Ankunft und erste Eindrücke

Hallo alle zusammen,
Das hier ist mein erster Blog-Eintrag aus Panama.
Ich habe schon ganz schön viel erlebt.

Am 04.09. ging es endlich los. Meine Familie hat mich nach Frankfurt zum Flughafen gebracht, von wo aus ich dann nach langer Verabschiedung mit dem Flieger nach Miami, in den USA geflogen bin. Dort wurde alles Gepäck extremst durchgecheckt. Es wurden die Abdrücke aller Finger und der Handflächen gescannt und sogar die Augen. Total abgefahren. In Miami mussten wir dann 3 Stunden warten, bis wir in unseren Anschlussflug nach Panama City stiegen. Ich saß neben einer sehr netten Frau, die sowohl englisch als auch spanisch perfekt sprechen konnte. Das war echt Wahnsinn! Mein erster Eindruck von Panama, als ich gegen elf Uhr abends aus dem Flugzeug stieg war: HITZE !!! Bestimmt 30 Grad, und das nachts. Zusammen mit den anderen Austauschschülern bin ich dann zu einem Haus von AFS (meine Organisation) in Panama City gefahren, um dort zu übernachten. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus durch die Stadt, um die Einreiseformalitäten zu erledigen.
Hier habe ich Busfahren mal ganz anders erlebt.

Sitzplätze sind sowieso nie frei, da der Bus immer überfüllt ist, also steht man. Der Busfahrer beschleunigt dann in Rekordzeit und rast mit 80 durch die Stadt. In die nächste Haltestelle fährt er dann mit voller Geschwindigkeit rein und macht eine Vollbremsung, dass es einen fast hin haut. Sollte ihm irgendetwas nicht passen, fängt er wie wild an zu hupen, und die ganze Straße hupt mit. Wenn in Deutschland jemand hupt, denkt man gleich: „Boah, ganz ruhig, ja ?“, aber hier hupt wirklich jeder. Außerdem fahren die Busse immer bei geöffneter Türe los, bis sie irgendeiner zuzieht, weil die Elektronik kaputt ist. Und aussteigen sollte man schnell, weil der Busfahrer einfach weiterfährt, egal ob man draußen ist, oder nicht. Naja, wenigstens gibt’s in Panama City noch Bushaltestellen. Das gibt es hier, wo ich jetzt wohne nicht. Aber dazu später. Jedenfalls hat es dann irgendwann angefangen zu regnen. Das geschieht in einer Sekunde auf die nächste. Grade war es noch sonnig, und auf einmal schüttet es aus vollen Kübeln. Genauso schnell hört es aber auch wieder auf.

Den Rest des Tages haben wir im Haus von AFS verbracht und uns wurde gezeigt, wie man sich in der neuen Kultur zurechtfindet und zu verhalten hat. Seine Türe zu zu machen ist hier zum Beispiel ein no go. Am nächsten Tag sollte es dann in die Gastfamilien gehen, aber am selben Abend kam noch eine AFS Betreuerin zu mir und fragte, ob mir bekannt sei, dass ich morgen in eine andere Familie als geplant kommen würde. Natürlich wusste ich das nicht und war zuerst ziemlich geschockt. Aber die Betreuerin erzählte ein bisschen über die neue Familie und dass ich einen Bruder in meinem Alter habe, und dann war ich beruhigt. Am nächsten Tag teilten wir uns dann alle. Manche blieben in Panama City, andere hatten eine 9-stündige Fahrt vor sich. Ich musste 4 Stunden fahren, bis ich in Pesé, meinem Ort an,kam. In Pesé wohnen noch ein anderer Deutscher, ein Norweger und eine Italienerin. Ich komme sehr gut mit meiner Familie aus und versuche viel Spanisch zu sprechen. Die Busse hier auf dem Land sind nochmal krasser als die in der Stadt. Sie sind ungefähr so groß, wie ein Mercedes- oder VW-Bussle in Deutschland, wo normal so 6,7 Personen reinpassen. Hier in Panama „passen“ aber 21 Personen rein. Wer raus will, schreit aufgrund nichtvorhandener Bushaltestellen einfach laut „parada“ (Haltestelle) und drückt dem Fahrer einen Dollar in die Hand. Generell fährt jeder auf dem Mittelstreifen. (warum rechts fahren… Haha) angeschnallt wird sich nicht, ist meistens auch nicht möglich. Wenn man in eine Stadt fährt, klemmt man sich den Gurt unters Bein, dass man nicht von den Cops angehalten wird.

Mein Dorf liegt mehr oder weniger mitten im Urwald. Hier wachsen Kokospalmen, Bananenstauden, Mangobäume und Papayas. Im Sommer gibt es so viele Mangos, wie bei uns Kirschen, Äpfel und Zwetschgen.

Das ist noch Panama City:

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Hier die Natur, direkt vor meiner Tür…

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Das ist mein Haus:

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Im Moment habe ich noch 2 Wochen Ferien und genieße es.
Hier muss man 2 mal am Tag duschen,weil es einfach so waaaahnsinnig heiß ist, und die Luftfeuchtigkeit jeden Tag bei mindestens 95% liegt. Morgens esse ich komisches Weißbrot, das gar nicht mal so schlecht schmeckt, (natürlich nicht so gut wie ein ordentliches Schwarzwälder Vollkornbrot) und gebratenen jamón (Schinken). Mittags gibt es Reis mit Huhn und abends gibt es Reis mit Huhn. Eigentlich gibt es immer Reis mit Huhn. Aber das schmeckt gut. Nachts gegen 8 oder 9 läuft immer jemand durch die Straßen, der Empanadas verkauft. Er ruft dann laut. Wer Empanadas möchte, schreit zurück und kommt auf die Straße. Die Häuser sind hier immer zwischen Dach und Mauer 10cm offen, weshalb man alles gut hört.

Empanada (Teigtasche, gefüllt mit irgendwas)IMG-20150910-WA0001

Ich glaube, mehr habe ich grade nicht zu erzählen. Mir gefällt es hier wahnsinnig gut. Wenn noch jemand gerne was wissen möchte oder einen Gruß hinterlassen will, kann er ein Kommentar schreiben. (unten)

Liebe Grüße an alle,
Konstantin


12 Gedanken zu Ankunft und erste Eindrücke

  • Hi kös,
    Nikla hat uns Deinen Blog geschickt… Voll super. Hört sich gut an. Bin gespannt was du über die Schule erzählst… Ob sie genauso funktioniert wie busfahren?
    Wir waren mal in Mexiko und Guatemala und auch in Nepal wird so Auto gefahren… Inn der Mongolei haben wir es jetzt auch so erlebt. Voll Stoff und dann Vollbremsung…sei gesegnet… Wir sind gespannt, was du noch so alles erlebst. Gruß nane

  • Hi Nane, cool, dass du ein Kommentar dagelassen hast. Bin auch schon gespannt auf die schule.
    Viele Grüße Kös

  • Liėber Kös, das ist toll, daß Du uns so ausfuhrlich an Deinen Erlebnissen teilhaben läßt. Das klingt alles sehr spannend u. man freut sich schon auf die Fortsetzung. Toll, was Du erlebst – alles Gute u. herzliche Grüße
    Barbara

  • Hallo Barbara, schön, dass du ein Kommentar geschrieben hast. Ich erlebe wirklich viel. Nächste Woche fängt die schule an
    LG Kös

  • Hi Kös,
    krass was du so alles erlebst.
    Ich finde es toll, dass es dir dort so gut gefällt. Viel Spaß noch beim Basketballspielen:-)
    Alles Gute
    Lise

  • Lieber Kös, ich sitze auf dem Sachsenberg und finde Deinen ersten bloc voll super und spannend Ich berichte dann alles Oma, di ja im Eulennest keinen Anschluß hat.Ich weiß nicht, ob uns die Hitze und die Hektik der Busfahrer und das Gebrülle so gefallen würde, das wirst Du uns vezeihen. Aber es ist wahnsinnig spanned, was Du so berichtest. Bleib gesund uns auf dem Kein! Herzlichst Opa Jürgen

  • Hallo Opa,
    Ja ich erlebe wirklich viel. Manches ist sehr ungewohnt, fasziniert aber dennoch.
    LG Kös

  • Danke für Deinen spannenden Bericht von der Ankunft in Panama. Wir staunen, wie selbstverständlich und sicher Du Dich schon in der „Neuen Welt“ bewegst und wie gut Du offenbar bereits mit dem Spanischen zurechtkommst. Sind gespannt auf Deine nächsten Abenteuer. Funktioniert das Handy oder musst Du ein anderes Gerät besorgen? Beste Grüße von Silke und Arne aus Neustadt-Glewe in McPomm.

  • Hi silke und arne 🙂
    Ja es ist alles bestens hier bisher.
    Das Handy funktioniert, und die Steckdosen sind so, wie ihr gesagt habt. Danke.
    LG Kös

  • Hi Kons!Dein Bericht ist super lebendig, du beschreibst toll, was du siehst und erlebst!
    Zwei Fragen habe ich: Wie heißt dein „Bruder“ dort – und versteht ihr euch?
    Und – wie sind die Klo´s dort? Anders als bei uns? Ist das Wasser eher knapp?
    Und eine dritte Frage: Gibt es auch Haustiere… Papageien oder so?
    Wir sind gespannt, was du schreibst. Herzliche Grüße von Arne und Silke

  • Hi Silke und Arne,
    Mein „Bruder“ hier heißt Gregorio, kurz Greg und wir verstehen uns sehr gut.Die klos sind unhygienischer als bei uns, aber man gewöhnt sich dran. Wassermangel herrscht glücklicherweise nicht. Viele Leute haben Papageien oder Hühner als Haustiere, auch Pferde. Wir haben nur einen Hund, der ziemlich nervt 😉
    LG Kös

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