Nicht mehr lange…

Noch 15 Tage!

Ich kann es gar nicht glauben, dass es wirklich nur noch etwas mehr als zwei Wochen bis zu meiner Ausreise sind. Natürlich wurde mir spätestens gestern, als ich meine Flugtickets erhalten habe, klar, dass meine Zeit in Bolivien ziemlich nahe gerückt ist. Und trotzdem: Der Gedanke, in ein Flugzeug zu steigen (und vor allem auf der anderen Seite der Welt wieder daraus auszusteigen), kommt mir unglaublich weit weg vor. Wahrscheinlich werde ich es erst wirklich verstehen, wenn ich südamerikanischen Boden unter meinen Füßen habe.

„Nur“ ein halbes Jahr?!

Mit meinem fünfmonatigen Aufenthalt bin ich tatsächlich eine ziemliche Extrawurst, alle anderen „deutsch-bolivianischen“ Freiwilligen bleiben 11 Monate im Gastland. Der Grund für meine Entscheidung, weniger Zeit in Bolivien zu verbringen, ist recht simpel: Da ich bis jetzt leider nur sehr wenig Ahnung davon habe, was ich später studieren werde, nutze ich das halbe Jahr nach Bolivien, um ein paar Praktika zu machen und mich über Studiengänge zu informieren. Meine Eltern meinten: „Franziska, zwei Jahre machst du uns aber keine Pause vom Lernen!“ Und so stand fest: Entweder, ich entscheide mich jetzt schon, was ich nach einem Jahr studieren werde, oder aber ich gehe „nur“ ein halbes Jahr, denn bei einem längeren Aufenthalt hätte ich mich wahrscheinlich vom Ausland aus bewerben und daher einen Plan haben müssen.
Aber was heißt schon „nur“? 5 Monate sind eine ganz schön lange Zeit, finde ich. Trotzdem, manchmal bereue ich, nicht ein Jahr in Bolivien zu bleiben. Andererseits frage ich mich auch hin und wieder, wie um alles in der Welt ich so mutig sein konnte, tatsächlich für mehrere Monate ins Ausland zu gehen und meine Freunde und Familie in Deutschland zurückzulassen. Daher ist ein halbes Jahr also die perfekte Alternative!

Was ich in Bolivien tun werde

Seit ungefähr drei Wochen weiß ich auch mehr über meine Arbeitsstelle. Ich werde in Santa Cruz in einem Mädchenheim für Straßenkinder mithelfen. Das „Casa de Ninas“( ich weiß leider nicht, wie man die Schlangenlinie auf dem n mit meinem Computer schreibt) ist das Zuhause von 25 Mädchen aller Altersklassen und bietet Bildung und Berufsberatung sowie psychologische Betreuung mit dem Ziel, die Mädchen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Hilfe bei den Hausaufgaben, Begleitung von Arztbesuchen, Organisation von Kulturprojekten, Gesundheitsvorsorge, und, und, und,… Ich werde also, soweit ich das verstanden habe, überall ein bisschen mithelfen und die Angestellten dort unterstützen, wo es nötig ist. Die Projektbeschreibung hört sich wirklich interessant an, und so bin ich sehr zufrieden und voller Vorfreude auf mein Projekt.

Informationen über meine Gastfamilie habe ich leider noch nicht bekommen, ich warte sehnsüchtig darauf und plane schon, welche Gastgeschenke ich meiner neuen „familia“ mitbringe.

Vorbereitung

Jetzt wird es langsam Zeit für die letzten Vorbereitungen. Mittlerweile bin ich durchgeimpft, von Hepatitis A über Meningokokken bis hin zu Typhus. Auch das Malaria-Standby-Medikament habe ich schon von der Apotheke geholt. Nun stehe ich noch ratlos vor der Frage, ob ich mit großem Wanderrucksack oder doch mit einem ganz normalen Koffer reisen soll. Ein Rucksack ist natürlich praktischer, weil man so die Hände frei hat, allerdings weiß ich nicht, ob ich mit meinen 50 Kilo ein 20 Kilo schweres Monstrum auf dem Rücken mitschleppen kann.
Ganz wichtig bei der Vorbereitung für das Ausland sind natürlich auch die Seminare. Das erste fand letzte Woche in Rothenburg an der Fulda statt und war wirklich, wirklich gut. Neben den Einheiten über beispielsweise Kommunikation und Kultur, die sehr sinnvoll waren und deren Inhalte mir bestimmt während meiner Zeit in Bolivien immer wieder weiterhelfen werden, hatten wir Freiwilligen auch die Möglichkeit, unsere Mitreisenden kennenzulernen. Die Gespräche mit den Teamern und den anderen Jugendlichen haben mir noch einmal Sicherheit gegeben und ich freue mich schon auf das nächste Seminar, das in wenigen Tagen beginnen wird!

 

 

 


3 Gedanken zu Nicht mehr lange...

  • Hallo Franziska, wir wünschen dir alles Gute und Gottes Segen für deine Zeit in Bolivien und hoffen, dass du viele gute Begegnungen haben wirst und viele Erfahrungen sammeln kannst, die dir für deinen weiteren Lebensweg wichtig sind. Wenn wir mit dem Gitarrenchor proben oder auftreten werden wir oft an dich denken. Viele herzlichen Grüße, Arthur Stäbler und Rosemarie Köger-Stäbler

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