Gedanken, die aufkommen, wenn man nicht denkt

BrückeEs kommt vor, dass Dinge geschehen, die du niemals vergessen wirst. Und ich habe den leisen Verdacht, dass ein Austauschjahr voll von solchen einmaligen Momenten ist…

Wir standen auf der Straße und sprachen. Wir lachten und rätselten über ein Werbeplakat. Als der Mann, der an uns vorbeiging, stehen blieb.

Er war alt und tattrig, hatte schon viele Menschen stehen und sprechen gehört.

Er blieb stehen und spuckte vor unsere Füße.

Langsam tatterte er weiter und bog schließlich um die Ecke. Wir sahen ihm nach, entgeistert. Erschrocken weiteten sich unsere Augen,

unser Gespräch war verstummt.

Wir standen auf einer Straße in Rumänien und hatten Deutsch gesprochen.

 

Wenn Menschen sich trennen, in Köpfen und Sprachen, in Ländern und Religionen entsteht Hass.

Blinde Wut und Abscheu kann nur auf dem Boden der Geteiltheit wachsen. Denn nur Gruppen können sich neiden und bekämpfen.

Frieden ist da, wo Menschen vergessen, dass sie keine Brüder und Schwestern sind. Nicht dort, wo es ihnen gelehrt wird, Schwestern und Brüder zu sein.


Ein Gedanke zu Gedanken, die aufkommen, wenn man nicht denkt

  • Wow! Ein toller Blog-Eintrag! Den leisen Verdacht kann ich nur bestätigen, besonders in einem Auslandsjahr gibt es einige solcher Momente. Und es ist wirklich toll, wenn man imstande ist, die Emotionen festzuhalten nicht nur in Gedanken, sondern in einem Gedicht!
    Ich glaube aber, diese vielen Erlebnisse haben ihre Ursache in der Tatsache, dass plötzlich alles wieder neu ist, dann ist man offen, neugierig, wie ein Kleinkind, dass sich an seine Umgebung gewöhnt. Im Laufe des Lebens verlieren wir unsere Fähigkeit, dass Leben in seiner Schönheit und Reinheit zu beobachten und ein Auslandsjahr macht uns wieder empfindlich für diese Gabe… Und wer sie zu fühlen und schätzen weiß, ist ein glücklicher Mensch!

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