Routine ist was für Langweiler

Hei aus Norwegen, ich hab ja lange nichts mehr geschrieben, aber ich hatte einfach nie richtig Zeit, weil so viel passiert ist.

„Routine ist was für Langweiler“, nach diesem Prinzip funktioniert meine Schule hier in Norwegen. Es wird sich nämlich immer was neues ausgedacht, damit man sich nicht zu sehr auf alles verlässt. Zum Beispiel wurden die Schüler letzten Montag per SMS! benachrichtigt, dass heute kein Sport stattfindet. Was stattdessen passiert, wurde allerdings offen gelassen. Also sind wir alle in den Vorraum der Sporthalle gegangen und haben gewartet. Irgendwann kamen dann mehrere Lehrer und haben uns in Gruppen eingeteilt. Als wir dann alle in etwas kleineren Klassen zusammensaßen, wurde uns nach einem ausführlichen Vortrag über richtige Ernährung und Fitness mitgeteilt, dass wir unser eigenes Trainingsprogramm entwickeln sollen. Gesagt, getan und es war sogar ganz lustig. Auch interessant ist, dass ein Fach zwar eigentlich von nur einem Lehrer pro Klasse unterrichtet wird, aber manchmal entscheiden sich die Lehrer auch mal zu einem Kurzurlaub und dann steht auf einmal jemand anderes vor der Klasse und macht Unterricht.

Die Leute in meiner Klasse sind nachwievor sehr nett zu mir und erklären mir alles, allerdings immer mehr in einer sehr lustigen Mischung zwischen Norwegisch und Englisch. Auf Deutsch fluchen oder einzelne Satzteile von sich geben, ist in meiner Gegenwart allerdings auch sehr beliebt.Ich hab jetz auch die anderen Austauschschüler an meiner Schule kennengelernt und die sind auch sehr nett, aber leider alle in den Jahrgängen über mir.

Generell ist der Umgang zu anderen Personen in meinem Leben hier ausnehmend freundlich und da meine Gasteltern einen riesigen Familienkreis besitzten, gibt es auch immer jemand neuen, den man kennenlernen kann. Aber auch ohne die hiesige Verwandtschaft gibt es genug Bekannte, denen ich vorgestellt werde und die die Reaktion ist fast immer die Gleiche:

-Gastelternteil: Das ist unserer Austauschschüler.

-Bekannter: Aha (gefühlt nur mäßig interessiert)

-Gastelternteil: Er kommt aus Deutschland.

-Bekannter: Oho! (schon eher interessiert)

Erst nachdem dieser Dialog über die Bühne gegangen ist, werde ich in die Gespräche miteinbezogen. Des öfteren kommt dann auch  mal ein Satz in Deutsch zum Einsatz.

Die einzige Routine in meinem Leben ist, dass ich immer um 6:00 Uhr aufstehen muss, weil ich einen sehr langen Schulweg habe. Aber im Bus schlafe ich dann meistens noch ein bisschen. Und übrigens: Großes Kompliment an die norwegischen Busfahrer!! In Deutschland bekommt man es ja des öfteren mit ziemlich unfreundlichen oder gestressten Exemplaren der Spezies Mensch zu tun. Nicht so in Norwegen, hier steigt der Nusfahrer sogar aus, um einem mit der Reisetasche zu helfen, er kennt fast alle seine Fahrgäste ( inzwischen sogar mich 😀 ), so dass man nicht mal sein Ticket vorzeigen muss, er lächelt stets, er wartet auf die Fahrgäste, wenn die sich verspätet haben und ist trotzdem noch pünktlich! Wenn das mal keine Leistung ist.

Heute hatten wir in der Schule „Aktivitätstag“, d. h. man muss sich eine Sportart aussuchen (bei mir Volleyball) und die wird dann von 9:00 bis 13:00 Uhr in Form eines Klassenturnieres praktiziert. Weil sich aus meiner Klasse sehr viele für Volleyball angemeldet haben, wurden wir in zwei Teams aufgeteilt. Wir haben den 2.+3. Platz belegt (ich war im 3-plazierten Team). Danach hat der Rest meiner Klasse eine Klausur geschrieben. Das funktioniert in Norwegen allerdings etwas anders:

  1. die Schüler benutzten ihre Laptops
  2. die Aufgaben sind im Fronter (sehr praktische Erfindung dazu unten mehr) zu finden
  3. Internet ist praktisch die ganze Zeit verfügbar
  4. das Schulbuch auch
  5. der Lehrer befindet sich die meiste Zeit außerhalb des Klassenraumes
  6. man hat viel Zeit (3 Stunden für ein bis zwei Seiten)

Trotzdem hat niemand  abgeschrieben, oder auch nur einem anderen eine Frage gestellt. Nun zum Fronter: Der Fronter ist eine private Internetseite, die für jeden Schüler von der Schuladministration erstellt wird. Auf dieser Seite sind die nächsten Stundenthemen, Hausaufgaben, Klassenarbeitstermine und vieles mehr zu finden (wenn auch nicht alles drinnsteht, sonst wär’s ja langweilig). Außerdem stellt der Fronter die Basis für den Unterricht, ewil auf ihm alle Arbeitsmaterialien zur Verfügung stehen. Eine weitere Funktion des Fronters ist (wie oben bereits genannt), dass die Aufgaben für die Klausuren in seinem Verzeichnis zu finden sind. Man kann aber auch Dokumente hochladen, die dann vom Leher eingesehen werden können (Hausaufgaben, fertig gestellte Klausur etc.).

So, hoffentlich hab ich euch nicht zu sehr gelangweilt ;D

Bis zum nächsten Mal Robin

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>