Meine erste „Reunión“, mein erster Besuch in San José und mein Projekt

Buenas noches meine Lieben!

Da bin ich endlich einmal wieder! Ich wollte euch eigentlich schon viel früher von meinen Erlebnissen und Erfahrungen berichten, doch ich bin einfach nicht vorher dazu gekommen, da ich hier im Moment immer ziemlich viel um die Ohren habe.

Doch jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, euch mal wieder zu schreiben. Ich habe euch nämlich noch sehr sehr viel zu berichten!

Meine erste Renunión des Komitees von Curridabat

Am Dienstag, den 18.08.15, ereignete sich meine erste „Reunión“ des Komitees von Curridabat. Das ist eine Versammlung aller Schüler und Freiwilligen, die im Moment mit der Organisation „AFS – Interkulturelle Begegnungen e.V.“ in Curridabat in Costa Rica sind. Ich wohne hier zwar nicht direkt in Curridabat, sondern in San Juan de Tres Ríos, doch dies grenzt direkt an das Kanton Curridabat. Die Aufteilung des Landes Costa Rica ist hier meiner Meinung nach etwas kompliziert und ich brauche sicherlich noch einige Zeit, um sie zu lernen. Das Land ist zuallererst in sieben „Provincias“ (Provinzen) eingeteilt. Diese spalten sich dann wiederum in „Cantónes“ (Kantones) und diese letzten Endes in „Barrios“ (Viertel) auf. Ich habe also wirklich sehr sehr viel Namen zu lernen. Den Namen meines Kantones (Tres Ríos) und meines Viertels (San Juan) kenne ich zum Glück schonmal.

Auf der Reunión waren wir letzten Endes nur vier Schüler/Freiwillige: ein Schüler aus Italien, eine Schülerin aus Deutschland und zwei Freiwillige (unter anderem ich) aus Deutschland. Außerdem waren unsere Kontaktpersonen anwesend. Jeder Freiwiliige/Schüler der Organisation AFS hat hier nämlich einen Ansprechpartner, der nur für sie/ihn zuständig ist. Ich finde das super und fühle mich dadurch wirklich super aufgehoben und sicher!

Während der Versammlung haben wir uns alle mithilfe von kleinen lustigen Spielchen besser kennenlernt. Das hat wirklich Spaß gemacht!

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Das „Ninja-Spiel“
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Das Komitee von Curridabat

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Mein erster Besuch in San José

Am Mittwoch, den 19.08.15, war es dann endlich soweit und ich habe, gemeinsam mit meiner Gastmama und einer anderen deutschen Austauschschülerin, das erste Mal die Hauptstadt des Landes besucht: San José!

Ich muss zugeben: Die Straßen sind dort wirklich proppenvoll und eine Geräuschkulisse der Lautstärke 100 ist kontinuierlich vorhanden. Lange hält man es dort nicht aus. Entspannungspausen sind auf jeden Fall notwendig.

Im Grunde genommen unterscheidet sich die Hauptstadt nicht großartig von anderen Städten und sie ist wirklich nicht vergleichbar mit anderen Haupt-Megastädten wie Berlin oder London.

Um euch einen kleinen Einblick zu ermöglichen, zeige ich euch am besten einfach ein paar Bilder:

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Carolin und ich im „Gran Hotel de Costa Rica“.
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Wir trinken einen frisch gepressten Saft aus den verschiedensten Früchten (Papaya, Wassermelone, Organe, Mango, und noch ein paar andere). Soo lecker!
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El „Teatro Nacional“

 

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Dies ist der „Mercado“ (Markt). Dort kann man eigentlich alles finden, und zwar viel günstiger als in gewöhnlichen Supermärkten.
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Die typisch costericanischen Kleider!
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Ein Paradies aus Früchten und Gemüse!
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Die sogenannten Chiasamen (die ich so liebe) kann man hier an jeder Ecke finden. Die Chia-Pflanze stammt nämlich aus Mittelamerika.
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Die traditionellen Schuhe.
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Eine Straße ist voller als die andere!
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Carolin und ich vor dem „Parque Central“ (wenn ich mich richtig erinnere).
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Unser Besuch des „Mercados“.

Mein zweiter Besuch in San José

Außerdem habe ich mich am Samstag, den 22.08.15, das erste Mal seit unserer Zeit auf der Finca, mit fünf anderen deutschen Freiwilligen in San José getroffen. Wir haben uns über unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht und einen sehr schönen Tag verbracht. Es hat wirklich gutgetan, mit Freunden zu sprechen, die in der selben Situation sind.

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Mein Projekt

WIe die meisten von euch wissen, bin ich hier, weil ich einen Freiwilligendienst mache. Dies bedeutet, dass ich mich ehrenamtlich in einem Projekt engagiere. Meine Freiwilligenarbeit realisiere ich in einer Einrichtung für bedürftige Kinder zwischen 2 und 6 Jahren. Die Einrichtung heißt „Cen Cinai“ und befindet sich in Curridabat. (für weitere Infos könnt ihr gerne die folgende Website besuchen: http://www.cencinai.org/). Mit „bedürftig“ meine ich Kinder, die aus sozial und finanziell schwachen Verhältnissen stammen..

Was mache ich dort?

Bis jetzt besteht meine Arbeit zum größten Teil aus der Unterstützung der beiden Lehrer/Gruppenleiter (oder wie sie hier genannt werden: „Maestras“). Ich helfe beim gesamten Ablauf des Tages mit, bei der Betreuung der Kinder, bei der Essensausgabe und beim Essen, beim Zähneputzen und ich spiele mit den Kindern. Ansonsten helfe ich des Weiteren bei anderen anfallenden Aufgaben der Einrichtung mit. Ob ich mit meinen derzeitigen Aufgaben im Cen Cinai zufrieden bin, dass ist allerdings eine andere Frage. Die Kinder sind zwar alle supersüß und begrüßen mich jeden Tag mit offenen Armen und einem strahlenden Lächeln, doch ich denke nicht, dass mich diese Arbeit für 11 Monate erfüllen wird und mich genug fordert. Sie fordert größtenfalls meine Nerven und bringt sie völlig um den Verstand. Doch ich meine nicht diese Art von Herausforderung. Ich habe mir mein Projekt tatsächlich anders vorgestellt. Ich habe erwartet, dass ich Englischunterricht geben kann, für Kinder, die schon etwas älter sind. Das würde mir denke ich sehr gut liegen, da ich begeistert bin von der englischen Sprache und ich es liebe, Englisch zu sprechen.

Aufgrund der Tatsache, dass ich nicht besonders zufrieden bin mit meinen Aufgaben in meinem Projekt, bin ich schon dabei, eigene Ideen für eigene Projekte im Cen Cinai zu entwickeln, um einen bleibenden Beitrag beizusteuern (im Bereich Bildung), etwas zu verändern, mich nützlich zu machen und um mich selbst etwas mehr herauszufordern. Ich denke beispielsweise daran, einen Englischkurs für die etwas älteren Kinder (5 und 6 Jahre) und auch einen für die Mütter zu starten. Auch eine Art Förderunterricht für die Kinder mit Schwierigkeiten bei der Sprache oder den Zahlen ziehe ich in Betracht. Noch ist alles nur als Idee vorhanden. Doch ich berichte euch demnächst mehr dazu!

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Das ist die Einrichtung „Cen Cinai“ von außen. Hier arbeite ich.
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Ein Ausflug mit den Kindern auf einen Spielplatz! Das „Anschwunggeben“ beim Schaukeln kann bei so vielen Kindern echt anstrengend sein.
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„El comedor“ (der Essenssaal)
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Eines Tages in der Mittagspause haben meine Kolleginnen und ich entdeckt, dass diese „Tortillas Tostados“ (typisch costericanisch) den Namen „Gina“ tragen. Das erste Produkt wurde also bereits nach mir benannt. Ich hinterlasse schon jetzt Spuren 🙂
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Die tägliche Routine: Es wird eine Art „Kreis“ gebildet und wir singen, lernen oder spielen gemeinsam.
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Das Fest anlässlich des Muttertags hat auch im Cen Cinai stattgefunden. Allerdings sechs Tage später. 🙂
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Es wurde gesungen, gespielt, gelacht, gegessen und natürlich getanzt!
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Ich habe mit einem leckeren selbstgebackenen Apfelkuchen auch etwas beigetragen! Alle waren besgeistert und haben sich tausendmal bedankt und meinen Kuchen gelobt. Es ist echt unglaublich, was für eine Freude man den „Ticos“ mit solch‘ einer Kleinigkeit machen kann.
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An der Tischdekoration haben wir die ganze Woche lang gearbeitet. Alles natürlich selbstgebastelt!

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„Ticos/Ticas“

Eine Sache solltet ihr auf jeden Fall wissen:

Die Einwohner Coster Ricas werden hier „Ticos“ bzw. „Ticas“ genannt. Wenn ihr diese Wörter also ab und zu einmal in meinen Texten lest und nicht wisst, was es bedeutet: Jetzt könnt ihr problemlos weiterlesen! Lasst euch nicht irritieren!

Mein Fortbewegungsmittel und ich

Ich habt euch bestimmt schon gefragt, welche Transportmittel hier in Costa Rica am häufigsten verwendet werden. Darauf kann ich euch sofort eine klare Antwort geben: Auto und Bus.

Es ist kaum zu glauben, aber hier in Costa Rica fährt so gut wie kein Mensch mit dem Fahrrad. Für mich als Fahrradfahrerin, die in Bremen wirklich jede Strecke mit dem Fahrrad zurücklegt und an nichts anderes gewöhnt ist, war dies also erst einmal ein großer „Schock“ und sehr gewöhnungsbedürftig. Ich kann zwar anpassungsfähig und flexibel sein, doch trotzdem habe ich nachgefragt, ob jemand aus meiner Gastfamilie ein Fahrrad besitzt und ob ich es mir leihen könnte. Und tatsächlich: Der einzige der eins hat, ist der Mann meiner Gastschwester. Es ist ein Mountainbike (also nicht unbedingt mein Lieblingsfahrad), doch ich war froh, überhaupt eins gefunden zu haben. Meinen täglichen Weg ins Cen Cinai von circa 35-40 Minuten lege ich nun also mit dem Fahhrad zurück. Es ist übrigens sehr wichtig, einen Helm und ein „Reflectivo“ (Leuchtband; mir fällt gerade kein besseres deutsches Wort ein) zu tragen, da hier sehr viel Verkehr herrscht und es keine Fahrradwege gibt. Auch das Netz der Fußwege lässt zu wünschen übrig. Ich kann von Glück sprechen, dass auf meinem Weg zur Arbeit überwiegend Fußgängerwege vorhanden sind.

Die Straßen sind hier zu den Hauptzeiten immer so voll, dass man ungefähr das doppelte der Zeit benötigt, um von A nach B zu kommen, als wenn die Straßen leer wären. Es ist unglaublich und nicht mit Deutschland zu vergleichen! Zwischen dem gesamten Verkehrsnetz Costa Ricas und Deutschlands liegen wirklich Welten! Stück für Stück werde ich auf die Unterschiede zwischen Industriestaat und Entwicklungsland aufmerksam gemacht.

Auch das Ampelsystem ist hier noch lange nicht so gut ausgebaut wie in Deutschland. Ampeln sind hier tatsächlich viel seltener vorhanden und wenn es sie gibt, dann baumeln sie lose an Stromkabeln. Ich muss sagen, ich war anfangs schon ziemlich schockiert.

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Mein Fahrrad und ich! Helm und „Reflectivo“ dürfen natürlich nicht fehlen!
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Die typischen Ampeln in Costa Rica. Sie hängen lose an einem Kabel (oder was auch immer das ist). Ich finde, dieses Bild zeigt auch ziemlich gut den Einfluss der USA in Costa Rica. Fast Food – Ketten wie McDonalds, Burger King, Pizza Hut, Taco Bell, etc. kann man hier wirklich an jeder Ecke und in einem extremen Überfluss finden (Es ist viel extremer als in Deutschland).
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Wenn man einen solch‘ schönen Bürgersteig vorfindet, kann man von Glück sprechen.

Meine Familie und meine Freunde sind immer bei mir

Um meine Familie und meine Freunde im Herzen immer bei mir zu haben, kuschele ich abends immer mit meinen drei Lieblingskuscheltieren. Ich habe sie als Abschiedsgeschenk am Bahnhof bekommen. Danke nochmal dafür! Ich habe sie so sehr in mein Herz geschlossen. Und auch die Fahne, mit den Unterschriften und Grüßen/Wünschen vieler meiner Familienmitglieder und Freunde habe ich bereits in meinem Zimmer aufgehangen. Es tut so gut, euch immer bei mir zu haben. DANKE!

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Soo, und hier einmal wieder eine Köstlichkeit:

Frischgepresster Saft der Wassermelone („Sandía“), verfeinert mit etwas Ingwer und Zitrone. Unglaublich köstlich!

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Ich melde mich bald wieder bei euch, denn schon jetzt habe ich noch ganz viel, über das ich berichten möchte! Wie war mein erster Ausflug an den Strand und was mache ich sonst so an den Wochenenden? Hat sich außerdem vielleicht schon etwas in meinem Projekt getan? Auf Berichte über diese Themen könnt ihr euch schon jetzt freuen!

PURA VIDA,

Eure Gina 🙂

 


Ein Gedanke zu Meine erste "Reunión", mein erster Besuch in San José und mein Projekt

  • Liebe Gina,
    ich bin überglücklich, dass du trotz nervenaufreibender Strapazen Spaß hast! Auch die Tatsache, dich in Sicherheit zu wissen freut mich besonders. Ich finde es echt toll, dass du schon eine Menge mit deinen Taten erreichen konntest! Das es auch noch von allen gewürdigt wird, stimmt mich ebenso froh. Gib nicht auf und lass dich nicht entmutigen. Ich weiß wie schwer solche Aufgaben sein können. Im vergangenen Schuljahr kam während meines Praktikums eine Menge vor, ähnlich wie das was du beschrieben hast. Wenn du Fragen hast, dann frag mich egal was es ist. Ich hoffe ich kann dir dadurch helfen. Ich möchte dir gerne sagen, ungeachtet dessen, dass ich tatsächlich verkehrt herum auf der Flagge unterschrieben habe, an dich wird jeden Tag gedacht. Und deine Präsenz wird mit jedem dieser Gedanken stärker.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Blogeintrag!

    Mit lieben Grüßen von Alex

    PS Ich mache mir gleich Morgen mal diesen Melonensaft. Ich danke dir!

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