Auf dem größten Straßenkarneval der Welt

Seit 2 Tagen ist nun der Karneval in Salvador vorbei. In Salvador ist der größte Straßenkarneval der Welt, und ich war 3 Tage da. Es sah in der Regel so aus, dass wir (Kirsten = Neuseeland, Lena = Deutschland, Jess = Thailand) um ca. 18 Uhr aufgebrochen sind und dann in einen der sogenannten Camarotes gegangen sind. Camarotes sind so Art Balkone am Rand der Straße.Dort hat man eben Toiletten, meist Open Bar, Sitzmöglichkeiten, einen DJ, Security etc. Wir haben uns für diese Camarote entschieden, da es doch deutlich sicherer ist und auch einfach praktischer. Trotzdem sind wir manchmal ein bisschen auf die Straße gegangen, was aber auch ein bisschen nervig war, da wir 4 Austauschschüler sind und auffallen, so wurden wir andauernd angesprochen, bzw. „angegraben“, und die Brasilianer sind oft ziemlich aufdringlich und akzeptieren kein ’nein‘.

Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß und die mega Trucks mit den brasilianischen Sängern waren ziemlich beeindruckend. Nach 10 Stunden waren wir auch irgendwann wieder zu Hause, was sich ziemlich lange anhört, aber die Zeit verging so schnell!

Am Montag geht die Schule wieder los.  Nach 3 Monaten Ferien wird es ziemlich schwer, so früh aufzustehen. Auch wenn ich mein „Gammelleben“ genieße, freu ich mich ein bisschen auf die Schule, auch wenn ich nach wie vor nicht wirkliche Freunde dort habe. Natürlich habe ich Leute, mit denen ich rede und in den Pausen „abhänge“, aber mit denen mache ich eben sonst in der Freizeit nichts. Wobei das hier generell etwas anders ist, da alle nach der Schule nach Hause müssen, da sie lernen müssen und Hausaufgaben machen müssen, aber dann sind sie auf einmal alle bei Facebook online…

Mit meiner Familie komm ich immer noch gut klar, ich muss sagen, ich hatte wirklich Glück mit meiner Familie, wir passen wirklich gut zusammen. Während meine Freunde fragen müssen, ob sie ausgehen dürfen, muss ich nur sagen „Ich geh weg, mit meinen Freunden feiern! Ich schlaf bei Person X ok?“. Es ist nicht so, dass es meiner Familie egal ist, was ich wann wie wo mache, aber ich denke, andere Familien sind viel zu empfindlich mit den Austauschschülern. Und das ist einfach nervig, denn man will ja auch was erleben!

Sonst gibt es nicht viel Neues… Ich genieße die letzten Ferientage und freu mich auf die Schule, aber hätte auch so gerne noch länger Ferien. Nach 3 Monaten hat man sich eben schon so richtig dran gewöhnt!

Ich vermisse meine Freunde mittlerweile deutlich mehr, da ich hier immer was mit den gleichen Leuten unternehme und man sich irgendwann eben nicht mehr sooo viel zu sagen hat oder auch einfach leichter angenervt ist!
Es ist nicht so, dass ich JETZT nach Hause will, aber ganz viele Austauschschüler sagen „Ich liebe Brasilien, ich will gar nicht zurück!“ und klar, ich finde Brasilien auch toll und schön und genieße die Zeit hier, aber ich freu mich auch schon sehr auf mein ‚richtiges‘ zu Hause und hänge nicht soooo intensiv an Brasilien wie manch anderer Austauschschüler.
Da ich die „Halbzeit“ schon hinter mir habe, höre ich jetzt ein leises Ticken im Ohr, was wohl noch deutlich lauter werden wird. Ich habe  immerhin schon 7 Monate hinter mir und nur noch 4 vor mir. Langsam überlege ich mir, was ich noch alles machen und erleben will, denn die Zeit rennt!

 


2 Gedanken zu Auf dem größten Straßenkarneval der Welt

  • Hi du,
    ich bin ja auch grade in Brasilien.. man hat mir gesagt, dass die Camarotes ULTRA teuer sein sollen? So von wegen 1000 Reais (zumindest bei den bekannten Stars).. warst du jeden Tag in nem Camarote?
    Beijos,
    Anne

  • Hey Anne,
    nein, ich war eigentlich nur 2 Tage in einem Camarote, allerdings auch in einem der billigsten, ca. 120 Reais pro Nacht. Das variiert aber wirklich nach Camarote, z.B. gab es einen, wo Pitbull gespielt hat, der hat dann 850 Reais gekostet. Aber die Sänger haben ja auf den Trucks auf der Straße gespielt, also war es vom Prinzip egal, wo man war. Ich war auch noch einen Tag auf der Straße, das war auch echt cool!
    beijos, Nathalie

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