Weihnachten und Jahreswende im südlichen Afrika

Bevor ich zu erzählen anfange, möchte ich euch allen alles erdenklich Gute, viel Glück, Gesundheit, Zufriedenheit, Liebe und Dankbarkeit wünschen.

Mit meinem Dank an euch möchte ich meinen neuen Bericht beginnen – denn ich habe gelernt DANKE zu sagen

Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen. von Marcus Tullius Cicero Es gibt auf der Welt kaum ein schöneres Übermaß als das der Dankbarkeit von Jean de la Bruyère

Ich denke ich bin ein Mensch, der sich oft genug bedankt und diese Dankbarkeit auch ernst meint. Ich bin dankbar für alles was ich habe, dass ich gesund bin, in die Schule gehen durfte und studieren kann, meine Familie und Freunde habe, lachen und weinen kann und vor allem dass ich lieben kann.

Die Weihnachtszeit und vor allem die Weihnachtstage an sich fielen mir dieses Jahr ein wenig schwer. Ich habe gemerkt was mir fehlt: Meine Familie, mein Zuhause, Liebe und Geborgenheit. Das Fest der Liebe ohne die Liebsten ist schwerer als sich das ein oder andere vorstellt. Man merkt immer erst dann, was einem sehr viel bedeutet, wenn es fehlt und man es braucht. Eine gewisse Zeit im Ausland zu leben bedeutet nicht nur die dortige Kultur und das Leben besser kennen zu lernen, sondern auch sich und seine Umgebung besser kennen zu lernen und seine Bedürfnisse heraus zu finden. Als ich noch in Deutschland war, habe ich mir nicht so oft überlegt was Glück, Liebe und Dankbarkeit für mich bedeutet. Wenn ich in 6 Monaten wieder in Deutschland sein werde, kann ich diese Frage beantworten und habe mir genügend Gedanken darüber gemacht. Ich habe gelernt besser zu danken, zu lieben und glücklich sein.

Geben und Nehmen – Aufmerksamkeit und „richtige“ Hilfe

In meiner letzten Schulwoche vor den Sommerferien Mitte Dezember habe ich gestaunt wie Dankbar Menschen sein können. Die Arbeiter unserer Schule, die Putzhilfen, Hausmeister und Reparateure haben von uns Lehrern nützliche Geschenke für den Alltag bekommen. Wir haben ihnen Seife, Mehl, Zahnpasta, Bürsten, Zucker und alles Mögliche geschenkt. Sie hatten ein solches Geschenk überhaupt nicht erwartet und hatten glasige Augen. Sie haben sich so sehr über dieses Geschenk gefreut und sich sehr oft bei uns bedankt. Für diese Menschen ist ein solches Geschenk sehr wertvoll, sie können sich oftmals diese Luxusartikel nicht leisten oder müssen sehr hart dafür arbeiten. Für uns war es eine Kleinigkeit, doch für sie ein riesiges Geschenk. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mit einer netten Aufmerksamkeit jemanden sehr glücklich machen konnte. Wer mich gut genug kennt, weiß, dass ich gerne schenke um Menschen eine Freude zu machen. Ich habe auch immer das Gefühl, dass sie sich wirklich freuen und es schätzen, aber solch ein Erlebnis hatte ich erst selten. Das Problem ist aber, dass ich hier oft Mitleid mit den Menschen habe und allen gerne helfen würde. Doch „richtiges“ Helfen ist unglaublich schwer. Gibt man den Menschen Essen, stehen am nächsten Tag Hunderte vor unserer Tür. Gibt man ihnen Geld, kaufen sie meist Alkohol und Drogen. Gibt man Kindern Süßigkeiten, streiten sie sich so sehr darum, dass es meist in einer Schlägerei ausartet. Man kann sich das nur schwer vorstellen, doch helfen kann wirklich kompliziert sein. Ich habe in den letzten vier Monaten gelernt, wie ich den meisten Menschen helfen kann. Ich schenke ihnen ein aufmunterndes Lächeln und spreche mit ihnen. Man muss die Menschen erst kennen lernen um zu wissen wie man helfen kann. Oft reichen Gespräche, Tipps und bestärkende Worte. Deßhalb möchte ich auch nicht um Spenden für meine Schule bitten. Auch wenn es uns an einigem fehlt, kann man der Schule nicht all zu viel helfen. Ich helfe ihnen so gut ich kann und möchte die Schule mehr mit meinem Wesen wie mit Geld bereichern. Viele Schulen in Südafrika müssen lernen mit dem Geld, das sie haben umgehen zu können. Viele sind noch weit entfernt, aber haben schon gute Ansätze. Die President Primary School wird vom Staat unterstützt und macht das Beste aus allem. Im Februar werde ich gemeinsam mit den 20 Daimler-Praktikanten das gesamte Schulgebäude streichen, verzieren, aufräumen und eine noch schönere Atmosphäre schaffen. Ich bin der Meinung, dass man damit nicht nur den Lehrern hilft, sondern tag täglich 400 Menschen ein angenehmeres Umfeld schafft. Wenn ich schon von meiner letzten Schulwoche erzähle, komme ich dazu, was vor meiner Weihnachtsreise noch alles passiert ist.

Fehlende Weihnachtsstimmung und Ferienbeginn

Die letzten Schultage verliefen rasch und es war einiges zu tun. Für uns Lehrer begannen die Ferien eine Woche später und so hatten wir Zeit in Ruhe die Bibliothek zu ordnen und alle Zimmer aus zu misten. Meine Nachmittage wurden immer kürzer und ich habe viel Zeit bei Familie Hauck, meiner deutschen Babysitter-Familie verbracht. Gemeinsam waren wir Erdbeeren pflücken, auf dem Markt, in Gärtnereien für unseren neuen Gemüse- und Kräutergarten und haben fleißig Plätzchen gebacken. Der Zimtgeschmack bei 30°C war etwas unpassend, aber ein bisschen Weihnachtsstimmung kam auf. Dennoch war ich selten in Weihnachtsstimmung und habe es auch sehr verdrängt. Am 15. Dezember war ich auf dem größten Jazz-Festival Afrikas und habe mich von afrikanischen Künstlern überzeugen lassen. Gemeinsam mit ein paar deutschen Freunden waren wir die einzigen weißen Menschen im ganzen Fußballstadium und wurden wie die Affen im Käfig begafft, Wir waren die Sensation des Abends und alle waren begeistert. Doch es war nicht ungefährlich. Oft wurden wir verfolgt oder blöd angesprochen. Wir wurden erst dann akzeptiert, als unser Umfeld wusste, dass wir Ausländer sind. Für weiße Südafrikaner wäre es weit aus gefährlicher gewesen. Doch es war sehr interessant solch ein Festival zu erleben und vor allem in dieser Situation zu stecken. Ich wurde mir erst danach über die mögliche Gefahren bewusst. Doch wir waren eine große Gruppe und haben wirklich aufeinander aufgepasst. Es war sehr schön die Südafrikaner tanzen und feiern zu sehen. Sie waren kunterbunt gekleidet und sehr glücklich. Viele sparen auf ein Ticket das ganze Jahr und genießen es sehr. Nach einer kurzen Nacht kamen dann meine zwei Freundinnen aus Johannesburg und ich habe ihnen in den nächsten Tage meine Heimat gezeigt. Sie waren sehr begeistert und wir hatten schöne gemeinsame Tage in East London. Sie haben die deutschen Daimler-Praktikanten kennen gelernt und auch ich habe einige von ihnen erst in diesen Tagen richtig kennen gelernt.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ Albert Einstein

Leider war der Anlass dieser Begegnung nicht so schön. Ich habe bei einer Rassismus-Diskussion gemerkt, dass ich aus einem ganz anderen Grund, wie vieler diese Praktikanten, in Südafrika bin. Ich habe zu vielem eine andere Einstellung und betrachte den Auslandsaufenthalt aus einer anderen Perspektive. Viele von ihnen sind hier um einen verlängerten Urlaub am Strand zu machen, viel zu reisen und zu feiern. Sie sprechen eigentlich nur Deutsch und sehen meiner Meinung nach recht wenig vom „wirklichen“ Südafrika. Sie urteilen gern über Dinge, die sie nie selbst erlebt haben und verlieren dabei Achtung vor einer Nation, die immer noch mit den Folgen der Apartheid zu kämpfen hat, die eine instabile Politik hat und die sich selbst nicht gut kennt, da die meisten Menschen „unwissend“ sind. Nachdem Rassisten-Witze erzählt wurden und die Schwarzen aufs brutalste fertig gemacht wurden, ist mir der Kragen geplatzt und ich bin vor einer Gruppe von 25 älteren Menschen aufgestanden und habe all meine Mut zusammen gepackt und ihnen ordentlich meine Meinung gesagt. Ich habe ihnen Respektlosigkeit und Unverschämtheit vorgeworfen und war wirklich über das Denken anderer geschockt. Nach meinem kleinen „Auftritt“ musste ich mich wieder zusammen reissen und die Erkenntnis erst mal verarbeiten. Danach stand für mich auf jeden Fall fest, dass ich sicher in die Politik will 😉 Diese Diskussion war das Wichtigste was mir bisher in Südafrika passiert ist. Ich habe gespührt, weshalb ich wirklich hier bin und was es für mich bedeutet. Letztendlich habe ich daraus nur profitiert und weiß mittlerweile, dass ich wirklich aufstehen kann für Dinge, die mir wichtig sind. Viele haben danach über mich getuschelt und ich war wohl deren Gesprächsthema für die nächsten zwei Wochen. Doch es kamen auch welche zu mir und haben gemeint, dass die größten Respekt haben und ich, obwohl ich 6 Jahre jünger wie die meisten bin, eigentlich mehr Weitblick und Verstand habe. Doch mir geht es nicht darum wer klüger oder besser ist, sonder viel mehr darum, dass man einen Standpunkt hat und den auch vertreten kann. Wir haben uns auf unsere Weihnachtsreise vorbereitet und hatten uns natürlich einiges zu erzählen. Denn in 6 Wochen passiert mehr als man denkt, jeden Tag sammelt man neue Eindrücke und irgendwie habe ich mich an einiges immernoch nicht gewöhnt und entdecke es immer wieder als Neues. Doch die nächsten Tage hatte ich viel Zeit um mir Gedanken zu machen und dieses Erlebnis zu verarbeiten, denn am 19. Dezember ging unsere Reise los.

Weihnachtsreise – Von East London entlang der Küste nach Kapstadt und wieder zurück

Wir waren voller Vorfreude und die Reise war halbwegs geplant: Es konnte losgehen! Gegen Mittag haben wir East London verlassen und sind über die Bonzenstadt Port Alfred nach Addo in den Addo Elephant Nationalpark gefahren. Port Alfred ist eine der teuersten Orte Südafrikas und in der Nebensaison kaum bewohnt. Im Dezember und Januar kommen dann gut verdienende Südafrikaner in ihre Ferienvillen und bringen ein Miama-Beach-Feeling an den Yachthafen von Port Alfred. Wir fühlten uns schon nicht mehr in Afrika, sondern in den Vereinigten Staaten. Als wir Richtung Addo weiter fuhren, kam das Afrika-Gefühl wieder etwas näher. Eine endlose Weite, mit einer faszinierenden Lanschaft. Baboons, Zebras, Sräuße und Kudus in den Grünfeldern und direkt an der Straße. Am nächsten Tag haben wir eine Safari durch den Nationalpark gemacht und dabei allerlei Tiere gesehen. Büffel, Zebras, viele Elefanten, Kudus, Schildkröten, Sträuße, Warzenschweine und viele Insekten. Wir waren sehr beeindruckt, denn diese Tiere sieht man in Europa eigentlich nur im Zoo. Ein solches Tier in der Wildnis zu sehen, ist ein besonderes Gefühl. Wir waren mitten in der Wildniss und abgeschieden von jeglicher Zivilisation. Gegen Mittag kamen wir der aber schon wieder sehr nahe. In Port Elizabeth haben wir uns mit anderen Freiwilligen getroffen und das zweite Hollywood kennen gelernt. Ein Park bzw. ein offener Gebäudekomplex mit kitschigen Verzierungen, allerlei Restaurants und Cafés, auf dem Boden Hollywoodsterne und eine übertriebene Atmosphäre. Total unpassend und nur für Touristen gemacht. Wir haben uns ehrlich gesagt auch überhaupt nicht wohl gefühlt. PE ist wie East London eine große Industriestadt und hat eigentlich nicht viel zu bieten. Die Promenade ist ganz nett, aber eigentlich nur für Touristen gedacht. Doch der Tourismus um uns rum wurde immer schlimmer. Unser nächster Halt war in Jeffreys Bay, einer der besten Surfsports der Welt und der Ursprungsort von Billabong, Oakley und vielen anderen Surfmarken. Dort haben wir traumhaftes Wetter am Strand und einige Stunden beim Shoppen in den Outlets genossen. Um uns rum nur Touristen in Urlaubsstimmung und Sommerbekleidung. Es kam ein richtig schönes Sommer und Feriengefühl auf. Weiter ging es nach Plettenberg Bay, wo wir auch Weihnachten verbracht haben. Der Ort ist für viele Touristen ebenso attraktiv, hat aber abgesehen von wunderschönen Stränden nicht viel zu bieten. Wir sind bei Regen und Unwetter angekommen und unsere Stimmung war alles andere als gut. Denn Weihnachten war nicht mehr weit entfernt und wir wurden sensibler und auch etwas traurig. A, 24. Dezember morgens aufgewacht, habe ich die ersten Weihnachtsbotschaften gelesen und konnte mir die ein oder andere Träne nicht verdrücken. Tagsüber war ich wirklich sehr sentimental, denn das Fest der Liebe ohne die Liebsten, ist doch etwas schwerer als man sich vorstellt. Dazu kam das bedrückende Wetter, welches sich an diesem Tag leider nicht verändert hat. Doch unser Abend hat das Weihnachtsfest gerettet. Wir waren unglaublich lecker essen und sind danach noch schön ausgegangen. Das eigentliche südafrikanische Weihnachten am 25. Dezember hat somit mit fröhlicher Feierstimmung begonnen und unsere Stimmung zum Positiven gewandelt. Wir waren morgens in einer römisch katholischen Kirche und wir erlebten das erste Mal einen langweiligen Gottesdienst in Südafrika. Danach haben wir mit Freunden am Strand den Weihnachtstag genossen. Waren zum Abschluss mal wieder lecker essen und sind müde und zufrieden ins Bett gefallen. Früh am nächsten Tag sind wir über Knysna und Wilderness an den südlichsten Punkt Afrikas gefahren. Am Cape Agulhas treffen der Atlantik und der Indische Ozean aufeinander und es ist unwahrscheinlich windig. Das verschlafene Dörfchen L’Agulhas ist sehr verschlafen, was uns viel Ruhe zum Entspannen gab. Weiter ging es an der Küste entlang über Hermanus in die wunderschöne Weinregion nach Stellenbosch. Ein Traum und meine absolute Lieblingsstadt Südafrikas. Tolle viktorianische, kap-holländische und georgianische Häuser zieren diese lebhafte Studentenstadt in Mitten des Weinlands. Berge im Hintergrund und umgeben von Weinreben erlebt man eine besonders schöne Atmosphäre nur 50km von Kapstadt entfernt. Das Städtchen ist sehr Afrikaans und überwiegend weiß. Man kann schön bummeln gehen, sich bei einer Weintour durch die Weingüter vom leckeren Wein überzeugen lassen oder wunderbar in den Weinreben Essen gehen. Doch unser Aufenthalt war leider etwas kurz, denn die Metropole Afrikas, Kapstadt, rief. Sechs aufregende Tage in Kaapstad haben meine Südafrika-Erfahrung auf jeden Fall erheblich bereichert. Ein Tag am Kap der Guten Hoffnung und am Cape Point, in Simons Town die Pinguine fotografieren, am Strand von Muizenberg die Surfer bestaunen, einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Checkmans Peak anschauen, bei einer Tasse Kaffee das Treiben an der Waterfront beobachten oder bei 32°C in der prallen Sonne den Tafelberg erklimmen. All das hat Kapstadt zu einem besonderen Abenteuer gemacht. Kapstadt ist so anders als der Rest Südafrikas. Es gibt deutsche Bäcker, überall sind Touristen und es ist sehr westlich. Eine wirklich interessante, lebendige und freundliche Stadt. Ich habe die Zeit total vergessen und mich einfach Schweifen lassen – Kapstadt ist ein „MUSS“ für jede Südafrika – Reise und man muss nicht mal etwas planen. Sondern einfach nur in den Tag hinein leben und sich vom Kapstadt-Alltag mitreisen lassen. Nach tollen Tagen in Kapstadt ging es über Stellenbosch, Oudtshoorn und Storms River Village zurück nach East London. In Stellenbosch hatten wir eine Weintour durch verschiedenste Weingüter mit Wein, Käse und einem herrlichen Panorama. Am nächsten Tag ging es entlang der Route 62 durch eine total abwechslungsreiche Landschaft in die Straußenstadt Oudtshoorn. Dort gibt es nicht nur viele Strauße, sondern auch eines der größten und faszinierendsten Tropstein-Höhlensysteme der Welt – die Cango Caves. Storms River Village war eines meiner gruseligsten Erlebnisse und hat mich in Sachen Ekeligkeit, Ungeziefer und Skorpionen sehr abgehärtet. In unserer Lodge gab es nicht nur Schlangen(hochgiftig!!), nein auch Skorpione, die im Bett lagen und unglaublich viele Spinnen. Hinzu kam, dass die Besitzerin eine Heilerin war und uns analysieren wollte. Nach dieser abenteuerlichen Nacht lag ich eine Woche mit hohem Fieber und Grippe im Bett. Es war sehr unangenehm, da es sehr heiß war und ich meine letzte Ferienwoche eigentlich noch genießen wollte. So habe ich aber der Reiseplanung viel Zeit gewidmet und mich gesund geschlafen. Abgesehen von Brezeln-Backen, Geburtstag von der kleinen süßen Annemarie und ein paar Spazierfahrten durch East London ist in dieser Woche nicht viel passiert. Am darauf folgenden Wochenende war ich zwar noch ziemlich schwach, aber fit genug um 3 Tage in die Halbwüste Karoo nach Graaff-Reinet zu fahren. Dort wollten wir eigentlich 3 Tage wandern, aber nach unserer ersten Wanderung von 16km bei 38°C hatten wir genug und unsere Kreisläufe haben es sichtlich gespürt. Die Karoo ist sehr trocken, heiß und landschaftlich wieder traumhaft. Man sieht in der freien Wildnis plötzlich Bergzebras neben sich, kurz vorm Auto überquert ein Impala die Straße oder man beobachtet Knus beim Spielen in den Büschen. Es ist weit und breit nichts und die Afrikaans-Stadt Graaff-Reinet ist die viertälteste Stadt Südafrikas. Sie ist mit wunderschönen Gebäuden geziert, die alle weiß sind. Dazu kommt ein blauer Himmel, der nicht blauer sein könnte und Büsche und Aloe Vera in saftigem Grün, die im Nationalpark glänzen – ich kann euch gar nicht beschreiben wie schön das alles aussah. Nach einem tollen Wochenende 6 Stunden von East London entfernt, ging es am Montag wieder zurück in die Schule. Gerade bin ich bei den 5- und 6-jährigen in Grade R. Dort werde ich noch eine Woche aushelfen, bis es nächsten Samstag erst nach Durban und dann in die Drakensberge auf das Midstay-Camp, mein Zwischenseminar, geht. Und tatsächlich ist es doch fast die Mitte meines Aufenthaltes. Vermutlich werde ich schon Ende Juni wieder zurück nach Deutschland fliegen. Dieses Wochenende bin ich bei meiner deutschen Halbgastfamilie, bei denen ich fast täglich meine Mittage verbringe und die mich fleißig unterhalten. Sei es Mall, Spielplatz, Essen, Schwimme, sie sorgen dafür, dass mir nicht langweilig wird. Heute waren wir ewig lang einkaufen, da der Lebensmitteleinkauf nicht ganz so einfach ist. Südafrikaner essen ungesund und vor allem viel Zucken – daran gewöhnen wir uns alle nicht und behalten die deutschen Essgewohnheiten bei. Morgen gehen wir zum South African Ironman, in die Kirche und ich gehe zu meiner Lehrerin nach Hause. Als ich diese Woche von der schönen Schneelandschaft in Deutschland gehört habe, konnte ich mir das schon gar nicht mehr vorstellen. Hier war es die ganze Woche ungemütlich drückend und schwül, die Sonne wollte sich nicht blicken lassen und der Regen war dazu eine Last. Doch heute kamen die ersten Sonnenstrahlen pünktlich zum Wochenende.

 

Ich wünsche euch somit liebe sonnige Grüße aus Südafrika!


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