Halloween-Party

Direktor Rafael hat gefragt, ob ich ihm helfen kann, die Website der Schule zu aktualisieren. Sein Sohn und ich müssen dafür runter in die Stadt zum Internetcafé fahren. Vorher gibt es noch einen Vortrag vom örtlichen Tourismusverband. Ich setze mich dazu und erfahre spannende Dinge über die Region Cundinamarca, die Ureinwohner und die Conquistadoren und über die Sehenswürdigkeiten in der Gegend.

Dann fahren wir los. Dass die Schule kein Internet hat, bedeutet auch, dass der Informatik-Unterricht unten in der Stadt stattfinden muss und die Kinder für den Transport und die Miete des Computerraums zahlen müssen. Außerdem wird es schwierig, Fotos und Videos auf die Schulwebsite hochzuladen, weil die Verbindung schlecht ist. Also aktualisieren wir erstmal einige Texte.

Statt von halb acht bis 15:15 Uhr geht die Schule freitags nur bis eins. Genug Zeit, um noch einen Abstecher in die Stadt zu machen, bevor zuhause die Halloween-Party startet. Abends um neun habe ich schon geschlafen als die ersten Gäste eintreffen. Ich raffe mich auf und verwandle mich in eine Piratin. Vor der Tür warten schon Spiderman, Schneewittchen, eine Matrosin und ein Zombie-Kapitän. Bald kommen noch eine Nonne, zwei Sträflinge, zwei Todesengel und viele mehr. Das Wohnzimmer ist geschmückt und die Getränkebar eröffnet – die Party selbst unterscheidet sich nicht großartig von deutschen Partys. Ich bin allerdings früh raus, weil ich für den nächsten Tag einen Ausflug ins Kolonialdörfchen Villa de Leyva geplant habe. In der Nacht besucht mich Spiderman, der sich im Bett geirrt hat. Trotz seiner – zugegeben schicken – Lockenperücke über dem karierten Kopf schmeiße ich ihn raus.

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