Bald geht es los!

Hallo liebe Blog-Leser! Ich bin Alina, 15 Jahre, und ich fliege in exakt 13 Tagen nach Japan. Aufgeregt? Klar, total. Ich fühl mich im Moment ehrlich gesagt wie ein Nervenbündel. Aber was soll’s. Endlich habe ich mich mal entschlossen, meinen Blog anzufangen. Mit meinen Vorbereitungen bin ich schon relativ weit, denke ich. Zumindest weit genug. Denke ich. Heute habe ich mein Visum beantragt. Im japanischen Konsulat in Frankfurt. Das war in diesem Bleistift-Gebäude. Am Anfang hatten wir irgendwie Schwierigkeiten, das zu finden und als wir da waren, musste ich feststellen, dass das eines der gruseligsten Gebäude war, die ich bis jetzt betreten habe. Irgendwie genauso, wie ich es mir auch vorgestellt habe. Mit Sicherheitskontrollen und Menschen im Anzug. Als Jugendlicher könnte man sich da nicht mehr fehl am Platz fühlen. Auf jeden Fall haben wir dann im 34. Stock die Dokumente ( sprich das COE-Certificate, das Antragsformular, meinen Reisepass und noch ein Passfoto ) abgegeben. Jetzt sollen wir am 17. noch mal da anrufen und nach dem Visum fragen. Am 18. oder 19. können wir es dann abholen. Vermutlich. Aber wird schon, ich mach mir zwar ein bisschen Sorgen, weil die Zeit jetzt doch relativ knapp geworden ist, aber ich bin da optimistisch. Wie auch immer, da ich ja vorher die ganze Zeit nicht geschrieben habe, fasse ich nochmal kurz zusammen, was ich alles schon gemacht habe, um bis hierher zu kommen.

Zuerst war da die Bewerbung. So genau weiß ich auch nicht mehr, wie das war, aber es war nicht schwer. Ich habe AFS über die Internetseite entdeckt und dort habe ich mich auch beworben. Dann wurde ich zum Auswahlwochenende eingeladen. Ich hätte nicht nervöser sein können, davor. Ich hatte Angst davor, mich falsch zu verhalten und nicht aufgenommen zu werden, aber das hatte vermutlich jeder. Da ich auch nicht wusste, dass theoretisch von der Anzahl jeder aufgenommen werden konnte, dachte ich, dass ich mich gegen die Anderen behaupten müsste. Dass sozusagen nur die aufgenommen werden, die auf die AFS-Leute den besten Eindruck machen. War aber nicht so. Die Anderen sind keine Rivalen, jeder kann aufgenommen werden. Man sollte nur nicht total in sich gekehrt sein. Ist vielleicht ganz hilfreich, das vorher zu wissen…:) Dann wurde mir per mail mitgeteilt, dass ich ins Programm aufgenommen wurde und der Zugang zu meiner Online-Bewerbung zugeschickt. Bei der Online-Bewerbung musste man dann ein paar Sachen ausfüllen und ausfüllen lassen – auch nicht so dramatisch.

Nächster Punkt wären dann die Vorbereitungswochenenden. Die ersten beiden waren ja noch nicht länderspezifisch. Trotzdem haben sie immer ziemlich viel Spaß gemacht. Man hat viel gegessen, also man verhungert da auch nicht..XD   Es gab dann immer verschiedene Aufgaben oder Spiele, deren Sinn man meistens erst im Nachhinein verstanden hat. Ziemlich interessant das Ganze und die Leute sind cool. Waren sie zumindest bei mir. Außerdem tut es echt mal gut, mit Leuten in Kontakt zu kommen, die in der gleichen oder einer ähnlichen Situation sind. Das dritte Vorbereitungswochenende war für mich das beste. Bei denen vorher war außer mir niemand, der auch nach Japan geht, deswegen war es für mich ziemlich wertvoll, mit den Anderen Japan-Hopees in Kontakt zu kommen. Die Aufgaben hatten da für mich auch mehr Wert, weil sie einfach konkreter auf meine Situation bezogen waren. Und ich hab mich super mit allen verstanden – noch mehr Anime-fans! *^*

Dann noch so den letzten Papierkram erledigen – ich werde jetzt nicht alles auflisten, aber wirklich dramatische Dinge waren da glaube ich auch nicht mehr. Bis auf das Visum und das hab ich ja oben schon erzählt.

Um Weihnachten rum war ich mit AFS dann auch noch in Strasboug und in den Osterferien in Berlin. Strasbourg war toll für mich, aber nicht so toll, wie Berlin. Natürlich war es auch nur ein Tag, aber ich hatte erwartet, dass dort Leute gewesen wären, die ich kannte, was allerdings nicht der Fall war. Das hat mich dann irgendwie verunsichert, aber ich war dann nach einer Anfangsphase des still am Rand Stehens immer bei den Asiaten. Hauptsächlich drei Chinesen, die waren echt nett. Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Dann war ich in den Osterferien ein paar Tage mit AFS in Berlin. Das kann ich nur empfehlen! Es hat einfach super viel Spaß gemacht und ich habe viele tolle Leute kennengelernt. Außerdem habe ich dadurch die Berlinfahrt, die ich sonst nächstes Jahr in der E-Phase gemacht hätte, ersetzen können. Ich bin wirklich froh, das gemacht zu haben.

Jetzt fühle ich mich eigentlich ziemlich optimal vorbereitet, wenn ich ehrlich bin. Das Ganze ist relativ stressig, finde ich, mit dem Papierkram und so. Aber ich sehe Japan jetzt durch die Vorbereitungen und dadurch, dass ich mich im letzten Jahr sehr intensiv damit beschäftigt habe, deutlich realistischer, als vorher. Es sind Befürchtungen dazugekommen, aber viele wurden auch beruhigt – mehr als dazu gekommen sind.

Meine Gastfamilie habe ich jetzt auch schon etwas länger. Ich werde in Nagoya leben, einer Hafenstadt auf Honshuu, so ziemlich zwischen Tokyo und Kyoto. Vom Ort her wäre ich am liebsten nach Kyoto gekommen, aber ich bin auch so sehr zufrieden. Kyoto ist eben die Kulturstadt schlechthin. Aber Nagoya ist da ja auch nicht so weit weg. Meine Gastfamilie ist total toll, finde ich! Ich habe zwei kleine Gastbrüder ( der eine 1 und der Andere 6 ). Meine Gasteltern wirken auch total nett und locker. Ich habe auch schon ein bisschen mit ihnen geschrieben, aber irgendwie antworten sie seit 3 Wochen nicht mehr. Das macht mir ein bisschen Sorgen, aber sie werden schon ihren Grund haben. Ich bin mal gespannt, wie sie dann persönlich sind. Da ich auch noch nie wirklich viel mit kleinen Kindern zu tun hatte, hoffe ich, dass mit ihnen auskomme. Ich werde dann auf die Meito-Senior-High dort gehen. Das ist eine Schule mit Englisch-Schwerpunkt, was mich auch schon mal deutlich beruhigt. Ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ungefähr eine Stunde von meinem Zuhause dort entfernt – mal schauen, wie ich mit der Großstadt dort auskomme. Ich lebe ja in einem ziemlich kleinen Ort, deswegen wird das wohl eine Umstellung..aber ich freue mich auch schon! Es wird eine Erfahrung. Das sag ich mir immer. Erfahrungen sind gut. Ob gute oder schlechte, sie bilden auf jeden Fall Charakter. Und je mehr schlechte Erfahrungen man macht, desto besser lernt man, mit ihnen umzugehen. Deswegen habe ich keine Angst. Es kann keinen Schaden anrichten. Nur Gutes tun. Zumindest versuche ich, so zu denken..xD

Jetzt gilt es nur noch zu packen, alles Nötige vorzubereiten, das Visum abzuholen und den Flug zu überleben. Dann geht’s erst richtig los. Dann winke ich euch allen aus Japan zu und mache jeden so neidisch, wie nur möglich!! 😀

Bis zum nächsten Mal, wenn ich schreibe. Dürfte vielleicht nochmal vor dem Flug sein, vielleicht schreibe ich aber auch erst von Japan aus. Kommt auf meine Nerven an, denke ich..xD


Ein Gedanke zu Bald geht es los!

  • Guter Eintrag 🙂
    Wenn alles funktioniert hat, bist du jetzt schon in Japan, oder? Wie gefällt es dir so? Würde mich sehr über einen neuen Blog Eintrag freuen (ich werde nämlich selbst ab März dort sein)
    LG Gabriel

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