Die Zeit fliegt!

Das hab ich nicht nur daran gemerkt, dass ich schon seit sieben Monaten nichts mehr geschrieben habe, sondern auch wegen des Fakts, dass es in 36 Tagen schon wieder nach Hause geht. Wie jetzt? HÄ? 36 Tage?! Wo ist die ganze Zeit denn geblieben, bitte? Das letzte mal, als ich wirklich ernsthaft die Tage gezählt habe, war Weihnachten und das ist jetzt einfach mal 6 1/2 Monate her! Diese 36 bleibt im Moment die ganze Zeit im Hinterkopf, verfolgt einen überall hin, und ertappt einen, wenn man sich mental gerade „Naja, du hast ja noch Zeit …“ sagt. Das was eigentlich traurig macht, ist nicht die Tatsache, dass man alles, was man noch irgendwie machen will in 36 Tage quetschen muss, sondern viel mehr, dass man die ganzen neuen Freunden und die 2. Familie zurücklassen muss. Diese Freunde waren am Anfang die Leute, die einen gefragt haben, ob es Cola, Autos und Bäume in Deutschland gibt und die Namen, die man kurz vor der Abreise aus dem Heimatland auf ein Stück Papier gedruckt bekommen hat, sind jetzt die 2. Familie. Man hat auf einmal mehrere Mütter und Väter und ist kein Einzelkind mehr, sondern Drilling.

Ein anderes Beispiel für das Fliegen der Zeit ist, dass ich den Blogeintrag in Englisch angefangen habe, keine normalen Sätze mehr bilden kann und an den weirdesten Stellen im Satz Kommas setze – und weil ich weird auch im Deutschen gebrauche, genau.

Und da es mich gerade 1 Stunde gekostet hat, das Gefasel da oben zu schreiben, sollte ich vielleicht einfach zum eigentlichen Erzählteil übergehen. Weil ich solange schon nichts mehr geschrieben habe, werde ich euch einfach über die aufregendsten und coolsten Ereignisse des Jahres erzählen, mit ganz vielen Fotos (hoffentlich, wenn es das Internet zulässt. )

 

1. Kapstadt

Ja, da war ich schon! Es ist eine supercoole, mega verwirrende Stadt. Auch wenn ich noch nie irgendwie in New York war, haben mich die gelben Ampeln und die vielen Businessleute, die es da in Massen gibt, schon stark daran erinnert. Es gleicht echt einer sehr modernen, europäischen Großstadt mit U-Bahn und Bussen und allem drum und dran. Es gibt viele moderne Geschäfte, viele junge Designershops, viele kleine Märkte, auf denen man of course ganz viel Kleinkram kaufen kann. Natürlich gibts dann noch die Long Street dort, die Partymeile von Kapstadt, mit vielen Diskotheken und Cafes und Bars, und ein paar (viele) kleinere Geschäfte haben sich auch darunter gemischt. Mein Gastbruder und ich haben dort einen anderen Austauschschüler aus Belgien besucht, der im wunderschönen Parow dort wohnt. Die Waterfront und Canal Walk haben wir auch besucht – verglichen mit Deutschland’s Malls ist das überhaupt kein Vergleich (besonders schöner Satz). Sie sind einfach riiiieeesig und man kann dort locker einen kompletten Tag verbringen.

Das mit Interessanteste an der Reise war der Besuch von Robben Island. Nelson Mandela war dort inhaftiert, bevor er die Apartheid beendet und der erste Präsident Südafrikas nach der Apartheid wurde … ein Stück Land mit Geschichte also. Die Führung dort war richtig gut und wurde sogar von einem ehemaligen Inhaftierten geleitet, was das Ganze natürlich noch spannender machte.

Auf den Tafelberg haben wir es leider aufgrund eines kleinen Studentenbudgets (Gondelfahrt rauf und runter kostet 20 Euro und hochwandern ging nicht, wegen den Wetterbedingungen) nicht mehr geschafft, aber Fotos haben wir natürlich sehr wohl geschossen.

 

2. Durban

In Durban war ich Anfang diesen Monats, da meine Gastmutter am 3. Juni den Comrades gelaufen ist! Der Comrades ist ein 89 km langer Ultramarathon, der jedes Jahr zwischen Pietermaritzburg und Durban stattfindet. Also haben wir uns am Donnerstag davor einfach ins Auto gesetzt und sind von Mosselbay nach Durban gefahren. Es sind ungefähr 900 km denke ich! Die Stadt an sich ist sehr modern und vor allem von viel indischer Kultur geprägt. Indische Märkte, indisches Essen, indische Menschen. In manchen Teilen der Stadt könnte man glatt denken, man wäre in Indien 🙂 Am besten hat mir der Victoria Street Market gefallen, ein Indoor-Markt, der allen möglichen Kram verkauft, von viel afrikanischem und dem typischen Tourikitsch bis zu den verschiedensten Gewürzen und Reis in 6 kg Säcken. Das beste Curry, das ich bis jetzt gegessen habe, habe ich natürlich auch dort gegessen. Auch die Waterfront von Durban hat viel zu bieten, man kann sich Surfbretter ausleihen oder Tauchkurse machen… Haben wir leider nicht, weil meine Gastmutter sich für ihren Lauf schonen musste – verständlicherweise 😛

Ein anderes Highlight in Durban waren die Affen! Als wir morgens aufgestanden sind, sind beim Nachbarn auf dem Dach einfach ein paar Affen rumgesprungen, die nur darauf warteten, dass ahnungslose Leute ihre Türen auflassen, damit sie Papayas, Mangos und Bananen klauen können! Hab davon aber leider kein Foto, vielleicht mal ein Grund nach Südafrika zu gehen 🙂

 

3. KKNK – Klein Karoo Nasionale Kunsfestival

Ja, das hört sich erstmal sehr komisch an. Aber wie man aus dem Namen schon fast erahnen kann, handelt es sich hierbei um ein Kunstfestival. Hört sich ziemlich langweilig an, ist es aber nicht! Es ist nämlich nicht nur Kunst, also Kunst wie man sie sich vorstellt mit Ölgemälden oder irgendwelchen Statuen, sondern auch viel Theater und Musik. Alles auf Afrikaans, der lustigen Sprache, die aus Holländisch, Deutsch und Englisch besteht. Die kann ich inzwischen schon komplett verstehen und auch fast fließend sprechen. Bis auf einige kleine Vokabeln natürlich … Wir haben uns auf dem Festival 3 Theaterstücke angeschaut und oft auch Bands, die bei den verschiedenen Locations aufgetreten sind. Ein paar mal waren wir auch feiern, was ich den Rest des Jahres eher weniger gemacht habe :D. Eines Abends, als wir noch irgendwo draußen unterwegs waren, ist eine Freundin schon vor zum Zelt gegangen, weil sie müde war. 5 Minuten später erhielten wir dann einen Anruf von ihr, dass wir ganz schnell kommen sollten, weil ein bewusstloser Typ in unserem Zelt lag!  Als wir dann beim Zelt angekommen waren, tatsächlich: Überall lagen leere Bierflaschen und anscheinend hatte jemand in unserem Zelt ohne unser Wissen eine Party gefeiert und den armen Menschen einfach bei uns vergessen. Haha! Wir haben ihn natürlich zu SEINEM Zelt gebracht und am nächsten Morgen lustigerweise erfahren, dass der Junge Theologie studiert … 😀

 

Ein guter Abschluss dieses Blog-Artikels, finde ich! Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in das ganze Geschehen hier bekommen und ich entschuldige mich nochmal, dass es solange gedauert hat mit dem posten. Das Auslandsjahr ist halt wirklich echt zu kurz ;). Von meinem kommenden Trip nach Johannesburg, Pretoria, Kimberley und Uppington wird dann natürlich ausführlich berichtet!

Sarah

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>