Erste Tage in Paraguay

Hola! Bienvenidos en Paraguay!

So wurden wir hier in Paraguay von den Teamern unseres On-Arrival-Camps begrüßt. Die ersten Eindrücke, die ich bis jetzt hier gesammelt habe, sind größtenteils gar nicht so anders als sie bei uns wären.
Als allererstes sind wir gleich mit einem super komfortablen Reisebus zu unserer Unterkunft gefahren, den sich bestimmt jeder auf Studienfahrt gewünscht hätte. Nachdem wir angekommen sind, mussten wir erstmal anhand von umgehängten Schildern unsere Zimmerkameraden aus Italien, Belgien, Kanada, USA und vielen anderen Ländern finden, damit wir uns gleich interkulturell austauschen. Die an dem Tag herrschenden 34° fand ich als echt angenehm, da es nicht so drückend war. Allerdings haben die Leute hier in jedem Raum eine Klimaanlage und kühlen diese so stark, dass dort teilweise nur die Hälfte der Außentemperatur ist. Dies ist insofern komisch, dass man dann echt rausgehen muss, um sich wieder aufzuwärmen, genau andersherum als bei uns. Bei dem On-Arrival-Camp gab es nicht so eine strickte Struktur wie bei unseren Vorbereitungen mit genauen Uhrzeiten und Arbeitswillen. Das war eher so, dass wir selbst immer herausfinden mussten, wann die Einheiten waren, bei denen wir dann sowieso nur ein bisschen über Sachen gequatscht haben, die wir schon wussten. Aber ich fand es echt super, auch die Austauschschüler und Freiwillige aus anderen Ländern kennen zu lernen.

Am nächsten Tag haben uns dann unsere Gastfamilien abgeholt, sodass alle ganz schön aufgeregt waren. Auch wenn viele schon Kontakt zu ihnen aufgenommen haben, wusste man nicht genau, wie die anderen so ticken, ob man sich verständigen kann und ob man miteinander auskommt. Bei mir war die Kommunikation auf Spanisch das Problem, da ich vorher nicht die Gelegenheit hatte, wirklich Spanisch zu lernen. Also habe ich meine sogenannte Momi beim besten Willen nicht verstanden. Wir sind direkt danach in einem Shoppingcenter Empanadas essen gegangen, was so eine Art Teigtaschen gefüllt mit verschiedenen Dingen sind. Am leckersten fand ich bisher Pollo (pikantes Hühnchen) und Napolitana (Tomate, Käse und manchmal noch Schinken). Zu Hause wurden wir von meiner Gastschwester und ihrem Hund begrüßt, mit denen ich mir jetzt ein Zimmer teile. Sie kann zwar ein bisschen mehr Englisch als meine Momi, Google Übersetzer muss aber trotzdem recht oft aushelfen.

Gisela, Momi und ich (von rechts)
Gisela, Momi und ich (von rechts)

An dem Abend war dann direkt das „Classico“ Fußballspiel: Olimpia vs. Cerro, die beiden größten Vereine hier in Asunción. Das haben wir bei dem Freund meiner Gastschwester gesehen, zusammen mit seiner gesamten Familie (4 Brüder, Eltern und seine Tochter und ihre beste Freundin), wo ich auch gleich einen leckeren Caipirinha bekommen habe. Von den Brüdern war fast jeder schon mal für einen Austausch in Europa und kann dementsprechend gut Englisch. Nach dem Fußballspiel sind wir dann ins Kino in einen Horrorfilm gegangen, der so gruselig war, dass ich die Hand meiner Gastschwester zerdrückt habe. Allerdings war der, wie die meisten Filme hier, auf Englisch mit spanischem Untertitel, sodass ich auch relativ viel verstehen konnte.
Mit meiner Gastfamilie komme ich bisher gut zurecht, bis auf das Verständigungsproblem eben. Beide sind super nett, kümmern sich immer um mich und beziehen mich in alles mit ein, sodass ich mich schon richtig wie in einer richtigen Familie fühle. Meine Schwester hat mich jetzt schon nach gerade mal einer Woche den meisten ihrer Freunde und Freundinnen vorgestellt und nimmt mich fast überall mit hin, außer zur Uni. Mit ihr war ich schon beim Bowling, Shoppen, mehrmals essen und im Fußballstadion bei einem Spiel von Olimpia, der Mannschaft, für die meine Familie ist, gegen eine chilenische Mannschaft im Copa Sudamericana. Es war richtig interessant zu sehen, wie emotional die Stadionsbesucher bei dem Spiel waren, obwohl manche nicht mal etwas sehen konnten.
Was mich anfangs doch etwas gewundert hat, ist, dass wir so gut wie nie zu Hause, sondern meistens in irgendwelchen Shoppingcentern essen. Dort gibt es Buffet, bei dem man für das Gewicht des Essens, das man sich auf den Teller getan hat, bezahlt und nicht für die Art des Essens. Der Großteil der Ernährung hier besteht aus Fleisch in allen Variationen mit irgendwelchen Beilagen und Gerichten aus Mais zusammen mit leckeren, frischen und gesüßten Fruchtsäften. Am Abend waren wir dann Pizza essen, die in einem speziellen Ofen gebacken wird, der typisch für hier ist: tatakua. Die war auch super lecker!

Milanesa a la napolitana mit arroz quesu

Vori vori de pollo (die Suppe) und Sopa so'o (diese Fleischtasche) mit Orangensaft
Vori vori de pollo (die Suppe) und Sopa so’o (diese Fleischtasche) mit Orangensaft

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