Jingle Bells…

Hallo Leute!

Zwischen Eis und Schnee rückt schließlich auch hier im entfernten Lettland Weihnachten spürbar immer näher.

Doch zunächst eine Woche zurück. Keine 24 Stunden, nachdem ich meinen letzten Artikel geschrieben habe, fing es plötzlich wieder an, zu schneien, endlich! Zum ersten Mal nach dem heftigen, aber kurzlebigen Schneetreiben Ende Oktober wieder weiße Wälder und Felder.
Und das ist bis jetzt auch so geblieben. Mein Gastbruder meinte sogar, die weiße Welt könne durchaus bis zum Fest der Freude weiß bleiben, und eventuell sogar bis zum Ende des Winters, sprich: bis in den März.
Die Temperatur sinkt bisher unaufhörlich nach unten, wobei sie sich allerdings dann und wann einige Ausrutscher in beide Richtungen erlaubt. Während der gestrige Tag mit durchgehend -7 Grad der bislang kälteste war, und die Abendtemperatur mit -8,5 Grad die bislang kälteste (von mir auf dem Thermometer beobachtete) war, schleicht der heutige Tag mit -5 Grad dahin. Obwohl das natürlich auch nicht nichts ist.
Worauf ich nun warte, ist selbstverständlich der Morgen, an dem erstmals -20 Grad oder weniger herrschen!

Soviel zum Wetter. Am Wochenende war außerdem eine weitere Aktivität des (natürlich generell gesehen immer aktiven) AFS: die Weihnachtsfeier des lettischen Ableger der Weltorganisation. Viel zu berichten gibt es dennoch nicht. Jedes Land durfte wieder eine Präsentation präsentieren, und aus Mitgebrachtem wurde ein süßes Buffett eingerichtet, die Austauschschüler aus aller Welt haben sich wieder gesehen, und irgendein seltsames Improvisationstheater hat viel zu lange improvisatorisch Theater betrieben. Auch ohne Lettisch zu verstehen, konnte ich deutlich deren schauspielerische Missleistung erkennen, und von einigen Lettisch-Kundigen habe ich mir dann meine Meinung bestätigen lassen, dass das Ganze ziemlich langweilig und unprofessionell wirkte für ein „professionelles Improvisationstheater“. Die gesamte Show wurde auf Lettisch gehalten, bis auf die Länderpräsentationen natürlich, was vielleicht auch eine ganz nette Idee war, da die Moderatoren Hände, Füße, und zur Not auch Englisch einsetzen konnten, um uns Schüler das Wichtigste verständlich zu machen, aber ein schlechtes lettisches Theaterensemble zu engagieren war meiner Meinung doch ein bisschen zu viel.

Wie auch immer, das alles macht den Fakt jedenfalls immer greifbarer, dass tatsächlich Weihnachten vor der Tür steht. Über das Vergehen der Zeit möchte ich nichts mehr sagen, ich habe mich in irgendeinem anderen meiner Artikel schon genügend darüber geäußert.
Dennoch ist es seltsam, den Blick so fest auf das erste völlig fremde Weihnachten zu richten, auf einen Bruch mit alten Traditionen etc. Ich glaube, dieses Fest ist einer der am meisten klaren Vergleichspunkte zweier Kulturen, weil hier so viele Traditionen zum Ausdruck kommen, wie sonst selten. Das führt dazu, dass in einem Auslandsjahr viele dieser Traditionen ausgewechselt werden, verändert oder vollkommen erneuert. Vielleicht spürt man hier am deutlichsten, dass man überhaupt jetzt in einer fremden Kultur, in einem fremde Land lebt. Ich denke, dies ist einer der wichtigsten Schritte, sich dem neuen Land anzupassen, und ist bestimmt auch Startpunkt für viele weitere Erkenntnisse, Möglichkeiten usw…
Ich werde sicher noch einmal in einem späteren Artikel darauf zurückkommen, wenn denn nun das Jahr 2012 endgültig hinter uns liegt. Auch das ein seltsames Gefühl…

Naja, das ist jedenfalls der Punkt, an dem ich nun Schluss mache.
Da ich nicht glaube, vorher noch etwas zu schreiben, sei allen Lesern schon mal eine schöne Weihnacht gewünscht!

Grüße aus Lettland,

Felix


Ein Gedanke zu Jingle Bells...

  • Hallo, danke. Ich wollte nur sagen, das ich letzetens deien Papa traf, wir etwas auch von deinem verstorbenen Opa sprachen. Ich denk an euch kommenden Freitag und wünsche euch viel Kraft.
    Sibylle Schicketanz

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