Schulalltag

Привет,
mittlerweile bin ich einigermaßen  in Russland angekommen, nicht nur physisch, sondern aus mental.

Am 1. September war der erste Schultag in Russland an der Puschkin-Schule (er lebte lange Zeit in Ischewsk) und zugleich auch der Tag des Wissens, an welchem die Schüler den Lehrern Blumen und Schokolade mitbringen, wenn sie möchten (aber auf keinen Fall eine gerade Anzahl an Blumen, das würde Unglück für den Beschenkten bringen). Ich wurde der 10. Klasse zugeteilt und zu meinem Erstaunen sprechen die meisten Schüler Deutsch. Ich wurde sofort aufgenommen und die Jungen und Mädchen waren sehr nett. Allerdings bin ich nicht immer mit der zehnten Klasse unterwegs, sondern auch manchmal mit den Kleineren. Dort verstehe ich sogar meistens das Russisch, das die Lehrer sprechen. Ansonsten lasse ich es, wenn möglich übersetzen von meinen Mitschülern oder von Salome, einer Schweizerin, die vom Februar bis November diesen Jahres da ist. Sie und Catalina, aus Costa Rica haben mir und Haruna aus Japan gezeigt, was es alles in der Schule gibt. Mit ihnen waren wir am vergangenen Samstag auch schon Essen und im Kino. Ich kann das russische Popcorn nur emfehlen. Vor allem mit Karamel, wobei nicht nur Einzelne damit überzogen sind, sondern alle.
Normalerweise hätten wir diesen und letzten Samstag ja Schule gehabt, aber aus irgendeinem Grund haben wir das nicht, worüber ich extrem froh bin. Nach der Schule wundert es mich, dass ich während der Busfahrt nach Hause nicht einschlafe und meine Haltestelle verpasse, so ermüdend ist es, den größten Teil des Schultages nur Russisch zu hören.

In der Schule lerne ich auch noch mit einem Russischbuch zum Beispiel Verbkonjugationen oder am Anfang die verwirrende, kyrillische Schreibschrift. Jetzt vermische ich die lateinischen Buchstaben mit diesen zwar immer noch häufig, aber ich muss fast nicht mehr nachschauen, wie man welchen Laut schreibt. Dadurch konnte ich auch meine Grammatik ein Wenig verbessern.

Ich finde trotzdessen Gefühle brauchen keine Grammatik!

Ich habe keinen festen Stundenplan und was mich auch ziemlich wundert, ist, dass ich leider noch nie Mathe hattte, abgesehen von der Stunde heute, in der ich eigentlich Literatur haben sollte, aber stattdessen in diesem Raum mit Zweitklässlern das kleine 1×1 gelernt habe.

Was ich zum Abschluss noch erwähnen wollte war, dass ich die russischen Süßigkeiten liebe. Nicht nur Konfekt, sondern einfach alles und noch mehr, was die Schublade in unserer Küche zu bieten hat. Wie durch ein Wunder schmecken die Süßigkeiten hier zwar sehr süß, aber nicht so sehr nach Zucker, wie in Deutschland. Zum Beispiel gibt es hier häufig Kuchen mit einem Topping aus einer extrem dickflüssigen und außerordentlich süßen Kondensmilch

 

Пака!


3 Gedanken zu Schulalltag

  • Hallo Julian,
    habe mal gegoogelt, wo du gelandet bist. Ischewsk ?
    Nie gehört. Man kennt vielleicht noch Nowgorod, Kazan (vom Fußball her), aber I. ??? Nun Hauptsache, es gefällt dir. Wie ist deine Gastfamilie? Erstaunt hat mich auch die rel große Zahl von ausländischen Gastschülern.
    Auch bei uns hat heute der Unterricht wieder begonnen.. 🙁 Wat mutt, det mutt.
    Dir alles Gute ! Gruß H. Schmidt

  • Ja, Herr Schmidt, Ischewsk ist nicht so groß, aber für mich Dorfkind ist es eine große Umstellung von rund 3000 Einwohnern zu 600.000
    Es heißt auch, das 400km entfernte Kazan ist die nächst größere Stadt..
    Ich glaube Ischewsk ist für Deutsche so wie Ulm für Russen…

  • Hey Julia,
    halts durch ich beneide sich schön das dir die russische Kultur gefaellt!:)
    Charoschich dnej tjeba schelaju

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