Vormittags Englisch, Nachmittags Englisch, Abends Englisch

Vormittags Englischunterricht, nachmittags Surfen. Das ist der Deal. Dabei müsste man uns gar nicht mit dem Surfen bestechen, damit wir uns jeden Tag um halb Zehn in der Sprachenschule um die Ecke einfinden. Niemand will schließlich, auch Shioban, unsere Englischlehrerin nicht, während der Schulferien auf die selbe, trockene Weise Vokabeln büffeln wie im deutschen Englischunterricht. Sie weiß das und lässt sich alles Mögliche einfallen, um jeden von uns zum Sprechen zu bringen und unser Englisch spielerisch zu verbessern. Interaktiv erarbeiten wir uns mal neue Inhalte, mal präsentieren wir eigene Erlebnisse und Geschichten und gewinnen dabei an Flüssigkeit und Sprechgeschwindigkeit, ohne mehr nach Worten suchen zu müssen.

Nach beinahe eineinhalb Wochen ist der Fortschritt, den wir alle unter den wachsamen Augen unserer Lehrerin machen, sichtlich spürbar. Und dabei gehen wir über den normalen Smalltalk weit hinaus und tauchen mitunter auch in tiefere Themen ein. Wer zum Beispiel die Verbindung von Körperteilen und Sprache kennt, zeigt ein profundes Verständnis des Englischen und beeindruckt vielleicht sogar das englischsprachige Gegenüber. „Not to be able to stomach sth” hatten wir am Vormittag gelernt, und bedeutet, dass man den Anblick von etwas nicht ertragen kann. Zwei Stunden später wurde am Strand die Theorie in die Praxis umgesetzt, als eine Gruppe am Strand eine angespülte Qualle inspizierte. Der Englischunterricht ist natürlich nur die eine Seite der Medaille, genauso gut nehmen wir die Englische Sprache schließlich über den ständigen Kontakt mit Betreuern und Freunden auf.

Drei Wochen Englischunterricht mit jeweils fünfzehn Stunden pro Woche schaffen die Grundlage für die restlichen zwölf Stunden pro Tag, in denen wir konstant vom Englischen umgeben sind. Zwölf Stunden pro Tag heißt, dass wir am Ende unseres Aufenthalts mehr als 250 Stunden lang auf Englisch nach dem Weg gefragt, unser Essen bestellt und Freundschaften geschlossen haben.  Und das Beste ist, dass sich das Lernen so vollkommen natürlich anfühlt und direkt und ohne Büffeln in uns übergeht. Das Zertifikat, das wir am Ende erhalten, haben wir uns damit wahrlich verdient.


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