kann, hätte ich nicht gedacht – muy bien! Uns geht es gut, aber ein wenig mehr von Deiner schönen Panamasonne könnten wir momentan hier im winterlich dunklen Neustadt-Glewe ganz gut gebrauchen 🙂 Wie feierst Du denn Weihnachten? Vielleicht erzählst Du davon ja mehr im nächsten Blogeneintrag. Bleib behütet und sei herzlich gegrüßt von Silke und Arne aus McPomm

  • Hallo Konstantin,

    ich beobachte Dich hier schon eine ganze Weile… ;-))) bei Deinen Aktivitäten als Gaucho, Surfer, Touri, Tarzan, Reisesser, Klassenstreber ähh – bester und und und… Mieken hat mir Deinen Blog gezeigt und ich bin echt neidisch. Das muss ich ja ehrlich sagen. Wenn ich Deine spannenden Berichte so lese, zuckt mein „Reise-Gen“. Das hast Du gut gemacht, Deine Reiseidee so direkt umzusetzen, um das Leben dort mit allen Erfahrungen und Begegnungen aufzunehmen und zu geniessen. Wir sind jetzt auch fast schon auf dem Absprung nach Neuseeland. Mieken wollte da immer schon unbedingt mal hin und nu hat sie mich „überredet“, mit zu kommen. Ich konnte mich da einfach nicht mehr wehren… 😉 Dann können wir bald von der südpazifischen Seite statt der nordatlantischen Seite Richtung Panama diagonal zu Dir rüber schauen.
    Also bis bald mal wieder.
    Viel Spaß bei Deinem Abenteuer weiterhin. 🙂
    Mieken und ich freuen uns auf weitere Berichte und Bilder von Dir.

    Muchos Saludos de Hamburgo

    André

  • Lieber Kös,
    ich bin ganz neidisch, wenn ich deine Berichte lese und die tollen Fotos dazu angucken kann. Und sogar Fotos von dir auf dem Surfboard – wie cool ist das denn! Sowas hab ich noch nie ausprobiert. Ich stelle es mir auch echt schwierig vor, vom Liegen aufzustehen und frei auf dem board zu stehen. Hut ab, dass du das an einem Tag gelernt hast.
    Eurer Ausflug in das Maul des Stieres (hat es da gemüffelt?) klang auch super. Aber ob es tatsächlich der schönste Strand ist, werde ich mal überprüfen, wenn ich demnächst über die neuseeländischen Traumstrände laufe 😉 Meine Reise dorthin geht am 23.12. los, deswegen bin ich ein wenig im Vorbereitungsstress und konnte deinen Bericht erst jetzt lesen. Heiligabend sitzen Andre und ich dann im Flugzeug über den Wolken. Das ist mal was anderes… ?
    Ich freue mich immer, von dir zu lesen, auch wenn es keine spektakulären Ausflüge sind, sondern nur das alltägliche Leben bei dir beschreibt.
    Lieben Gruß aus Hamburg, mieken

  • Hallo Mieken, André, Arne, Renate und Opa. Die Kommentare sind jetzt alle angekommen. Ich habe alle gelesen. Also danke für Eure Meldung. Ich hoffe es geht euch gut. Neue Erlebnisse dann im nächsten Blog. Saludos 🙂

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