mittendrin

Der erste Arbeitstag liegt jetzt mittlerweile hinter mir. Ich war vielleicht aufgeregt! Diese Woche ist Examenwoche, das heißt, ich habe noch kaum festen Aufgaben, sondern schaue hier und da mal hinein. Bisher war ich im Englischunterricht, was mir Spaß gemacht hat. Die Schüler sind neugierig und freundlich. Trotz allem verstehe ich leider nichts, wenn sie sprechen, denn die Jugendsprache ist ein Lexikon für sich. Ich beginne langsam zu verstehen, warum sich manche Senioren etwas verloren fühlen, wenn sie Jugendliche untereinander „Slang“ sprechen hören.

Heute hatten wir „FEA“ (Festival Estudiantil de los Artes / Schüler Festival der Kunst), eine Art Wettbewerb und Vorstellung von verschiedenen Richtungen der Kunst (Gesang, Theater, Kunst, Tanz, Poesie) gestalten von Schülern. Die Vorstellungen waren kreativ und beeindruckend, aber warum ich das erzähle? Um einen Eindruck vom Leben, der Motivation und der Schule zu bekommen folgende Geschichte:

In einem Theaterstück, hatten die Schüler beschlossen, eine lebendige Requisite zu benutzen. Und so kam es, dass mein (nicht leiblicher) Cousin hier seine Ziege mit in die Schule brachte, so dass sie im Stück ihre Rolle spielen konnte, und später gemächlich mit ihr am Strick wieder nach Hause marschiert ist.

Schulsystem

Bei den weiterführenden Schulen gibt es in Costa Rica zwei Arten: Akademische und technische Systeme. Mein Arbeitsplatz, das Colegio Técnico Profesional lässt sich zu letzterer Art einordnen. Der Unterschied in den Schulsystemen besteht u.a. darin, dass Schüler eines Colegio Técnico ein Jahr länger, nämlich 6 Jahre, zur Schule gehen, als die andere Schulform. Im Gegensatz zu Deutschland ist die jüngste Stufe im Colegio die 7. Klasse. Das Colegio Técnico bietet ab der 10. Klasse die Möglichkeit, sich thementechnisch zu spezialisieren auf z.B. Tourismus (Ökologischer Tourismus), Buchhaltung, Informatik, Agrarwirtschaft etc.

Die Schule beginnt um 7 und endet um 16:25. Die Schule geht täglich so lange, weil alle Stunden, die auf einen Samstag fallen würden, auf die Woche aufgeteilt wurden. Die Schulglocke zum Stundenwechsel klingt wie ein Feuer/Notfall-Alarm in Deutschland. Mittag gibt es um 11 Uhr. Meine einzige feste Aufgabe besteht bis jetzt darin, die Schüler auf einer Liste abzuhaken, wenn sie zum Essen kommen. Sehr selbstständig: Jeder der Schüler wäscht sein Geschirr selbst ab.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist viel persönlicher und freundschaftlicher als an meiner ehemaligen Schule. Die Lehrer werden generell mit „Profe“ (Professor) oder „Teacher“ (im Englischunterricht) angesprochen. Während die Schüler Schuluniformen tragen, können sich die Lehrer beliebig kleiden.

Das Colegio in Pejibaye verfügt über ein großes Gelände, auf dem sich Anbauflächen für Lebensmittel wie Mais, Hühnerställe, Kühe und Wintergärten zur Pflanzenaufzucht befinden.

Regenschirme    

Wer glaubt, in Costa Rica keine Regenschirme zu sehen, irrt sich. Zumindest war das meine Erwartung. Tatsächlich sind Regenschirme bei den spontanen, recht heftigen Regenfällen und Gewittern (ich spreche nur für Pejibaye) ratsam. Allerdings holen die Ticos hier auch die Schirme raus, wenn die Sonne scheint, um sich und ihre Kinder vor der  Strahlung zu schützen.

Pura Vida

Der Ausdruck „Pura Vida!“ ist tatsächlich charakteristisch für Costa Rica. Es bedeutet viele Dinge: Hallo!,Tschüss! und Machs gut!, genau wie Danke!, Super! und auch Gern geschehen! und vieles mehr. Pures Leben eben.

 


3 Gedanken zu mittendrin

  • Hi Lissa,
    das klingt alles sehr spannend und ich verfolge deinen Blog mit großem Interesse. Mach weiter so und lass uns an deinen tollen Erfahrungen, kleinen alltäglichen Dingen und Begegnungen mit den Menschen dort weiterhin ein wenig teilhaben.
    Deine Fotos sind trotz Kamerapanne übrigens toll. Sie sind nämlich authentisch und zeigen das, was du uns beschreibst. Ich freue mich drauf mehr davon zu sehen.
    Take care and all the best von den USA aus
    Steffen

  • Moin
    Interessant zu lesen. Ich kenne das Land nicht und erhalte dadurch einen netten Eindruck.
    Weiter so und viel Spaß
    Marcus, Indian Scout 😉

  • Liebe Clarissa,
    ich bin mal wieder von Deinem schriftlichen Ausdruck ganz hin und weg. Du schreibst so das man das Gefühl haben kann, genau neben Dir zu stehen. Du beschreibst alles so natürlich und Plastisch , dass das lesen Deiner Berichte so viel Freude macht.
    Überlege doch mal Autorin zu werden. – Augenzwinker -.

    Du hättest mich mal beim lesen, besonders des letzten Abschnittes, beobachten sollen. Ich denke du hättest dich „schlapp“ gelacht.

    Als ich las was Pura Vida in Costa Rica alles für Bedeutung hatte, fing ich an das Wort mit verschiedenen passenden Betonungen vor mich auszusprechen.Das brachte mir ein Heiden Spass. Zum Glück war ich alleine , sonst hätte es Gelächter gegeben. .- Grins-

    Du weist ja Sprachen ist nicht so mein Ding besonders die Englische Sprache. Aber Sprachen wo ein Wort mehrere Bedeutungen hat, je nach Betonung und Gesten , das ist genau mein Ding .
    Grins , Lach Augenwinker. –

    Ich wünsche Dir noch so viel Freude und weiter so viele schöne Erlebnisse und Entdeckungen, in Costa Rica .

    L.G. Birgit

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