Meine Gastfamilie und ich

Hola meine Lieben!

Hier bin ich mal wieder. Heute haben wir den 11.08.15. Das bedeutet, dass ich schon seit knapp 6 Tagen in meiner Gastfamilie lebe. Wie verlief das erste Zusammentreffen und wie verbrachte ich meine ersten Tage mit meiner Gastfamilie?

Der Moment des Zusammentreffens

Kurz vor dem Kennenlernen meiner Gastfamilie war ich tierisch aufgeregt. Ich hatte nämlich keine Ahnung, was mich tatsächlich erwarten wird. Ich habe ein paar Tage vorher zwar schon ein wenig Kontakt per WhatsApp mit ihnen gehabt, jedoch ist das noch einmal etwas anderes, als die Personen dann live zu treffen.

Schließlich wurde ich dann von meiner Gastmama abgeholt. Mit meiner Gastmama, Ana, habe ich mich sofort super verstanden (trotz der Sprachbarriere, die mir hier vor allen Dingen in den ersten Tagen sehr zu schaffen macht). Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmama (Ana Patricia) und meinem Gastpapa (Orlando).Sie haben eine Tochter, die allerdings schon ausgezogen ist. Sie wiederrum hat zwei Kinder (5 und 3 Jahre alt), in die ich mich von Anfang an sofort verliebt habe. Sie sind einfach zum knuddeln!

Gastfamilie1
Meine Gasteltern und ich beim Peruaner
Gastfamilie
Ich überreiche meiner Gastmama ein paar bremische Spezialitäten 🙂

Das Haus

Das Haus, in dem wir wohnen befindet sich in San Juan – Tres Ríos, La Unión in einer Art Wohnanlage, die 72 Häuser umfasst und nur durch ein großes Tor und nur von den Bewohnern zu erreichen ist. Ich war sehr überrascht darüber, dass es hier in Costa Rica so etwas gibt. Die Sicherheit liegt den Menschen demnach sehr am Herzen. Was mich noch sehr erstaunt hat, ist die Tatsache, dass jedes dieser einzelnen Häuser (wie alle Häuser hier) von außen vergittert/sehr gut verriegelt ist und einen Hund beheimatet. Und diese sind nicht immer die kleinsten!

Ansonsten ist unser Haus ziemlich groß (dafür dass wir nur 3 Personen sind). Außerdem hat meine Gastfamilie natürlich auch einen Hund (er heißt „Toro“), der zwar etwas gruselig aussieht, doch tatsächlich sehr ruhig und friedlich ist.

DSC00736
Das Haus von außen
DSC00632
Mein Zimmer 🙂
DSC00735
Das Haus von ganz außen: Sehr gut geschützt und abgesichtert!
Toro
Unser Hund „Toro“

Aktivitäten der ersten Tage

Die ersten Tage habe ich natürlich mit meiner Gastfamilie verbracht. Am ersten Abend waren wir bei einem Peruaner essen, ich habe viele Familienmitglieder kennengelernt,  die Ballettaufführung meiner „Gastnichte“ und ein Familienfest an ihrer Schule besucht, wir waren in einer katholischen Kirche und ich habe einen ZUMBA-Kurs mitgemacht. Ansonsten bin ich noch dabei, mich hier so langsam einzuleben (was aber auf jeden Fall noch etwas Zeit braucht) und mich hier zurechtzufinden.

Als wir beim Peruaner waren, ist etwas für mich sehr Unerwartetes, aber auch sehr Erfreuliches passiert. Zuerst muss ich noch erwähnen, dass meine Gastfamilie nur eine Willkommensfamilie war. Das bedeutet, dass ich nur für circa 4 Wochen bei dieser Familie leben und danach noch einmal umziehen sollte. Doch an diesem ersten Abend haben meine Gasteltern mir eine wichtige Entscheidung mitgeteilt. Sie haben nämlich beschlossen, mich doch für ganze 11 Monate aufzunehmen. Ich habe mich sehr über diese Entscheidung gefreut!

DSC00666
Die beiden „Chicitos“ und ich 🙂
DSC00681
Tanzaufführung bem Familienfest in der Schule
DSC00687
Typisch costericanisch: Tortilla (links) und Chorreada (rechts). Sehr lecker!

Das Herz schlägt für die Familie

Besonders begeistert bin ich von der Art und Weise wie ich in meine Gastfamilie aufgenommen wurde. Schon jetzt betrachten sie mich als Teil ihrer Familie. Sie haben schon öfter erwähnt, dass ich ihre „Tochter“ bin und die Familie jetzt komplett ist. Ich fühle mich wirklich sehr wohl, gut aufgehoben und geborgen bei meinen Gasteltern. Die Familie nimmt für die Costericaner eine enorm wichtige Rolle ein, wenn nicht sogar die wichtigste.

DSC00690
Das Motto des Familienfestes der Schule oder auch der Ticos generell (in Deutsch: Die Familie ist für immer)

Woran ich mich definitiv noch gewöhnen muss, ist die Größe der „Ticos und Ticas“ (so wie die Costericaner genannt werden). Neben meiner Gastmama bin ich ein Riese. Groß zu sein ist hier wirklich etwas Außergewöhnliches.

Gastfamilie2
Es gibt doch gar keinen Größenunterschied, oder? 🙂

Meine Arbeit in meinem Projekt (ehrenamtliches Engagement, dass den Freiwilligendienst hauptsächlich ausmacht) habe ich, wie ursprünglich geplant, gestern noch nicht beginnen können, da es ein paar Probleme bezüglich der Übermittlung von Informationen gab. Doch morgen geht es dann endlich los! Einerseits freue ich mich schon, doch andererseits habe ich auch ziemlich große Angst, denn ich weiß nicht wirklich, was ich mich erwartet. Das größte Problem stellt für mich immer noch sie Tatsache dar, dass die Ticos sehr schnell sprechen und es unglaublich schwer für mich ist, sie als Nicht-Muttersprachlerin zu verstehen. Und auch das Sprechen fällt mir hier sehr schwer, denn ich merke, dass mir eindeutig Praxis fehlt und ich sehr viel nachdenken muss bis ich die richtigen Satzkonstellationen zustande bekomme. Wie soll das denn dann mit den Kinder im Projekt klappen? Sie sprechen ja noch undeutlicher. Stellt euch das doch mal vor: Ein Kind spricht mit dir und guckt dich erwartungsvoll an, doch du kannst nicht antworten, weil du es nicht verstehst. Wie reagierst du dann? Diese Situation habe ich schon einige Male mit den Enkelkindern meiner Gasteltern erlebt und es ist mir immer noch sehr unangenehm. Doch ich bin mir sicher, dass sich das bald ändern wird!

Ich wünsche euch tolle Momente in Deutschland und berichte demnächst auch mehr bezüglich meines Projektes.

PURA VIDA,

Eure Gina 🙂

P.S.: Ich habe mir überlegt, dass es in jedem Blogeintrag von mir ab jetzt immer ein SPECIAL geben wird. Der Schwerpunkt soll dabei auf typisch costericanischem Essen, Produkten und anderen außergewöhnlichen Gerichten liegen.

Número 1:

DSC00745
„Miel de mango“ – übersetzt: Mangohonig. Er besteht aus ganz vielen Mangos, 2 Teelöffeln Zucker und etwas Gewürznelken. Man kann ihn mit fast allem kombinieren: Brot, Porridge, Eis (oder einfach zum so essen). SUPERLECKER!

 


Ein Gedanke zu Meine Gastfamilie und ich

  • Hi Gina,
    ich hab diesen Eintrag (etwas zu spät…) sehr gespannt gelesen. Ich bin begeistert über die ganzen Neuigkeiten von dir. Deine Kommunikationsprobleme sind auf keinen Fall etwas, was dich negativ beeinflussen kann. Du gewöhnst dich schnell daran und wirst ganz automatisch Praxis sammeln. Bleib immer ganz gefasst, lass dich nicht unterkriegen und bring die selbe Freude an den Tag, die du auch hier Zuhause immer mit großer Wirkung (vor allem auf mich) vermittelst. Dann wird mit Sicherheit auch alles ganz viel Einfacher. Ich freue mich schon sehr auf all die weiteren Einträge und Nachrichten von dir!
    Mit lieben Grüßen, Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>