Frühling, Sommer, Sängerfest!

Hallo an alle!

Hier bin ich wieder, schreibe aus dem Beginn des lettischen Frühlings, nachdem wir noch am Morgen des 10. April mit fast zehn Zentimetern Neuschnee aufwachten, so dass nun wieder die Regenzeit einsetzt: ein grauer Himmel, das Eis taut, um den ersehnten Blick auf etwas Grün freizugeben; eine Situation, wie sie das letzte Mal im frühen Januar auftauchte. Plusgrade an den beiden letzten Morgen lassen auf das endgültige Aus des lettischen Winters hoffen, der dieses Jahr auch hier ungewöhnlich lange bleiben wollte. Wenn allerdings einige Letten behaupten, sie wären schon einmal am 1. Mai bei Schneefall im Mantel herumspaziert, meinen andere, im April hätte es hier noch niemals geschneit – schließt sich nicht unbedingt gegenseitig aus, regt aber zum Nachdenken an…

Es ist fast schon ein Wunder, dass ich noch immer sagen kann, wie wunderbar es mir hier gefällt! Andere deutsche Austauschschüler haben bereits zweimal ihre Gastfamilie gewechselt und schreiben auf ihren Blogs, dass ihnen die Letten beinahe zum Halse raushängen; ich finde sie großartig! Und das Beste: jetzt greift mich schon wirkliche Begeisterung für deren Sprache, deren Komplexität ich erst jetzt entdecke, wie ich auch jetzt erst den Letten zustimmen kann, wenn sie mich fragen, ob denn diese Sprache nicht schwer zu lernen sei, eine Behauptung, welche ich bisher immer verneinte. Vielleicht liegt es daran, dass ich die so schöne Sprache nun tatsächlich fließender reden kann, mein Wortschatz tatsächlich erweitert ist, und ich auch meinen Spaß darin gefunden habe, mich an Übersetzungen lettischer Volkslieder zu wagen, welchen ich wirklich meine Hochachtung entgegenbringen muss. Als solche bezeichne ich hier nicht nur klassisch lettische Lieder aus dem Volksmund, aber auch solche von gelernten Komponisten, die sich hier großer Popularität erfreuen.

Apropos, gibt es auch diesbezüglich eine hervorragende Neuigkeit: Ich, dass heißt, der Inčukalner Chor inklusive mir, hat den Test bestanden und darf zum großen Sängerfest Anfang Juli fahren! Sieben Tage kleine Wettbewerbe der anwesenden Chöre, Tanzgruppen und Orchester/Ensembles, und außerdem am siebten Tag (7. Juli) das riesige Abschlusskonzert mit vorraussichtlichen Teilnehmerzahlen um die 17.000 (!) lettischen SängerInnen, die zusammen eine Auswahl der besten und schönsten nationalen Volkslieder als ein gewaltiger Chor zum Besten geben werden – ein Erlebnis, auf welches ich mich als Ausländer um so mehr freuen kann, als dass dies wohl eine mehr als unglaubliche Erfahrung für mich darstellen wird! Und damit habe ich auch den ultimativen Abschluss (zwei Wochen später heißt es Abschied-Nehmen) meines Jahres, und ein Ziel, welches mich meine letzten drei Monate begleiten wird… Wer einen Eindruck von der Gewaltigkeit eines solchen Festaktes bekommen möchte, kann sich zum Beispiel dieses Lied vom letzten Sängerfest 2008 ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=Af3svEHfW5A

Ich möchte gar nicht mehr schreiben, sondern schließe meinen Eintrag auf die übliche Weise ab: Herzliche Grüße aus Lettland,

Felix


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