Aufbruch ins Ungewisse

Gefühlsachterbahn

Der 30. Juli ist gekommen und ich stecke emotional irgendwo zwischen „endlich“ und „leider“. „Endlich“, weil ich unglaublich gespannt bin auf die Zeit, die vor mir liegt, auf tausende neue Erfahrungen und auf ein ganz anderes Leben als das einer Schülerin, das ich bisher geführt habe. „Leider“, weil es ziemlich weh tut, alles und alle hinter mir zu lassen. Ich kann mir noch nicht vorstellen, meine Eltern nicht mehr jeden Tag zu sehen, oder meinen Freunden zum Geburtstag nicht mit einer Umarmung, sondern nur mit einer netten Nachricht via Internet gratulieren zu können.

Abschied

Und trotzdem: Selbst heute, am Abflugtag, an dem mein gepackter Koffer (ja, ich habe mich für einen Koffer entschieden, nachdem ich mit einem bis zum Rand gefüllten Wanderrucksack auf ein 5-tägiges Seminar gefahren bin und festgestellt habe: für mein Gepäck für ein halbes Jahr völlig ungeeignet) bereit steht, um ins Auto gesteckt und zum Flughafen gefahren zu werden, verstehe ich noch nicht, dass ich wirklich gehe. Alles ist so unwirklich, immer noch. Vor einigen Tagen habe ich ein kleines Abschiedsfest gefeiert, mit Freunden und Verwandten, Bekannten und Nachbarn. Es war wirklich, wirklich schön, noch einmal alle auf einmal um sich zu haben; doch  fühlte es sich eher nach Geburtstagsfeier an (was vielleicht auch ein wenig an den Unmengen an Glücksbringern lag, die ich geschenkt bekommen habe), als nach dem letzten Treffen für ein halbes Jahr. Ich hatte Angst, dass der Abend viel emotionaler und tränenreicher wird, aber der Zusammenbruch kam erst gestern. Da wurde mir das erste Mal wirklich bewusst, dass ich gehe und alle meine Lieben hierbleiben. Im Moment sitze ich wieder da und kann nicht fassen, dass es so bald los geht – aber ich freue mich!

Was wird sein?

Noch immer habe ich keine genauen Informationen zu meiner Gastfamilie. Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann: Sie hat einen Labrador, der nur außer Haus lebt. Das weiß ich so genau, weil ich Tierhaarallergikerin bin und die zwei anderen Gastfamilien, die mir zwischenzeitlich zugeteilt waren, ihre Hunde im Haus halten. Da das ein Problem für mich darstellen kann, werde ich bei dieser neuen ohne Haushund leben. Jetzt lasse ich mich also überraschen und freue mich darauf, meine Familie vor Ort  kennenzulernen.
Davor fliege ich allerdings erst einmal in meine neue Heimat, ganz alleine, weil alle anderen Bolivienfreiwilligen erst eine Woche später aufbrechen, und werde ein paar Tage an einem On-Arrival-Seminar teilnehmen.
Irgendwie ist ziemlich ungewiss, was in der nächsten Zeit geschehen wird. Was immer es ist, ich bin erwartungsvoll und zuversichtlich, wenn auch ein wenig voll Abschiedsschmerz.

 

 

 

 


8 Gedanken zu Aufbruch ins Ungewisse

  • Du schaffst das! Wir denken an Dich und freuen uns sehr darüber etwas von Dir zu lesen. Wenn Du das nächste Mal reinschaust wirst Du in Südamerika sein. Das ist toll, so eine Erfahrung machen zu können.

    Bert & Familie

  • Hallo Liebe Franzi:)
    Ich dachte ich probiere das mal mit dem Kommentar aus. Nachdem wir alle Rotz und Wasser geheult haben am Flughafen, sind wir unglaublich stolz auf dich, dass du diese mutige Entscheidung getroffen hast und das jetzt wirklich durchziehst! Du wirst eine unvergessliche Zeit haben und es wird dir gut tun:)
    Wir haben dich alle unglaublich doll lieb und denken an dich:*
    Deine Thea

  • Ich wünsche dir viele neue Erfahrungen in deiner „neuen Zeit“.
    Alles Gute und halt die Ohren steif.

  • Liebe Franzi,

    Ich hoffe, du hast ein wundervolles halbes Jahr vor dir, voller neuer, netter Leute und jeder Menge Erfahrungen, sodass du nicht nur mit deinem dann vollgepackten Koffer, sondern auch Rucksäcken, Taschen und Koffern voller wunderbarer Erlebnisse mit nach Hause nehmen kannst.
    Ich habe deinen Blog leider erst gerade eben entdeckt, schaue aber ganz bestimmt jetzt ab an zu vorbei, und sehe, wie es mit deinem kleinen Abenteuer vorangeht. Ich wünsche dir eine ganz liebe Gastfamilie, die dich und die du sofort ins Herz schließen kannst. Mach’s gut!❤️

    Liebe Grüße aus Remseck (gerade eben aber Italien ;-))
    Lea

  • Hey Lea, vielen lieben Dank!<3 Bis jetzt gefällt es mir wirklich gut! Dir viel Spaß in Italien, falls du da noch bist!

  • Thea<3 Danke, danke, danke, dass ihr mich auf dem Flughafen überrascht habt! Ihr seid die Besten! Ich hab euch auch lieb und denke auch viel an euch:*

  • Danke Bert! Ja, jetzt bin ich tatsächlich schon in Südamerika…Saludos an den Rest der Familie!

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