Alles hat ein Ende…

Dieser Monat war wieder einmal voller Ereignisse, leider alle etwas traurig.

Zuerst hatten wir eine kleine Party unter uns Austauschschülern, die wir sehr genossen haben. Wir waren sehr stolz auf uns, dass wir alleine Popcorn gemacht haben. Am Freitag vor meiner Rückreise war dann schon der letzte Schultag… Musik verlief normal, aber Deutsch war dann sehr bewegend. Wir hatten die erste halbe Stunde normal Unterricht, dann aber wollten wir nur noch miteinander reden. Wir aßen zusammen Salmiakki und hatten viel Spaß. Ich ließ mir ein T-Shirt signieren und wir schossen auch ein paar Fotos. Als dann die Klingel läutete hieß es Abschied nehmen und traurig zur Bushaltestelle zu gehen. Das war schon schwer, zumal ich alle, wirklich alle ins Herz geschlossen habe.
Noch am selben Tag begann dann auch das End-Stay Camp für mich. Für die anderen Austauschschüler war es nur das Mid-Stay Camp, da sie sich für ein ganzes Jahr Finnland entschieden haben. Wir hatten hier auch wieder jede Menge Spaß, genossen tolle Spiele und gutes Essen. Wir waren sogar nicht zu alt um ein bisschen Schlitten zu fahren. Bei den Erinnerungen daran kommen mir schon wieder die Tränen hoch, so schön war es da!
Am Sonntag, 2 Tage später hörte das Camp auch schon wieder auf und ich fuhr mit meiner Kontaktperson nach Hause. Als ich die Tür schloss, fühlte ich mich so leer wie noch nie zuvor.
Am 14.1., also ein Tag vor meiner Rückreise packte ich meinen Koffer. Als ich dann ein wenig im Internet surfte, merkte ich, wie sich etwas neben mir bewegte. Ich dachte, es wäre Elvis, unsere Katze, aber ich sah… Füße! Sie gehörten meinem besten finnischen Freund Toni, den ich am Freitag nicht verabschieden konnte, weil er noch in Spanien war. Die Überraschung und die Freude war so groß, dass ich erst auf Finnisch „Helvetti (Was zur Hölle)“ sagen musste. Ich glaube, das hat meine Gastfamilie und Toni sehr zum Lachen gebracht. Zusammen gingen wir noch Pizza essen und genossen die restliche Zeit so gut wie es ging. Aber später am Abend war auch wieder Abschied angesagt und ich musste mich schweren Herzens von ihm abwenden.
Am 15.1. war es dann soweit. Ich musste um 9Uhr raus aus den Federn um per Auto zum Flughafen zu kommen. Kurz vor dem Check-In gab es wieder Tränen über Tränen. Sogar Edene, die neuseeländische Austauschschülerin kam um Tschüss zu sagen. Das letzte Mal, dass ich meine Gasteltern sah, oder besser meine zweite Familie war hinter der Kontrolle. Ich winkte ihnen mit Tränen in den Augen und verschwand hinter einer Abtrennung…
Es war so brutal, die ganze Zeit alleine herumzusitzen und seufzen zu müssen bis das Flugzeug kam.
Im Flugzeug schrieb ich dann die letzten Zeilen in mein Tagebuch und hatte auch das abgehakt. Der Flug ging erstaunlich schnell voran und wir landeten ganz sauber um ca. 15:00Uhr deutscher Zeit in Frankfurt. Bei der Kofferausgabe merkte ich, dass mein Reisepass noch im Flugzeug lag, aber den bekam ich später dann per Post zugeschickt.
Die Aufregung stieg bis kurz vorm Explodieren als ich zum Ausgang ging. Einmal umgeschaut und schon sah ich das strahlende Lächeln meiner Eltern, die mir entgegen kamen und die Umarmung war ein unbeschreiblich schönes Gefühl – nach 145 Tagen bestimmt verständlich. Im McDonalds des Flughafens erwartete mich auch noch eine gute Freundin und es gab viel zu reden.

Jetzt ist die schönste Erfahrung meines Lebens um und ich schaue mit einem Lächeln zurück. Ich hab so viele tolle Menschen kennengelernt, neues über die Kultur erfahren, neue Städte und Landschaften erkundet und mehr Selbstbewusstsein erlangt! Man kommt immer weiter durch fragen, fragen und nochmals fragen. Man kriegt immer eine Antwort und die Reaktionen sind gar nicht so schlimm wie man es immer befürchtet. Man muss aus sich herausgehen und sein Leben leben. Es macht ernsthaft Riesenspaß! Ich kann so eine Erfahrung nur weiterempfehlen. Wenn es eine Gelegenheit, die kleinste Chance gibt, ein Austauschjahr zu machen, Nutzt sie!!! Ihr werdet es nicht bereuen.

An letzter Stelle möchte ich noch einmal allen Danke sagen, die beim Gelingen des schönsten Erlebnisses auf der ganzen Welt beigetragen haben: Danke an Dr. Uwe und Sigrid Martin, Jonas Gerold, Med-El, AFS, Fr. Bohlinger, Hr. Buchner und Hr. Scheidt vom Ev. Gymnasium Bad Marienberg, Fr. Stenvall-Pölönen und Hr. Julkunen von der Arkadia Yhteislyseo, meine Eltern und vor allem Danke an meine zweite Familie! Ihr habt alle was gut bei mir.

Was ich auf Finnisch gelernt habe:

Moi. Minä olen Lucas. Minä olen saksalainen vaihto-oppilas. Minä asuin Röykässä ja nyt asun Langenhahnissa Saksassa. Minä rakastan Suomi!
(Hallo. Ich bin Lucas. Ich bin ein deutscher Austauschschüler. Ich wohnte in Röykkä und jetzt wohne ich wieder in Langenhahn in Deutschland. Ich liebe Finnland.

Das wars dann wohl. Es hat mir sehr Spaß gemacht, euch von meinen Erlebnissen zu berichten und hoffe, dass ich einige von euch ermutigen kann und konnte, auch ein Austauschjahr zu machen.

Auf Wiedersehen bzw. Heippa

Terveisin Lucas

 


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