Und das Warten geht (noch) weiter…

Hallo,

Ich heiße Josefine, bin 16 Jahre alt und gehe 2012/13 nach Polen.

Damit dürfte der ersten Vorstellung Genüge getan sein 😉

In ca. drei Wochen geht es für mich und die anderen Polen-Hopees (endlich) los und ich bin schon total aufgeregt! Eigentlich sitze ich den größten Teil des Tages nur ruhelos zu Hause rum und warte auf den Klang der in den Briefkasten fallenden Post, um dann herunterzurennen und enttäuscht festzustellen, dass es doch nur der WochenKurier, eine Rechung oder ein Aufruf zur Altkleidersammlung war. Diejenigen unter euch, die das schon mal durchgemacht haben oder es immer noch tun, wissen, wie nervtötend das ist. Aber andererseits kann ich dem Ganzen auch eine positive Seite abgewinnen:  Da bleibt die Spannung erhalten;)!

Vielleicht werdet ihr euch jetzt fragen, warum ich ausgerechnet nach Polen gehe. Da seid ihr nicht die Ersten und ihr werdet wohl auch nicht die Letzten sein, denn so ziemlich mit jedem, den ich getroffen habe, habe ich folgendes Gespräch geführt: „Was, du machst ein Austauschjahr? Cool, wo gehts denn hin?“ „Nach Polen.“ „WAS? Was willst du denn da? Das ist doch gleich nebenan, da kannst du doch Urlaub machen!“ Oder wahlweise die zweite Antwort: „WAS? Was willst du denn da? Da ist doch alles verdreckt und verkommen und die Leute klauen…“ Kam eben ganz auf die Vorurteilsfreiheit an.

Polen war das Land meiner ersten Präferenz, neben Island, wohin aber sowieso nur ganz wenige gehen (das hatte ich also schon vorher ausgeschlossen). Und wenn ich ehrlich bin, will ich auch erst seit zwei Jahren dorthin. Meine Schule hat eine Partnerschule in Nowa Sól, mit der wir immer Austausche organisieren. Im November 2010 bin ich mitgefahren und habe so eine Woche in einer polnischen Familie verbracht. Und ich habe es nie bereut! Besser noch, ich wollte gar nicht mehr weg und als ich wieder in Deutschland war, sofort wieder hin. Die Polen habe ich als ein sehr offenes, lebendiges und freundliches Volk kennengelernt, auch später in den darauffolgenden Sommerferien und auch erst wieder vor anderthalb Wochen, als ich bei einer Jugendbegegnung in Wroclaw war. Und immer noch habe ich das Gefühl, dass ich sofort wieder nach Polen muss, wenn ich in Deutschland bin… Ich weiß auch nicht, warum.

Allgemein wird behauptet, dass Polnisch eine sehr schwere Sprache sei. Nun ja, aus eigener Erfahrung kann ich nur berichten, dass sie sehr ungewohnt ist und das Erlernen am Anfang mit einer gebrochenen Zunge einhergeht. Aber wenn man den ersten Durchbruch hatte, geht es schneller und man quält sich nur noch mit der Grammatik herum. Und die hat es offenbar echt in sich!! Die Polen haben nämlich die Angewohnheit, sämtliche Substantive durchzudeklinieren, also auch die Namen (sofern sie etwas damit anfangen können. Weibliche Namen enden im Polnischen immer auf -a, also wird aus Josefine schnell mal Józefina und mit Ute können sie gar nichts anfangen). Da wird also dann aus Józefina „od Józefiny“, wenn ich „von Josefine“ sagen möchte. Aber vermutlich werde ich nächstes Jahr nur in der Anfangszeit „Józefina“ genannt werden. In Polen werden die meisten Namen nämlich verniedlicht, sodass aus mir dann eine „Józia“ wird, wie ich in der letzten Woche erfahren durfte. Ein interessantes Gefühl, wenn da ein Pole vor einem steht, einem „Józia“ ins Gesicht brüllt und man immer noch nicht mitbekommt, dass man angesprochen wird… Es ist durchaus möglich, dass ich als unhöflich galt. Aber was solls, ich habe ja dann ganze 10 Monate Zeit, um mich daran zu gewöhnen.

Mal sehen, wann ich die Information über meine Gastfamilie erhalte. Auf alle Fälle bin ich sehr gespannt, in welche Ortschaft es mich verschlägt und wie meine Familie sein wird. Andererseits, wer von den diesjährigen AFS- Hopees ist das denn nicht? 😉

Viele Grüße an alle, Josefine


4 Gedanken zu Und das Warten geht (noch) weiter...

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