Alaska day und mein Geburtstag

Dieses Wochenende war sehr besonders, weil drei wichtige Ereignisse aufeinander trafen : Alaska Day, AFS Treffen und mein Geburtstag.

Mein „Wochenende“ hat folgender Maßen angefangen. Am Donnerstag wurden die anderen AFS-Austauschschüler aus Sitka (Victor aus Paraguay, Khim aus Thailand und Anisa aus Tadschikistan) und ich von einer freiwilligen Mitarbeiterin von AFS namens Krisanne von der Schule abgeholt und wir sind gemeinsam zum Nationalpark gefahren. Dort haben wir die anderen AFS-Austauschschüler aus Juneau sowie Cordova kennengelernt (Sesar aus Island, Aze aus der Türkei und Dila aus Indonesien) und haben eine Führung von meinem Lieblingsranger Ryan bekommen und wir haben über verschiedene Kulturen gesprochen. Danach sind wir zu Krisanne’s Arbeitsplatz gefahren. Krisanne arbeitet für eine Non-Profit Organisation, welche Menschen unterstützt die im Sterben liegen und deren Angehörige. Wir haben in dem Haus Abendbrot gegessen, Informationen über unsere verschiedenen Heimatländer ausgetauscht und wir haben angefangen Karten zu basteln, welche an die Angehörigen und Kranken gesendet werden. Jeder hat um die sieben bis neun Karten fertiggestellt und es hat sich sehr gut angefühlt etwas sinnvolles zu tun. Außerdem hatten wir eine Menge Spaß und wir konnten uns kreativ ausleben. So gegen 20:30 sind wir dann alle nach Hause gegangen und ich war sehr müde, weil ich mit einer Erkältung zu kämpfen hatte.

Am Freitag war ich von der Schule freigestellt und alle Austauschschüler haben den Tag an der Mt. Edgecumbe High School (in Sitka gibt es zwei High Schools: Sitka High und Mt. Edgecumbe High) verbracht. Mt. Edgecumbe ist ein Internat und viele Schüler von ganz Alaska besuchen diese Schule, weil in kleinen Dörfern mit 150 Einwohnern die Möglichkeiten für Schüler nicht vorhanden sind. Deshalb kann sich jeder Teenager aus Alaska für Mt. Edgecumbe bewerben und wenn die Noten gut genug sind, dann können sie kostenlos das Internat besuchen. Sechs Schüler von 400 sind aus Sitka, weil die Qualität des Unterrichts etwas besser ist (Mt. Edgecumbe wird staatlich gefördert und die Lehrer müssen bestimmten Anforderungen entsprechen). Jeder von uns Austauschschülern hat einen Buddy bekommen, den wir nicht von der Seite gewichen sind. Im Matheunterricht habe ich Fragen beantwortet, die kein anderer beantworten konnte, ich habe etwas Japanisch gelernt und habe gelernt was man machen sollte wenn jemand sein Genick bricht. Die Schüler waren alle extrem nett zu mir und sehr herzlich, jeder wollte ganz viel über mich erfahren und mit mir reden. Ich habe zwei Präsentationen über Deutschland gehalten und hatte einen wundervollen Tag. Nach unserer Zeit in Mt. Edgecumbe sind wir, die Austauschschüler, zu einer Kirche in Sitka gefahren, wo wir Abendbrot gegessen haben und eine AFS-Orientation hatten. Wir haben über unsere bisherige Zeit, über Herausforderungen und Schwierigkeiten, über positive und negative Erlebnisse, über unsere Gastfamilie und Schule gesprochen. Wir haben angefangen Poster über unsere FAmilie  und unser Heimatland zu gestalten. Danach haben wir Popcorn gemacht und einen Film angeschaut. Wir sind bis Mitternacht aufgeblieben um meinen Geburtstag von der ersten Sekunde an zu feiern. Das erste was meine Freunde getan haben war „Happy Birthday“ in jeder Sprache zu singen, die sie kennen. Das hat ganzschön lange gedauert, da sie teilweise fünf verschiedene Sprachen beherschen (ich weiß, ich bin auch neidisch). Hier sind nur ein paar: spanisch, portugisisch, italienisch, isländisch, russisch, tajik, koreanisch, thai und fünf verschiedene Sprachen die in Indonesien gesprochen werden. Danach gab es Geburtstagskuchen für mich, ich habe mit einer guten Freundin telefoniert und gegen 2:00 Uhr sind wir alle zu Bett gegangen. Das war das erste Mal, dass ich in einer Kirche übernachtet habe und, dass ich meinen Geburtstag ohne Mama, Papa und meine Geschwister gefeiert habe. 

Der Samstag startete viel zu früh, um 8:00 Uhr, wir waren alle sehr müde und froh über das leckere Frühstück. Ich habe bestimmt eine halbe Stunde damit verbracht ganz viele liebe und total süße Geburtstagswünsche mit meinem iPhone zu beantworten. Nach der Stärkung haben wir weiter an unseren Postern gearbeitet und wir haben die AFS-Orientation weiter durchgezogen. Vor dem Mittagessen sind wir wandern gegangen, im strömenden Regen! Aber wahre Alaskaner stört das nicht (und ich muss anfangen mich abzuhärten). Die Luft war unglaublich frisch und es war eine absolut einzigartige Erfahrung. Wir sind zu einem Wasserfall gegangen und haben Fotos im eiskaltem Wasser geschossen, aber durch unsere coolen Gummistiefel waren wir geschützt. Als wir wieder in der Kirche waren haben wir alle heiße Schokolade getrunken um uns aufzuwärmen und dann gab es Mittagessen. Ich habe mit meine Eltern und meiner Lieblingsschwester in Deutschland geskypt und ich war super glücklich. Als nächstes haben wir unsere Poster und die Orientation beendet und jeder ist schnell nach Hause gegangen um zu duschen. Ich habe meine Mom und meinen Dad das erste Mal an meinem Geburtstag gesehen und sie haben mir eine lange Umarmung sowie Geschenke geben. Ich hatte nicht genug Zeit um die Geschenke auszupacken da ich in Eile war. Denn wir wollten alle ins „Stadtzentrum“ von Sitka gehen und etwas „shoppen“ gehen. Gegen 18:00 sind wir dann alle zu einem gemeinsamen Abendessen gegangen und viele enge Freunde sowie meine Gastfamilie war dort um meinen Geburtstag zu feiern. Es war echt lustig und jeder war so nett zu mir. Ich habe noch mehr Geschenke bekommen und Cupcakes und einen Kuchen. Nach dem Essen ging es für mich nach Hause in einem neuem Auto, welches meine Gasteltern für mich gekauft haben! Kleiner Scherz, es ist das Geburtstagsgeschenk von meiner Mom (ihr Geburtstag war vor ein paar Tagen). Meine Gasteltern haben mich gefragt, ob ich meine Geschenke öffnen möchte, aber ich war total müde und K.O., sodass ich um 22:00 Uhr zu Bett gegangen bin und bis 11:00 Uhr geschlafen habe.

Der Sonntagvormittag wurde dann mit Football verbracht, da mein Mom zur Kirche gegangen ist und ich meine Geschenke in ihrer Gegenwart auspacken wollte. Heute ist Alaska Day, der Tag an dem Alaska ein Staat der Vereinigten Staaten von Amerika wurde. Dies fand am 18.10.1867 in Sitka statt, denn Sitka war die russische Hauptstadt in Alaska und die Russen haben Alaska den Amerikaner in Sitka übergeben. Deswegen ist Dieser Tag in Sitka eine ziemlich große Sache und wird mit einer großen Parade sowie Nachstellungen der Übergabe gefeiert. Dafür sind viele US-Soldaten nach Sitka gekommen und sie haben während der Parade amerikanische Lieder gespielt. Es war die erste Parade die ich jemals gesehen habe und die Menschen in den Paradewagen haben viele Süßigkeiten ins Publikum geworfen. Ein ziemlich großes Highlight an diesem Tag ist die Rettungsübung der Küstenwache, welche ich verpasst habe, weil ich mit einem sehr nettem US-Offizier ins Gespräch gekommen bin. Das einzig unsympatische an ihm war, dass er das falsche Footballteam unterstützt. Danach bin ich mit meinen Freunden ins Seniorenheim gegangen, wo musikalische Veranstaltungen stattgefunden haben (und es gab kostenlose Kekse). Am späten Nachmittag bin ich dann nach Hause gegangen und habe angefangen meine Hausaufgaben zu machen. Mein Dad hat nach meinen Wünschen sein super leckeres Chilli gemacht und wir haben meinen zweiten Geburtstagskuchen gegessen, welcher absolut unglaublich war. Mein Dad hat ihn für mich aus meinen zwei Lieblingssachen gemacht: aus Himbeeren und Schockolade. Danach habe ich endlich meine Geschenke ausgepackt. Darauf habe ich schon die ganze Zeit gewartet, da ich ein Packet von meinen Eltern vor einer Woche bekommen habe und es bis heute nicht geöffnet habe. Von meinen Gasteltern und meiner Gastschwester habe ich einen Sitka High Pullover, eine sehr schöne Bluse, einen Heilbuttring (fast jedes Mädchen in Alaska hat einen) und eine total weiche Kuscheldecke bekommen. Von meinen Freunden gab es selbst gehäckelte Mützen, Karten, selbstgemalte Bilder und ein Buch über Sitka. Die Geschenke von meiner Familie in Deutschland sind eine Kette (über die ich mich unglaublich gefreut habe), viel Süßes und Räucherkerzen. Alle Geschenke sind richtig toll und ich bin absolut glücklich über so einen einzigartigen sowie anderen Geburtstag. 

Ich weiß, dass ich schon ganzschön viel geschrieben habe, aber es war viel los in den letzten Tagen. Dennoch möchte ich noch kurz erzählen was an den anderen Tagen in der Schule los war. Am Dienstag hatten wir die ganze Turnhalle voll mit Collegevertretern aus allen Teilen der USA und die Schüler hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen und mehr über die Collegemöglichkeiten zu erfahren. Ich hatte immer vier Fragen and die Person, die das College vertritt: 1. Wie geht’s? 2. Wo ist das Collge? 3. Wie viel kostet es? 4. Bietet ihr Stipendien an? Die Preise für die Colleges sind unvorstellbar. Das College von Seattle hatte mir sehr gut gefallen und als die nette Frau mir gesagt hat, dass es 48,000 $ pro Jahr kostet, da sind mir fast die Augen ausgefallen. Alle Amerikanischen Schüler waren sehr neidisch, als ich ihnen erzählt habe, dass Universitäten in Deutschland kostenlos sind, denn nicht jeder Amerikaner kann es sich leisten das College zu besuchen. Es war für mich sehr ungewohnt diese hohen Summen zu hören und ich schätze die deutschen Möglichkeiten nun mehr. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt 17 Jahre alt bin und langsam über meine Zukunft nachdenken muss. Aber bevor alles ernst wird werde ich dieses fantastische und einzigartige Jahr genießen.IMG_0490Attachment 2(1)


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