Choppfest Obligado

Meine erste kleine Reise habe ich mit der Familie des Freundes meiner ersten Gastschwester gemacht. Die haben mich dazu eingeladen, eine Kulturreise zu machen, um die Kultur der deutschen Kolonien im Süden Paraguays kennen zu lernen. Dieser Ausflug hat uns zu einigen deutschen Kolonien, einem Oktoberfest und nach Encarnación gebracht.

Die Pflanzen, aus denen das Yerba gewonnen wird.
Die Pflanzen, aus denen das Yerba gewonnen wird.

Wir sind am Freitag losgefahren und sind am Samstag sehr früh morgens in einem Hotel namens Papillon angekommen, wo es ein sehr leckeres Frühstück gab. Danach ging es im Bus zu einer Yerbería, also einer Yerba- Fabrik. Yerba sind getrocknete und klein gehackte Kräuter, mit denen man das hier traditionell erfrischende Getränk Tereré oder den in Argentinien bekannten Mate trinkt. Dazu mehr in einem anderen Blogeintrag. Es war recht interessant zu sehen, wie die einzelnen Kräuter aussehen und riechen, da ich aber noch nicht so viel verstanden habe, fand ich den Aufenthalt in der Fabrik etwas langweilig. Jeder einzelne Schritt wurde erklärt. Für mich waren da aber nur eine Frau, dievor grauen Maschinen in einer Fantasiesprache geredet hat, von der ich nur einen kleinen Teil verstanden habe.

Die Costanera / Der Strand von Encarnación mit meiner ersten Gastschwester
Die Costanera / Der Strand von Encarnación mit meiner ersten Gastschwester

Im Anschluss daran sind wir weiter nach Encarnación gefahren – eine recht große Stadt im Süden Paraguays – , wo wir uns die schöne Costanera, also die Küstenstraße, angesehen haben. Dort gibt es einen super schönen Strand am Río Paraná, in dem man sogar baden kann. Leider war dazu keine Zeit, denn wir sind in eine brasilianische Churrasquería gefahren, wo es Essen bzw. Fleisch im Übermaß gab. Danach haben wir uns auf den Weg zu einer deutschen Kolonie gemacht, wo wir in einem mehr oder weniger interessanten Einwanderermuseum waren. Dort gab es dann die berühmten Singer-Nähmaschinen oder Küchengegenstände zu bestaunen, die die Einwanderer vor mehr oder weniger langer Zeit mitgebracht haben.

Abend gegessen haben wir dann auf dem Choppfest in Obligado/Hohenau. Dies ist eine andere deutsche Kolonie, in die der Doktor Josef Mengele anscheinend nach dem 2. WK geflüchtet sei. Das Städtchen ist super schön, genauso wie die Dusche unseres Hotels. Das Choppfest soll so sein wie das Oktoberfest in Deutschland, ob das stimmt, kann ich leider nicht beurteilen: Ich war bisher nur hier in Paraguay auf einigen. Allerdings gab es gutes deutsches Essen und eine brasilianische Band hat tiroler Musik gespielt. Dann gab es eine weitere Bühne, auf der ausschließlich deutsche Musik mit einer Blasmusikantenband gab. Die Moderatoren dort konnten auch kaum Spanisch und es war wirklich sehr spaßig dort, wenn man die Musik kannte. Mein einziges Problem dort war, dass es kein Radler gab. Keiner wusste, was das ist. Und als ich dann immer Sprite und Bier bestellt habe, wurde ich ganz doof angeguckt. Eine dritte Bühne gab es auch noch, wo sich die meisten jungen Leute aufgehalten haben. Dort wurde südamerikanische Musik, wie zum Beispiel Reggeaton oder Cumbia gespielt. Leider standen alle nur dumm rum und kaum jemand hat getanzt, deswegen fand ich persönlich es dort etwas langweilig.

Die Statue der Jungfrau von Itacua
Die Statue der Jungfrau von Itacua

Am nächsten Tag sind wir weiter zu der „Virgen de Itacua“ gefahren, welche in der Nähe von Encarnación ist. Dies ist eine Statue einer Jungfrau, die an einem sehr ruhigen Ort gebaut ist. Hier in Paraguay sind solche „Virgen“ sehr wichtig und werden mehr oder weniger angebetet als Heilige. Mir hat der Ort sehr gut gefallen, weil er sehr ruhig und idyllisch gelegen ist. Im Anschluss daran sind wir zur letzten Etappe unserer Reise gefahren, der Stadt „San Cosme y Damián“. Dies ist eine ehemalige Mision von Jesuiten. Dort haben wir die Ruinen der Stadt bestaunt, die von den Jesuiten zeugen. Dort gab es zum Beispiel eine Kirche, Klassenräume und noch vieles mehr, was die Menschen damals zum Überleben brauchten. Außerdem gibt es dort noch ein Planetarium, was auf Grundlage der Erkenntnisse der Jesuiten errichtet wurde. Das fand ich sehr interresant, weil der Sternenhimmel hier ganz anders ist als in Deutschland und die Sternbilder dementsprechend anders sind. Die Bedeutung der Sternbilder für die Guaraní-Indianer fand ich ebenfalls spannend, da diese daraus sehr viel Sinn gezogen haben.

Das Tor der Jesuiten-Ruinen in San Cosme y Damián
Das Tor der Jesuiten-Ruinen in San Cosme y Damián

Ich fand die Reise insgesamt sehr schön, da ich mich mit den Leuten, die dabei waren, super gut verstanden habe und mir das Choppfest sehr viel Spaß gemacht hat. Den ersten Tag fand ich leider aufgrund der fehlenden Spanischkenntnisse etwas langweilig, dafür den 2. aber umso interessanter.


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