Und die PKP wird ihre Freude gehabt haben …

Hejoo!

So, wie ich das in Erinnerung habe, habe ich mich seit der Lublinfahrt nicht mehr gemeldet, und das war auch gut so 😀

Nein, so ist es nicht, aber bisweilen schleicht sich so eine gewisser Schreibunwillen über mich und das war auch in den letzten Wochen der Fall. Jetzt war ich aber wieder unterwegs und dachte mir, dass ich das nicht einfach so verschwimmen lassen kann.

Anfang Mai ist in Polen generell frei, da auf den Tag der Arbeit am 3. Mai der Tag der Verfassung von 1791 (wenn mich nicht alles täuscht) folgt, ebenfalls ein Feiertag. Für diese Zeit war ich bei einer Freundin in jenem netten Örtchen Podczerwone, in dem ich schon im Januar mein Midstay verbracht hatte. Zwar wurde das Wetter schlecht, nachdem ich hingefahren war (offenbar mag Polen mich nicht so wirklich, wie immer alle grinsen), aber es war dennoch eine recht tolle Zeit. Im Bus ging es von Krakau aus nach Zakopane, für die 111km laut Ticket bezahlt man 17zl, das macht 4,25€, und recht schnell geht es auch (im Vergleich zur Bahn, die die Hälfte der eingleisigen Strecke steht). Wandern in der Tatra stand auf dem Programm, auch das Koscielisko-Tal wollte entdeckt werden und auf Fotos unzähliger Touristen gebannt werden.

 

Nach der kleinen Pause, in der ich leider auch festgestellt habe, dass wir schon Mai haben, ging es in die Planungsphase für unseren lange erträumten Trip nach Gdańsk. Reisen ist ja an sich kein Problem, solange AFS zustimmt, also wurde uns von AFS Polska gesagt, wir sollen planen und die Pläne irgendwann mal vorstellen. Da sich in meiner Schule das Büro von AFS befindet, wurde ich aus irgendeinem Grund die Hauptverantwortliche und saß dann während des Ausfluges (der uns mit ein paar Einschränkungen genehmigt wurde) die ganze Zeit informierend am Telefon *g*

Leider durften wir nicht schon am Sonntag fahren, sondern erst montags, sodass unser Gdańsk-Aufenthalt nicht allzu lang war. Das trübte die Sache eher wenig. Nachdem ich also am Montag noch einen Rucksack von einem Klassenkameraden bekommen hatte und im Büro war, um die Sonderanweisung „Keine Katzen streicheln“ entgegenzunehmen, ging es auch schon nach Hause, um zu packen und anschließend nach Krakau zum ausgemachten Treffpunkt zu fahren. Außer mir fuhren beinahe alle anderen Austauschschüler mit – das heißt, alle aus Deutschland sowie ein Junge aus Belgien. Allerdings kamen nicht alle von Krakau aus mit (der Belgier stieg später in den Zug und ein Mädchen, das in Poznan wohnt, kam erst am nächsten Tag mit dem Zug nach). In polnische Zügen muss man generell Plätze reservieren – naja, das betrifft die TLK, also die Intercitys. Wir hatten, trotzdem es ein Nachtzug war, keine Liegeplätze, sondern nur ein normales Abteil, was sich in den folgenden dreizehn Stunden als relativ unbequem, eng und stickig erweisen sollte, aber wir haben es überlebt. Um sechs Uhr morgens kamen wir in Gdańsk an – nachdem wir spätabends in Warschau (Schaden an der Lok oder so etwas) und dann morgens, fünfzehn Minuten von Gdańsk entfernt, vor einem roten Signal gestanden hatten. Machte insgesamt eine Stunde Verspätung – und war auch gut so. Vom Bahnhof aus ging es schnurstracks ins Hostel, um unser Gepäck abzustellen, dann machten wir uns auf zum Frühstück in die Altstadt.

Den Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der Altstadt (es regnete immer mal wieder …) und nachmittags kehrten wir ins Hostel zurück, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Abends ging es dann noch einmal nach draußen, auf zum Strand! Zwar regnete es, als wir noch in der Straßenbahn saßen, aber schon kurze Zeit später verbesserte sich das Wetter und wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang.

 

Am nächsten Tag besuchten wir das Solidarność-Museum und fuhren nachmittags weiter nach Poznań. Dort wurden wir von AFSern erwartet, die für uns ein paar Aktivitäten organisiert hatten – Stadtraylle, AFS-Werbung in Schulen wie auch schon in Lublin usw. Unter anderem verbrachten wir eine Nacht bei Familien, die sich vorstellen könnten, Gastfamilien zu werden. Offenbar haben wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, da es schon eine ganze Reihe neuer Meldungen aus Poznań gibt 😀

AFS Polska existiert noch nicht sehr lange – obwohl es einen Austausch mit Polen sicher schon seit 2006 gibt, wurde das richtige AFS Polska erst letztes Jahr im November gegründet und wird jetzt langsam auf das gesamte Land ausgedehnt. In Poznań soll das zweite Büro eröffnet werden, neben dem schon existenten in Krakau. Ich bin wirklich gespannt, wie AFS in Polen in fünf Jahren aussehen wird 🙂

Freitags ging es dann nach Lublin. Wir waren wieder dort untergebracht, wo wir auch schon Anfang April waren, aber dennoch war es anders. Bis auf einen Jungen aus der Gruppe waren wir nur in Lublin, um dort das B1-Zertifikat Polnisch zu schreiben. Wie alle Sprachzertifikate auf europäischen Standards bestand das aus einem Hörverstehen-, einem Textverstehen-, Grammatik- und einem schriftlichen sowie mündlichen Teil. Die schriftlichen Teilen waren an einem Tag, das Sprechen am nächsten. Bis jetzt weiß noch keiner, ob er bestanden hat, denn die Ergebnisse werden uns erst in einem Monat mitgeteilt. Naja, mal sehen.

 

An sich war die letzte Woche die ereignisreichste in der ganzen letzten Zeit, die an Alltag nicht mal zu übertreffen ist 😀 Und wie man vielleicht beim Lesen merkt, bin ich noch recht müde und mein Deutsch ist recht mies geworden – zu viel für das Examen gelernt, so wie es aussieht.

 

Viele Grüße, Josefine


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