Namen

Morgen werde ich nach Khonkaen zum AFS-Camp fahren. Ich freue mich schon sehr alle anderen wieder zu sehen und (endlich) wieder Deutsch sprechen zu können.

Heute schreibe ich über die Namen in Thailand. Ja, ich weiß, hört sich nicht so spannend an, aber man könnte einen ganzen Roman darüber schreiben.

Die Eltern geben ihren Kindern bei der Geburt zwei Namen. Einen“ richtigen“ und einen Spitznamen. Der Spitzname hat fast immer eine Bedeutung. Ein paar in meiner Klasse sind z.B. nach Essen benannt, z.B. „Gurke“ (natürlich auf Thai). Aber es gibt auch andere wie „Stern“ oder „schüchtern“. Allerdings sind nicht alle Namen auf Thai, zwei Jungs heißen „Boss“ und ein anderer heißt „Ford“.

Wenn ich neue Leute kennen lerne, fragen die mich immer, was mein Name bedeutet. Wenn ich dann sage, dass es nur ein Name ist und keine Bedeutung hat, sind die hier immer ganz erstaunt. „Keine Bedeutung?!?“, wird dann gefragt.

Aus diesem Grund habe ich hier auch einen Spitznamen bekommen. Zuerst war es „Mukda“, welches eine Abkürzung für meine Provinz Mukdahan ist. Das hat sich aber nicht durchgesetzt. Meine Klasse nennt mich Katscha (das letzte a wird dabei besonders betont, also Katschaa). Katscha ist in Thailand auch eine berühmte Sängerin (und außerdem eine Firma, die Schuluniform-Schuhe herstellt, meine Freunde haben mir aber versichert, sie würden mich nach der Sängerin benennen).

Da die Thais das englische Alphabet lernen, kennen sie nicht das deutsche „j“. Das heißt wenn die Thais meinen Namen geschrieben sehen, heißt es auch immer „Katja“ (das „j“ wird dabei wie das „j“ im englischen „jacket“ ausgesprochen). Wenn ich dann meinen Namen auf Thai buchstabiere, ist es entweder „Katia“ oder „Kataja“.

Der Buchstabe der dem deutschen j entspricht, wird in einem Wort nämlich immer als i ausgesprochen, deshalb Katia.

Jeder von euch kennt wahrscheinlich die Stadt „Pattaya“. Auf Thai wird Pattaya genauso geschrieben wie mein Name auf Thai (Nur das P wird durch das K ausgetauscht), dadurch kommt der Name Kataja.

Ich habe mir vorgenommen ein Video zu machen, bei dem alle nacheinander meinen Namen sagen. Da würden echt lustige Sachen herauskommen. Meine drei-jährige Gastschwester nennt mich z.B. nur „Tja“, meine Großmutter je nach Laune „Katra“, „Katla“, „Katija“ „Kataja“ oder „Katalia“ (Katalia ist Thai für Orchidee) und meine Tante „You“.

Die deutsche Version meines Namens habe ich seit ich hier bin nicht mehr gehört 😀

Aber beim Camp werde ich mich wieder an die deutsche Version gewöhnen.

Ein Junge aus meiner Klasse nennt mich „ma“ (Thai für Pferd), weil ich immer einen Pferdeschwanz trage (In den Schulen gibt es eine „Kleiderordnung“ für die Haare, sie dürfen nur bis zum Kinn lang sein. Austauschschülerinnen haben allerdings einen Sonderstatus und dürfen lange Haare behalten, allerdings dürfen sie nicht offen getragen werden).

Auch die Lehrer haben teilweise „Probleme“ mit meinem Namen. Hier ist ein Foto von meinem Namen, wie ihn unser Mathelehrer aus Kamerun (Afrika) geschrieben hat.

So hat unser Mathelehrer meinen Namen geschrieben. Mein Name ist in der Mitte
So hat unser Mathelehrer meinen Namen geschrieben. Mein Name ist in der Mitte.

 

Das war’s dann erstmal von mir.

Bis bald


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