Bester Schultag ever mit Salsa & Macarena

Heute geht’s in eine andere Schule. Die Schülerzahl verzehnfacht sich auf fast 1.000 Schüler. „La Presentacíon“ ist eine Privatschule, an der hauptsächlich Nonnen unterrichten. Die Schüler sind wahnsinnig interessiert und passen im Unterricht auf – ein Novum.

Schuluniform

In der zehnten Klasse soll Ethik-Unterricht stattfinden. Auch der französische Schüler Baptiste ist mit AFS ein Jahr lang in dieser Klasse. Ich setze mich nach vorn und gemeinsam mit den 30 Schülern warten wir auf den Lehrer. Als der nicht kommt, beschließe ich, mich vorzustellen. Wir quatschen über Deutschland, sie stellen mir Fragen und sagen, dass sie es toll fänden, wenn mehr Deutsche kämen, um sich auszutauschen. Vom Lehrer nach wie vor keine Spur. Also frage ich, ob sie Deutsch lernen möchten. Sie freuen sich. Wir machen eine erste Vorstellungsrunde und kommen dann von „Guten Tag“ über die Zahlen zu „Ein Bier bitte!“. Weil ich nichts vorbereitet habe, frage ich leise an, ob das bewährte Kinderlied „Kopf, Schulter, Knie und Füße“ auch hier Anklang findet. Wieder Begeisterung. Nach drei Durchläufen schlägt Baptiste vor, dass wir es auf Französisch singen. Alle sind nach wie vor im Boot, kein Tumult, Freudige Erwartung.

Macarena

Jetzt wollen sie uns etwas Kolumbianisches beibringen und so tanzt und singt der ganze Kreis von 30 Schülern und mir „Macarena“. Dann gehen wir zu Salsa, Merengue und anderen kolumbianischen Tänzen über und schließlich sollen wieder wir Ihnen etwas beibringen. Ich kann nur irischen Stepptanz tanzen – also los! Den Hüften schwingenden Kolumbianern einen steifen Rücken beizubringen, ist gar nicht so leicht. Aber sie machen sich gut. (Videos lade ich in Deutschland hoch, weil die Verbindung hier leider zu langsam ist.)

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In der Pause nehmen auch hier viele an Fußball- und Volleyball-Turnieren teil, die an dieser Schule generalstabsmäßig und im Turnus von den Lehrern durchgeplant werden. Wer in dieser Pause in kein Team gesteckt wurde, schaut zu und fiebert mit – Hunderte von Sekundarstuflern in dunkelblauen Schuluniformen feuern an und schimpfen.

Die Pause ist vorbei. Eine Schwester bringt mich in eine andere Zehnte, in die unter anderem eine AFSerin aus Italien geht. Als ich eintrete applaudieren die Schüler als wäre ich ein Promi, der gleich für sie singt. Ich habe das nicht vor und erkläre stattdessen, dass ich am Lehrer-Austausch von AFS teilnehme. Dann schaue ich zu und werde dabei immer wieder verlegen angeschielt. Der Englischunterricht läuft in dieser Schule ganz anders ab. Die Schüler haben eine gute Aussprache und kleben geradezu an den Lippen der Lehrerin, die ebenfalls fliessend Englisch spricht. Ihr Thema ist der Klimawandel.

Englischunterricht

Schon um zwei ist die Schule aus. Beschwingt gehe ich zum Essen mit Luz Helena und anschließend ins Internetcafé, wo wir gemeinsam mit den Lehrern der ICAM die Website aktualisieren.


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