Südafrika gibt’s also wirklich!?!

Fast vier Monate liegt meine Rückkehr nach Deutschland jetzt zurück. Und während ich es anfangs kaum glauben konnte, wieder in Deutschland zu sein, so kann ich mittlerweile kaum begreifen, dass ich wirklich in Südafrika war. Ein Jahr lang.

Jedes Mal, wenn ich Mails von Freunden aus Südafrika bekomme oder – wie erst vor wenigen Woche geschehen – eine Freundin aus Kapstadt mich besucht, dann kommentiere ich das stets mit einem „Südafrika gibt’s also wirklich“.

Kürzlich habe ich mit Julia, der anderen Freiwilligen in meinem Projekt, geskypt und dabei realisiert: Das Auslandsjahr wird für mich erst dann zu Ende sein, wenn auch sie wieder in Deutschland ist. Solange sie noch da ist, wohnt ein Stück von mir auch weiterhin in dem Behindertenheim vor den Stadttoren Kapstadts.

Ende Juli war ich in Deutschland von dem endlich einbrechenden Sommer willkommen geheißen worden. Nach dem nasskalten Winter in Südafrika hat das meine Eingewöhnungsphase bestimmt vereinfacht. Sechs Wochen lang hatte ich bei meinem Freund gewohnt und war dann zurück in meine WG gezogen. Nach fast anderthalb Jahren konnte ich also wieder in meinem Zimmer wohnen, in meinem Bett schlafen.

Das Auspacken von Klamotten, Schuhen und Taschen, die ich auf dem Dachboden verstaut hatte – eine Mischung aus Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich wusste gar nicht, wieviele Sachen ich besitze und um ehrlich zu sein brauche ich sie auch gar nicht mehr. Nach einem Jahr in Südafrika, in dem ich von so wenig gelebt hatte, bin ich in der deutschen Konsumkultur noch gar nicht richtig angekommen. Bis heute ist mein Kühlschrankfach im Vergleich zu denen meiner Mitbewohner recht leer 🙂

Doch nach wenigen Wochen in Deutschland hat mich die deutsche Realität dann schnell wieder eingeholt: Papierkrieg mit Behörden und Versicherung und der Frage, wie es für mich beruflich weitergeht. Ich hatte vor dem Auslandsjahr mein Studium beendet und neun Monate gearbeitet. Zurück in Deutschland war ich dann erstmal fünf Monate auf Jobsuche. Hierbei konnte ich beweisen, dass ich in Südafrika gelernt habe, kleine Rückschläge nicht mehr überzubewerten und positiv in die Zukunft zu blicken.

Da ich in meinem Privatleben feststellen musste, dass das Interesse für das Auslandsjahr doch eher spärlich ist und sich auf einige Fragen beim ersten Wiedersehen beschränkt, tut es mir umso besser, meine Erlebnisse bei den Nachbereitungen und AFS-internen Schulungen zu reflektieren. In den Gesprächen mit anderen Returnees tut sich in mir immer unheimlich viel, so dass sich wohl mit der Zeit das wechselhafte Jahr in meiner Erinnerung zu einer ausschließlich positive Erfahrung verändern wird…

 


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