Abflug und mein erster Tag in Neuquen

Donnerstag 17:00. Die Taschen sind alle gepackt und im Auto und ich lege meinen Haustürschlüssel zu den anderen Schlüsseln. Erst da begriff ich die Endgültigkeit dieser Fahrt zum Flughafen. Normalerweise liegt mein Schlüssel bereit auf dem Schreibtisch, aber jetzt brauche ich ihn ja nicht mehr. Die Autofahrt verlief schweigend, bis wir beim Flughafen auf die anderen Familen trafen. Da wir noch Zeit hatten, gingen meine Mutter, mein Freund und ich noch ein Buch kaufen. Danach hiess es warten, bis wir dann alle unsere Tickets bekamen. Vorm Check-In mussten wir uns verabschieden. Einige Tränen sind geflossen, aber die Vorfreude hat gesiegt. Gegen 22:10 ist das Flugzeug dann nach Buenos Aires gestartet.

Gestern spät abends war es dann soweit: nach einer sehr langen Anreise kamen wir durch die Gepäckkontrolle und standen vor einer grossen Gruppe von Gastmüttern, -vätern und -geschwistern. Darin haben wir dann Plakate mit unseren Namen entdeckt und endlich haben wir unsere Gastfamilien das erste Mal umarmen können. Meine Gastmutter und zwei Gastgeschwister haben mich herzlichst mit vielen Küsschen und Umarmungen willkommen geheissen.

Viel Zeit sich von den anderen Austauschschülern, mit denen man sich auf dem Flug angefreundet hatte, zu verabschieden blieb leider nicht. Wir stiegen in ein Taxi und schon auf der Fahrt merkte ich: Argentinien ist ganz anders als Deutschland. Es ist zwar Winter, aber ein Sweatshirt und eine dünne Jacke reichen vollkommen aus. Die meisten Bäume haben keine Blätter, trotzdem fühlt sich für mich alles schon frühlingshaft an.

Als wir dann in der Wohnung ankamen, war ich sehr erleichtert, diese lange Reise hinter mich gebracht zu haben. Ich war mehr als 30 Stunden unterwegs! Meine Familie hat sich riesig über meine Geschenke gefreut und dann haben wir zu Abend gegessen. Trotz einiger Schwierigkeiten konnten wir uns ein bisschen was erzählen, bis ich schliesslich vor Müdigkeit fast umfiel.

Heute sind meine Gastmutter, meine Gastschwester und ich eine Runde durch Neuquen gelaufen. Sie haben mir meine Schule gezeigt, sind in ein paar Läden einkaufen gegangen und gleich essen wir zu Mittag.

Jetzt schon verstehe ich viel mehr als gestern und habe auch einige neue Wörter gelernt. Ich bin wirklich gespannt auf meinen ersten Schultag am Montag und hoffe, dass alles gut geht.

¡Saludos!, Franziska


Ein Gedanke zu Abflug und mein erster Tag in Neuquen

  • Franzi, es ist jetzt schon spannend, von Deinen Eindrücken und Erlebnissen zu lesen.
    Unglaublich, dass Du Dich schon etwas in die Sprache „eingehört“ hast.

    Ich drücke die Daumen für Deinen ersten Schultag und schicke Dir eine kleine Gedanken-Schultüte…

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