2 Monate in Russland

Auf den Tag genau, bin ich seit 2 Monaten in Russland und ich wurde weder überfalllen, in ein Arbeitslager verschleppt, noch hatte ich sonst irgendwelche Probleme, die man als „typisch“  für Russland einordnen könnte.

Am Anfang diesen Monats habe ich meine Gestffamilie gewechselt, aus Gründen, die ich hier nicht unbedingt ansprechen muss. Jetzt wohne ich zwar nicht mehr in Ischewsk und kann so auch nicht mehr jeden Tag irgendwo spazieren gehen, wie es Russen so gern machen, aber in dem Dorf, in dem ich nun lebe, ist es um einiges angenehmer. Hier hat meine Familie ein Haus, für deutsche Verhältnisse vielleicht nicht allzu groß, aber wen stört das schon? Wir haben 2 Katzen und einen Kater. Diesen haben wir erst vor einer Woche wiedergefunden, nachdem er im Sommer verschwunden ist. Außerdem haben wir einen Hund, Lora. Vielleicht kann ich ja mal mit ihr joggen gehen, nachdem ich hier rund 7-8 Kilo zugenommen habe =/

Jetzt zu meiner Familie:

Meine Schwester Irina geht in meine Klasse, sie ist 16 Jahre alt und natürlich nett. Bevor ich in die Familie gekommen bin, war sie 10 Tage in Deutschland, konnte mir aber leider keine Maultaschen, Brezeln und Weißwürste mitbringen :'(.  Außerdem übersetzt sie für mich des Öfteren, wenn ich nichts verstehe.

Sie lernt sehr viel fürdie Schule und macht wohl gewissenhafter ihr Hausaufgaben, als dass ich das jemals getan habe.

Mein Vater heiß Dimitri und ist 41 Jahre alt. Er arbeitet für die deutsche Firma Döhler. Er ist sehr interessiert an Deutschland und meinem Leben dort. Er hilft mir, neue Wörter zu lernen und fährt mich und Irina jeden Tag in seinem schwarzen Hummer zur Schule.

Anja heißt meine Mutter, auch sie ist 41 aber im Moment arbeitslos. Sie kümmert sich um den Haushalt und will, dass ich noch mehr esse, wobei ich ja leider schon so viel esse.

Nach 6 langen Stunden Schule fahren wir mit dem Bus zur babuschka, wo wir Mittagessen und wo Irina ihre Unmengen an Hausaufgaben macht. Da will ich mich nie mehr darüber beklagen, wenn es bei uns in Deutschland mal ein nisschen mehr Hausaufgaben gibt.

Ich übe währenddessen mein Russisch, indem mir die Oma von Irina über die besseren Zeiten in der UDSSR erzählt oder ich höre russische Lieder. Manchmal gehe ich auch spazieren, was aber eher selten der Fall ist, weil ich nie genau weiß, wann Dima uns abholt.

In den Ferien, die wie in Deutschland in der 1. Novemberwoche stattfinden, werden wir wahrscheinlich für 2 Tage nach Perm fahren. Ist ja nur ein Katzensprung! Zumindest für russische Verhältnisse.

So langsam werde ich gut im Russischen, in der Schule lerne ich meist alleine, während des Unterrichts, weil meine Freiwillige über einen Monat lang krank war. Ich lasse es dann von Mitschülern kontrollieren oder manchmal mache ich die Übungen mit meinen Eltern zusammen.

Am Anfang diesen Monats hat es zum ersten Mal angefangen zu schneien und dann nicht nur so eine dünne Schicht, sonden gleich um die 20 Zentimeter hoch. Im Winter  soll es sogar Brusthoch schneien. Da versteht man dann erst, wieso es hier keinen einzigen Smart zu sehen gibt 😉

Ich habe auch schon meiner Gastmutter beigebracht, wie man Brezeln bäckt und vielleicht werde ich am Wochenende Spätzle kochen.

Heute werde ich ein Referat über japanische Kultur halten, ich weiß auch nicht, wieso nicht über Deutschland, aber gut.

Ich durfte auch schon an anderen speziellen Tätigkeiten an der Schule teilnehmen. Die da wären Kantinendienst, „tanzen“  auf einem „Ball“ und Anderes.

Gestern wurde ich vom SWR gefragt, ob ich ein Interview im Radio halten möchte. Klar doch.

Ich hoffe, ich kann in dennächsten Tagen noch mal etwas schreiben und auch mehr Fotos machen. Zu guter Letzt, kann ich noch sagen, dass es echt extrem Spaß macht, von einer Sauna in den Schnee zu springen und dort einen Schneeengel zu machen.

Anja beim Brezelformen
Anja beim Brezelformen

 

 

Irina und ich auf dem Heimweg

 


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