Calpulli, mein Projekt!

Seit dem 17. August arbeite ich jetzt in meinem Projekt einer Vorschule namens Calpulli. In dieser Schule gibt es zwei Klassen; eine mit den „neuen“ Schuler/innen im Alter von 3-4 Jahren und eine mit denen aus dem vorangegangenen Jahr, die 4-5 Jahre alt sind. Am späteren Nachmittag kommen außerdem ein paar ältere Kinder zur Hausaufgabenhilfe. Beide Klassen haben einen eigenen Klassenraum, eine Lehrerin und eine Freiwillige, die im Unterricht mithilft (Die andere Freiwillige ist zwar von einer anderen Organisaton, aber auch aus Deutschland und super nett! Und meine restlichen Kollegen sind auch alle sehr sympathisch und geduldig und hilfsbereit :)).

Ich helfe in der Klasse der neuen Schüler/innen mit. Aber weil während meiner ersten Woche im Projekt noch Ferien waren, waren natürlich auch noch keine Kinder in der Schule. Das hieß für mich in der ersten Woche: Ein sehr langes Meeting mit viel Gerede auf Spanisch (was in Mexiko natürlich normal ist, aber für mich sehr anstrengend über mehrere Stunden zu versuchen zu verstehen worum es ungefähr geht…:))! Außerdem war das Einschreiben der Schüler/innen. Ich habe also hauptsächlich Namenslisten geschrieben, was aber im nachhinein beim Namenlernen hilft! Abgesehen von den zwei Klassenräumen hat die Schule noch einen Essenssaal, eine Küche, eine Bibliothek (mit Kinderbüchern), einen Spielplatz mit Rutsche und Schaukel und einen Computerraum. In der ersten Woche habe ich auch viel Zeit im Computerraum verbracht, die Bildschirme, Computer, Kabel, Mäuse, Tastaturen, etc. ausprobiert und aufgeschrieben wie viele noch funtionieren, damit die Schule die kaputten Geräte aussortieren oder reparieren kann und gegebenenfalls neue kaufen kann, damit die Kinder lernen mit einem Computer, Excel, Word, etc. umzugehen.

In der zweiten Woche fing dann endlich die Schule an. Mein Tagesablauf ist seit dem ungefähr so:
Weil ich um halb 9 in Calpulli sein muss, stehe ich zwei Stunden früher auf, damit ich mich in aller Ruhe fertig machen kann und dann zur Bushaltestelle laufen kann um mit zwei verschiedenen Bussen ca. eine Stunden bis nach Calpulli hochfahren kann.
Die Busse und Bushaltestellen sind hier auch etwas echt Tolles, weil die Haltestellen eigentlich kaum benutzt werden. Man kann (soweit ich das beurteilen kann) überall vom Sraßenrand aus, den Arm ausstrecken, damit der Bus anhält um einen einsteigen zu lassen und wenn man auszsteigen will muss man einfach nur an der Stelle, wo man aussteigen will, den Halteknopf drücken, oder dem Fahrer Bescheid geben und schon drückt dieser auf die Bremse und öffnet die Türen.
Nach meiner zweiten Haltestelle morgens muss ich dann noch ein paar Meter einen Berg hochlaufen (der wirklich sehr steil und anstrengend ist) und schon bin ich in Calpulli.
Oben angekommen haben wir eine halbe Stunde Zeit, bis die Kinder kommen. In dieser Zeit stellen wir die Stühle und/oder Tische auf und trinken noch eine Tasse Tee oder Kaffee. Um 9 Uhr wird dann das Tor aufgemacht und jedes Kind bekommt Desinfektionsmittel für seine Hände. Dann geht es nach unten in den Klassenraum und wir starten den Unterricht mit singen und malen, lernen, spielen und noch mehr singen.
Dienstags kommt außerdem der Tanzlehrer und Freitags ist der Sportunterricht an der Reihe.

Jeden Tag um 11 Uhr gibt es dann schließlich „Frühstück“ für alle (Wobei das Frühstück bei uns eher Mittag wäre, da das Essen nämlich immer warm ist). Und sehr lecker :).
Vor dem Essen müssen sich alle Kinder die Hände waschen und sie noch einmal desinfizieren. Es werden nochmal ein paar Lieder gesungen und schließlich verteilen wir das Essen.
Nach dem Essen putzen sich alle Kinder die Zähne und es wird anschließend wieder gemalt, gespielt, und/oder gelernt. Um 12.30 Uhr werden dann endlich alle Kinder wieder von ihren Eltern abgeholt :). Sobald alle weg sind räumen wir den Klassenraum auf und bereiten den Unterricht für den nächsten Tag vor.
Die Arbeit mit den Kndern macht mir wirklich viel Spaß, auch wenn sie gleichzeitig sehr anstrengend ist. Vor allem, wenn die Kinder mal wieder nicht das machen wollen, was sie sollen…

Übrigens: Meine Gastfamilie hat Zuwachs bekommen: Luna hat 7 Babys bekommen (Luna ist ein Hund) und die Welpen sind mega süß <3
Außerdem waren meine Gastschwester und ich im Migrationsamt und haben unglaulich viele Dokumente und Kopien abgegeben und mein Visum beantragt.
Mein Gesangskurs im „Casa de la Cultura“(Haus der Kultur) hat endlich angefangen. Und obwohl bis jetzt hauptsächlich viel geredet wurde (über das Zwerchfell, Gesangstechniken, die richtige Atemtechnik und Stimmbänder), macht es mir sehr viel Spaß!
Im Spanischunterricht lerne ich sehr viiiieeeel Grammatik, die ich theoretisch gesehen irgendwann mal in der Schule gelernt haben sollte… 🙂
Und heute versuche ich mal einen Kuchen zu backen. Ich hoffe ja, dass der was wird und allen schmeckt… 😀


4 Gedanken zu Calpulli, mein Projekt!

  • Hallo liebe Jule, das klingt ja sehr spannend, was du so erlebst, und du scheinst dich wirklich wohl zu fühlen. Ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit mit ganz vielen tollen Erlebnissen und bin gespannt, was du noch weiter berichten wirst.
    Sei ganz lieb gedrückt 🙂

  • Hallo,liebste Julia,was Du von Deiner Arbeit,Sprach-und Gesangskurs schreibst,finde ich interessant und bedeutsam. Du bist sehr engagiert,das ist toll. Bleib gesund und gewinne Freunde in Deiner jetzigen Heimat.Ich grüße Dich aus Weimar,Deine Oma Elke

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