Das Camp und mein Lettisch…

Hallo Leute,

wie schon versprochen, melde ich mich nun nach ja relativ kurzer Zeit wieder, allerdings ist nicht gerade wenig passiert. Die Themen, die ich hier anschneiden werde, sind folgende: das Wetter, das „Mid-Stay-Camp“ von AFS und andere kleine Begebenheiten, und drittens, endlich wieder ein Bericht über meine Lettischkenntnisse!

Thema 1: Zum Beispiel wanderte die Temperatur wieder weiter nach unten. Die Morgentemperaturen: -16 Grad am Freitag, -18 Samstag und Sonntag. Wenn ihr jetzt fragt, wie sich das anfühlt, kann ich nur sagen, dass meine Jacke warm genug hält, damit mein Körper nicht viel von der Kälte spürt. Aber meine Handschuhe sind nicht gerade dick, was heißt, dass meine Finger gestern Morgen nach weniger als fünf Minuten halb eingefroren waren. Am Montag wurde es pünktlich wärmer, als ich meine zehn Minuten zu der Familie lief, die mich zur Schule fährt: -8 Grad. Am Nachmittag gingen die Temperaturen schon fast wieder an den Nullpunkt heran… Da sage mal einer, das lettische Wetter sei nicht verrückt…

Thema 2: Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich über das „Mid-Stay-Camp“ berichten würde. Zunächst: Nein, die Hälfte meines Aufenthalts ist noch nicht um. Ende August bin ich hergekommen, dass heißt ich kann in einer Woche mein fünfmonatiges Jubiläum feiern. Gehen werde ich aber erst am 20. Juli. Nach Adam Riese bleiben mir also noch sechs volle Monate hier. Trotzdem hieß es das „Mid-Stay-Camp“, verständlicherweise einfacher als „One-Month-Before-Mid-Of-Stay-Camp“… Es war sehr nett, alle wieder zu sehen, nachdem wir ja eine Weile nicht mehr so zusammensaßen. Wie auch beim letzten Camp Mitte Oktober wurde viel erzählt, es waren wirklich tolle Tage. (Mir ging es dabei körperlich nicht ganz so gut, aber das hat die Freude kaum geschmälert.) Nur die Aufgaben, die Workshops, waren teilweise etwas langweilig, blieb natürlich alles im aushaltbaren Bereich, sodass auch dies keinen Grund zum Aufregen bot. Jetzt weiß ich schon gar nicht mehr, was ich noch sagen sollte, eigentlich ging das so schnell vorüber, wie alle anderen Tage auch, dass es zwar als Gesamtbild in meinem Kopf haften blieb, aber ohne herausstechende Einzelerlebnisse. Zu unserer Gruppe kamen jetzt noch zwei Schüler aus Südamerika hinzu und jemand musste sich übergeben, weil die eine Herausforderung eines Gruppenwettstreits, eine sehr seltsam zusammengestellte Speise zu essen, zu herausfordernd war. Ansonsten blieb es recht ruhig (mit Ausnahme natürlich der Nächte – gähn…) Ende letzter Woche, sprich Freitag, haben dann einige AFS-Schüler den Abschied der australischen Ein-Mann-Partei von AFS (Austauschschüler) in Riga gefeiert (ich auch…). Wir waren in einem mexikanischen Restaurant. Sehr nette Atmosphäre, ein gelungener Abschied, würde ich sagen…

Das versprochene dritte Thema: meine Lettisch-Kenntnisse. „Fortgeschritten“ könnte man sie nennen. Obwohl ich immer noch nicht alles verstehe (aber echt vieles), kann ich schon von selbst grammatisch korrekte Sätze bilden, oder auch häufig genutzte Alltagsphrasen verwenden. Letzte Woche im Camp meinte ein Russe, der für die Betreuung derer dort war, die zwar ein Auslandsjahr in Lettland verbringen, aber in einer russischsprachigen Gastfamilie untergebracht sind, und der auch Lettisch sprechen kann (jedenfalls genug, um sich fließend mit den anderen Letten zu unterhalten), dass wir alle in zwei Monaten besser Lettisch sprächen als er. Na, ich werde ja sehen, wie’s dann um mich steht… Jetzt lerne ich auf jeden Fall immer schneller; wie ich schon vor einiger Zeit bemerkte, läuft das ganze wie eine Spirale nach oben: je mehr ich lerne, desto schneller lerne ich, desto mehr lerne ich, usw. Persönlich freue ich mich ja schon auf den Tag, an dem ich lettische Bücher lesen kann. Wie lange das wohl noch dauert?
So, das war’s auch wieder von mir, diesmal kein Endlosblog…

Freundliche Grüße aus Lettland,

Felix


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