Zwischen Tradition und Feierlaune

Hei,

da Weihnachten und Silvester ja jetzt vorbei sind, dachte ich, dass ich mal etwas über meine Erlebnisse schreiben könnte, da diese beiden Feste hier in Norwegen und auch speziell in meiner Heimatstadt Florø.

Advent: Die Adventszeit wird hier in Norwegen nicht viel anders „gefeiert“, als in Deutschland, sprich man zündet jeden Sonntag eine neue Kerze an, bekommt Besuch und gibt sich ansonsten dem allgemeinen Geschenkekaufrausch hin. Gerade letzteres war dieses Jahr nicht besonders einfach für mich, weil ich meine Gastfamilie ja noch nicht sooo schrecklich lange kenne und außerdem sind dann kurz vor Weihnachten noch meine zwei älteren Gastgeschwister Even und Anja gekommen, bei denen ich dann gleich gar keine Idee hatte, weil das einzige was ich über die beiden wusste war, dass sie gerne segeln. Außerdem musste ich die Geschenke für zu Hause dann ja auch noch abschicken, was auch nicht ganz so leicht ist, denn:

  1. die Postfiliale war total überfüllt
  2. weil das Paket ja durch den Zoll geht, müssen genauste Angaben gemacht werden, was drin ist und wie viel es kostet
  3. das ganze ging mit einer Flut an Formularen einherr, die natürlich alle auf Norwegisch waren

Am Schluss ist das Paket dann ja auch nicht rechtzeitig angekommen, aber daran konnte ich dann auch nichts mehr ändern. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, dass sich mein Preisempfinden (leider) schon ziemlich verschoben hat. So empfand ich es zum Beispiel als geradezu günstig, dass die Versendung des Paketes „nur“ 390 NOK (umgerechnet ca. 55 €) gekostet hat, was im Nachhinein betrachtet für deutsche Verhältnisse ein geradezu astronomischer Preis ist.

Weihanchten: Wie ja bereits gesagt, sind dann zu Weihnachten auch noch meine beiden älteren Gastgeschwister gekommen. Die sind echt sehr nett und lustig.

mein Gastbruder Even
mein Gastbruder Even
meine Gastschwester Anja (links :D )
meine Gastschwester Anja (links 😀 )

 

 

 

 

 

 

 

An Heiligabend sind wir am Nachmittag in die Kirche gegangen. Das war allerdings ziemlich anders, als ich es aus Deutschland in Erinnerung habe (ist aber auch schon ein Weilchen her), denn es wurde zwar viel über Gott geredet (ist ja auch eine Kirche), aber es wurde eben auch über weltlicheres geredet, wie zum Beispiel über Menschen in anderen Ländern und und und. Vielleicht hat das mit der Kirche ja was gebracht, weil mein sehnlichsther Weihnachtwunsch war es, „kvitejul“ also weiße Weihnachten zu haben. Man sollte meinen dies sei in Norwegen eine Selbstverständlichkeit, aber bevor wir in die Kirche gegangen sind sah es eher nicht dannach aus. Als wir dann aber nach dem Gottesdienst die Kirche wieder verlassen haben, hatte es auf einmal mehrere Zentimeter geschneit und das in weniger als einer Stunde!! Wieder zu Hause Haben wir dann „Middag“ gegessen. Es gab ein traditionelles Gericht namens „pinekjøtt“, welches mir nicht so sehr geschmeckt hat. Ich weiß nicht genau, was vorher mit dem Fleisch passiert ist, aber meine Gastmutter musste es zwei Tage vorher einweichen und anschließend wurde es mit Birkenzweigen gekocht. Nach dem Essen sind dann alle (inklusive mir) um den Weihnachtsbaum getanzt und haben Lieder gesungen. In dem Moment war es vielleicht ganz gut, dass unsere Weihnachtsbaum nicht ganz so ausladend war, wie ich es eigentlich gewohnt war…

mein Gastvater hatte leider die schönen Zweige abgeschnitten...
mein Gastvater hatte leider die schönen Zweige abgeschnitten…

dannach haben dann alle der Reihe nach ihre Geschenke ausgepackt. Eigentlich dachte ich, dass ich dieses Jahr nicht so wahnsinnig viel bekomme, aber ich hatte nicht mit der Verwandtschaft meiner Gastfamilie gerechnet 😀 . Vornehmlich habe ich Wintersachen bekommen was ich auch ganz nützlich fand.

das ist natürlich nicht alles, aber ich habe leider kein anderes Bild
das ist natürlich nicht alles, aber ich habe leider kein anderes Bild
das Wohnzimmer sah entsprechend aus :)
das Wohnzimmer sah entsprechend aus 🙂

 

 

 

 

 

 

 

Zum Ausklang haben wir dann noch einen Film geguckt und so um 2 Uhr morgens sind dann alle ins Bett gegangen.

Die Weihnachtsfeiertage: In diesen Tagen sind wir viel spazieren gegangen und waren einmal ski-fahren, sonst ist eigentlich nichts nennenswertes passiert.

Das Ende eines Schlittenrennens
Das Ende eines Schlittenrennens

Besuch bei „Mormor“: Am Donnerstag sind wir dann zu Moniques Mutter in die Nähe von Bergen gefahren und sind das Wochenende über geblieben. Es gab Verwandtenbesuch und ich habe in strömendem Regen Bergen besichtigt 😀 .

Mormor :)
Mormor 🙂

Silvester: Silvester wird hier in meiner Heimatstadt ganz anders gefeiert, als in Deutschland. Alle haben sich Kostüme angezogen und sind in einem großen Umzug durch die Stadt gelaufen. Das ganze hat mich etwas an den Karneval in Düsseldorf und Köln erinnert, war nur deutlich kleiner.
Einige hatten Holzgestelle mit Transparenten dabei, die sich mit Situationen aus dem vergangenen Jahr beschäftigen. Am Ende des Weges wurden diese dann in einem großen Feuer verbrannt. Mir hat man erklärt, dass die dargestellten Situationen somit abgeschlossen sein sollen. Danach gab es noch ein gemeinsames Feuerwerk und anschließend sind alle entweder nach Hause oder weiter feiern gegangen.

der Umzug beginnt
der Umzug beginnt
alles wird verbrannt
alles wird verbrannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So das wars erstmal, ich hoffe, es hat euch gefallen ha det 😀


Ein Gedanke zu Zwischen Tradition und Feierlaune

  • Lieber Robin,

    was mich an deinen Schilderungen am meisten beeindruckt, ist der fehlende Schnee. Ich hätte gedacht, dass ganz Norwegen darin versinkt. Anscheinend ist der Klimawandel aber auch im hohen Norden angekommen. Oder ist Regen zum Jahreswechsel in Norwegen ganz normal und ich bin einer Klischeevorstellung aufgesessen? Ansonsten freut es mich sehr, dass die Norweger so freundlich und großzügig (zu dir) sind.

    Gerd und ich haben in Düsseldorf den Jahreswechsel bei regnerischem Schmuddelwetter und circa plus zehn Grad insgesamt wenig ausschweifend und eher beschaulich verbracht. Luise allerdings war auf einer Big Party.

    Liebe Grüße
    Vera

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