Gipfelstürmer in Irland- eine einmalige Erfahrung

Jeden Morgen, wenn ich mit einem Blick aus dem Fenster prüfe, ob wir heute am Strand wohl die idealen Bedingungen vorfinden werden, fällt mein Blick auf den gigantischen Hochseilgarten vor dem Jugendzentrum. Der Kletterpark ist Teil des DAC und stand uns in den vergangenen zweieinhalb Wochen immer wieder abends zur Verfügung. Denn hier gehört es zum guten Ton, trotz eines anstrengenden Tages und eines magenfüllenden Abendessens aktiver zu sein, als man das zu Hause auf dem Sofa zu dieser Zeit wohl wäre. An verschiedenen Stationen können sich die Teilnehmer dem Blick in die Tiefe stellen und im Teamplay mit anderen Jugendlichen schwierige Situationen meistern. Da ist das berühmte „Abseiling”, das rückwärtsgewandte Klettern, denn anstatt an der Wand heraufzuklettern, wird man an ihr herabgelassen und kann bei dieser Gelegenheit, je nach Erfahrung und Können, verschiedenste Kunstgriffe einbauen. Bei anderen Stationen steht das Miteinander im Vordergrund, wenn Hindernisse nur im Paar oder von vier Personen bezwungen werden können. Getreu legendären Vorlagen aus dem Kino, in denen die Gipfelstürmer sich im letzen Moment zu fassen bekommen und das Abstürzen in unendliche Tiefen verhindern, gab es auch hier epische Momente, wenn Freunde sich gegenseitig zu Seite gestanden sind. „Trapeze”, die letzte Station der Etappe, ist eine große Selbstüberwindungsaufgabe, bei der die Teilnehmer einen Posten auf einem hohen Pfahl erklimmen. Von dort aus springen sie einem Trapez entgegen, während sie natürlich in allen Stationen zu jeder Zeit mit Gurten und Seilen gesichert sind. Aus eigener Erfahrung sieht die Distanz, die es dabei zu überwinden gilt, kurz vor dem Absprung und vom Boden unüberwindbar aus. Erst mit dem Trapez in beiden Händen, durchströmte mich die Erleichterung und vielleicht ein klein Wenig Adrenalin und ich erkannte, dass die Perspektive in diesem Fall Alles ist. Unsere Abende im Hochseilgarten waren nicht nur in dieser, individuellen Hinsicht goldwert, wir durften auch immer wieder Verantwortung für die Sicherheit Anderer übernehmen und haben viel an Zusammenhalt in der Gruppe gewonnen.


Ein Gedanke zu Gipfelstürmer in Irland- eine einmalige Erfahrung

  • Hallo Moritz!
    Wir haben regelmäßig zu deinen Lesern gezählt. Nicht nur, weil wir dadurch am Ferienleben unseres Kindes teilhaben konnten. Nein, wir haben deinen Blog mit Freude und großem Interesse gelesen und sind durch dich auch vom camp-spirit erfasst worden. Du hast vielfältig, wortgewand und anspruchsvoll berichtet und uns auch der irischen Kultur ein Stück näher gebracht. Dankeschön!

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