Austausch aus Sicht einer Gastmutter – der Countdown läuft, nur noch 3 Wochen bis „Sam“

Bald ist es soweit! Wir werden nochmal Eltern! 

Wir, das sind Peter (49) und Christine (43), unsere Kinder sind nun 17 und 14 Jahre alt und unser Jüngster denkt bereits selbst an ein Highschooljahr in den USA. Ich selbst war als Schülerin in Frankreich und habe die Zeit dort sehr genossen – es sind Freundschaften für`s Leben entstanden. Warum also nicht auch selbst als Gastfamilie aktiv werden ?

Unsere Kinder sind Feuer und Flamme: „Aber nur einen American Footballspieler“ – „Ja, am besten einen aus der Offense“ ruft Lucas, seines Zeichens überzeugter O-Liner bei den Paderborn Dolphins in der U15  – „Neiiiin, Defense ist doch viel cooler“, entgegnet sein großer Bruder Frederic, der seit kurzem im gleichen Verein als Defense Back in der U17 spielt…na, das kann ja heiter werden…

Im Vorfeld suchte ich  nach Erfahrungsberichten von anderen Gastfamilien. Worauf ist zu achten (sprich: „was kann man alles falsch machen??“)? Wie soll das Anschreiben an das Gastkind formuliert werden bzw. was sollte alles drin stehen? Was muss ich vorher organisieren? Fragen über Fragen… Da ich denke, dass dies vielen künftigen Gastfamilien so geht, möchte ich in diesem Blog zukünftig regelmäßig Erfahrungen, Erlebnisse, Tipps und Eindrücke während des Austauschjahres mit Euch teilen.

Am Anfang stand natürlich die Frage und der AFS Fragebogen:

Welches Gastkind passt zu uns? 

Wir sind viel unterwegs, zum einen aufgrund der sportlichen Aktivitäten unserer Jungs – zum anderen ist Reisen unsere größte Leidenschaft, der wir eifrig nachgehen. Wie wird man also einem Gastkind gerecht, wenn dieses auch ein sportliches Hobby betreiben möchte? Es soll ja niemand zurückstecken müssen und wir möchten schließlich das neue Familienmitglied in unsere Familie richtig integrieren.

Da wir zwei sportlich sehr aktive Söhne haben, die eben beide American Football spielen mit je 2-3 Trainingseinheiten in der Woche plus Spiele NRW-weit, war klar: Es soll ein Junge werden und wenn er vielleicht sogar noch American Football und Fitnesstraining mag, wäre das natürlich super! Soweit also die Nachwuchsplanung…

So würden wir am ehesten allen gerecht und er könnte , sofern er mag, auch gleich mit trainieren. Als bevorzugte Herkunfts-Länder gaben wir auf dem AFS Fragebogen USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien an. Aber eigentlich war die Herkunft eher sekundär für uns.

Bildschirmfoto 2015-08-13 um 12.30.02Das Gastelternschreiben ans Gastkind: Was schreibt man also an jemanden, den man (noch) gar nicht kennt? Wir erstellten eine  PDF auf englisch mit vielen Fotos von uns und der Stadt, in der wir leben. Dazu zahlreiche Links zur Region, zu Videos, zum Sportverein und auch zur Schule. Bilder sagen schließlich mehr als Worte. Jedes Familienmitglied inklusive Hund stellten wir mit einem kleinen Steckbrief vor.

Die engagierten Mitarbeiter von AFS haben uns die Entscheidung dann wirklich leicht gemacht:

3 Jungs – 1 Hobby

Schon nach wenigen Tagen kam unser 1. Gastschüler Vorschlag und wir lernten bei dieser Gelegenheit auch unsere Gastfamilienbetreuerin Josie kennen. Sie brachte uns die Unterlagen zu Sam mit: Ein 18jähriger HighSchool Absolvent aus den USA – Hobby: American Football, welches Sam auch in der Highschool aktiv spielte. Die Kinder waren begeistert – sofort wurde die Rückennummer auf den mitgebrachten Fotos bezüglich seiner Spiel-Position im Team analysiert. Sam geht regelmäßig ins Fitnessstudio – passt auch, er isst für sein Leben gern – passt erst recht, er liebt es zu reisen – perfekt! Einen weiteren Vorschlag brauchten wir nicht – wir sagten direkt zu.

Und nun hieß es warten, denn auch unsere Kontaktdaten und unser Anschreiben an das bis dahin noch völlig unbekannte Gastkind gingen nun an Sam raus. Nach einer Woche meldete sich Sam per Mail bei uns. Wir waren sofort hin und weg, tauschten Facebookkontaktdaten etc aus und stehen seitdem mit ihm und seiner Mom regelmäßig in Kontakt und irgendwie gehört er schon jetzt zur Familie. Sam und seine Familie sind sehr sympathisch, lustig und an der deutschen Kultur interessiert und Sam lernt bereits fleißig deutsch. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie gespannt wir alle sind. Wie wird es wohl im Alltag sein? Anders? Genauso? Auch für die Gastfamilie ist so ein Austausch ein aufregendes Abenteuer – wir freuen uns darauf! Klar wissen wir, dass es sicherlich auch mal nicht so einfache Momente geben wird. Aber was soll`s?! Als Doppel-Teenie Eltern sind wir eh nicht mehr so leicht zu schockieren…

Auch mit dem hiesigen Football-Coach hat Sam bereits telefoniert, er wird nach den Herbstferien direkt ins Training einsteigen können. Ob Offense oder Defense wird man sehen (das kann noch lustig werden…ich freue mich jetzt schon auf rege Diskussionen im Stil Gryffindor oder Hufflepuff hier beim Abendbrot)

Vor unseren Sommerferien habe ich ihn am Gymnasium unserer Jungs angemeldet. An unserer Schule sind eigentlich jedes Jahr Gastschüler via AFS und so war das absolut kein Aufwand oder Problem. Im Gegenteil – Sam darf sogar mit auf die Abifahrt unseres Ältesten nach Schottland – diese ist bereits Ende September. das musste natürlich auch von AFS genehmigt werden. Aber einen besseren Einstieg um in der Stufe enge Kontakte zu knüpfen gibt es wohl kaum. Es wird uns von allen Seiten bereits im Vorfeld wirklich leicht gemacht, Sam in unseren Alltag zu integrieren. Hoffentlich geht das so weiter… :o)

Inzwischen kamen auch von AFS umfangreiche Unterlagen mit Informationen und Formularen.

Der Sprachkurs – wo?

Da Sam über ein PPP Stipendium (Ein Programm des Amerikanischen Kongresses und des Deutschen Bundestags) nach Deutschland kommt, muss er bereits in den ersten 4-6 Wochen 80 Stunden Deutschunterricht bekommen. Ansonsten müsste er zunächst in einer anderen Stadt und Familie zwecks eines zentralen Sprachkurses untergebracht werden. Das wollten wir und er natürlich nicht. Aber auch den Sprachkurs konnten wir im Vorfeld ohne viel Aufwand gut organisieren und zwar über den Jugendmigrationsdienst der Stadt und eine ehemalige AFS Austauschstudentin, die ihm zusätzlich noch Privatunterricht gibt.

Übernächsten Sonntag ist ein Gastfamilientreffen in Bielefeld und gestern kam der Brief von AFS mit den Flugzeiten – wir werden Sam in Frankfurt am Flughafen abholen …Wie schnell die Zeit vergeht, in drei Wochen ist es nun endlich soweit – unser neues Familienmitglied Sam aus den USA wird am 5.September 2015 bei uns einziehen. Wir sind so gespannt!


Ein Gedanke zu Austausch aus Sicht einer Gastmutter - der Countdown läuft, nur noch 3 Wochen bis "Sam"

  • Hallo Christine,
    Wir,mein Mann Stefan und nehemen dieses Jahr auch zum ersten Mal einen Gastschüler auf. Mir geht es im Moment genauso, ich bin total gespannt vor Freude und gleichzeitig ein bisschen nervös wie es wohl werden wird.

    Ich freu mich weiter von euren Erlebnis zu hören und denke da ihr auch aus NRW seiten werde sich die jungs vllt. Bei einem AFS Treffen kennen lernen.
    Lg stephi

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