Urlaub im Bilderbuch – Lican Ray und Via Rica

Als erstes möchte ich mich mal wieder entschuldigen, dass ich wieder seit Wochen oder besser gesagt seit Monaten nichts mehr von mir habe hören lassen. Auch mein Versprechen, einen Blogeintrag über Patagonien zu verfassen, bin ich leider nicht nachgekommen. Ich habe zwar einige Seiten geschrieben, dann ist mir aber für einige Wochen die Lust am Schreiben vergangen, und ich habe den Eintrag abgebrochen. Vielleicht werde ich ihn in im Laufe des Halbjahres noch vervollständigen. Versprechen möchte ich in dieser Hinsicht allerdings keine mehr geben.


Im Moment sitze in einem gemütlichen Ferienhaus in der Kleinstadt „Lican Ray“, in der Region der „Araucania“. Es ist Montag und der letzte Tag der Reise. Da wir während der gesamten Reise Internetverbot haben, schreibe ich in die ausgelassen Seiten meines Reisetagebuchs (mir war wie gesagt vor einigen Wochen die Lust am Schreiben vergangen). Ich sitze im Wohnzimmer an einem ovalen Tisch, aus der Stereoanlage dringt leise Musik von den „Zolas“, die vom aufs Dach drommelnden Regen wie statisches Hintergrundrauschen durchbrochen wird. Um mich herum herscht rege Bewegung, wir bereiten uns auf den letzen Ausflug vor, weswegen ich meine Schreibposition ins Auto verlegen muss.

Es geht an den in der Region wohl bekanntesten Platz, die „Via Rica“, einem Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Aus den oft wolkenverhangenem Krater krauselt sich eine stetige Rauchfahne, die sich durch dunkleres grau eindeutig von den Wolken abhebt. An klaren Tagen zeichnet sich der wie abgeschnitten wirkende braune deutlich gegen den blauen Himmel ab. Etwa zweihundert Meter unterhalb des Kraters beginnt ein Gletscher, der den Vulkan wie einen Mantel umhüllt, was den Bilderbucheindruck nur verstärkt. Der Vulkan ist von drei Seen umgeben , deren Wasser durch vulkanische Mineralien fast schon geklärt wird. Wenn man mit dem Kajak auf den See hinausfährtkann man ohne Probleme bis zu sechs Meter tief auf den kahlen und pflanzenlosen Seegrund blicken. In den Bergen die den Vulkan umgeben, liegen versteckt heiße vulkanische Quellen, in denen man bei unverschämt hohen Preisen sich in bis zu 41° C warmen Wasser entspannen kann. Das Tal, in dem die Quellen liegen, wirkt tropisch und ist von Moosen und Pflanzen mit regenschirmgroßen Blättern durchsetzt. An regnerischen Tagen ist das Tal mit Wasserdampf gefüllt und lässt es einem wie im Regenwald Brasiliens vorkommen. Nur bunte Vögel, Schlangen und Raubkatzen würden fehlen, um den Eindruck zu perfektionieren.

Die fast acht Stunden zu siebt im Jeep war dieser Urlaub auf jeden Fall wert.
In zwei Wochen geht es für mich hoffentlich nach Brasilien, im Moment gibt es noch Probleme mit einem Dokument. Ich könnte mir eventuell ueberlegen, über diesen Urlaub auch einen Eintrag zu schreiben. Bis zum nächsten Eintrag und Grüße vom Ende der Welt.

Jannis


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