Weihnachten, Silvester, Valentinstag…

… alles besondere Ereignisse, die in Mexiko ein wenig anders sind, als ich sie bisher kannte.

Weihnachten

Die Vorweihnachtszeit begann so Ende November. Zwar gab es, zumindest in meiner Stadt, keine Lichter und bunten Weihnachtsbeleuchtungen in den Straßen, aber dennoch war es alles deutlich kitschiger und übertriebener, was man dann merkte, wenn man einen speziellen Weihnachts-, oder Beleuchtungsladen betrat. Da taten einem echt die Augen weh, soviel Geblinke in allen Farbe und Formen und wirklich schön, war da eigentlich nichts. Außerdem dröhnten aus den großen Boxen laute Weihnachtslieder.

Lichtermeer
Lichtermeer

Weihnachtsbäume sind auch ein Kapitel für sich! Zum einen gibt es da Plastikbäume, die ziemlich toll aussehen können, sowie der Riesenbaum, den meine Familie Zuhause hatte. Eine andere Sorte Plastikbäume, sind die, die nicht grün, sondern, lila, weiß oder SCHWARZ sind!!! Auf die Frage an die Verkäuferin, warum es schwarze Weihnachtsbäume gibt, sagte diese “Ich weiß nicht, Emo’s freuen sich bestimmt darüber”. Das fand ich schon ziemlich lustig 😀

Die tollere Variante der Weihnachtsbäume sind natürlich die echten, aber nicht die, die man so einfach kauft, sondern die, die man selbst fällt. Ende November fuhr ich mit der Familie meiner Chefs eine Stunde östlich in einen Wald, in dem bezahlt man “Eintritt”, bekommt ein Säge und dann fährt man mit dem Auto wie man will durch den ganzen Wald und kann sich Bäume angucken und stundenlang darüber streiten, welcher jetzt der schönste ist :). Ziemlich lustig und spaßig, besonders wenn dabei die Sonne scheint und es warm ist 🙂

Die Weihnachtsbäumchen
Die Weihnachtsbäumchen

 

Ich mit vollstem Einsatz am Baum sägen :D
Ich mit vollstem Einsatz am Baum sägen 😀

 

Das tollste war aber eigentlich danach, nachdem der Baum auf Autodach geschnürrt ist, begaben wir uns ins anschließende Waldstück, um dort zu Grillen und Lagerfeuer zu machen. Bis es dunkel war saßen wir da rum, haben gegessen, Marshmallows gegrillt und die Atmosphäre genossen.

 

am Lagerfeuer
am Lagerfeuer

 Heiligabend

Weihnachten an sich war ganz entspannt…also mehr oder weniger. Wir haben um 23:00 Uhr gegessen, wo ich schon beinahe eingeschlafen wäre, weil mir natürlich keiner vorher gesagt hat, dass es ratsam wäre sich vorher auszuruhen. So gegen 1 Uhr konnten wir dann endlich mit dem Geschenkeauspacken beginnen. Unter dem Baum türmten sich haufenweise Geschenke, sodass schon abzusehen war, dass das ganze etwas länger dauert. Aber dass wir letztlich bis um 5 Uhr morgens da sitzen, das habe ich wirklich nicht erwartet.

Ich habe aber auch ganz viele Geschenke bekommen 🙂 Hauptsächlich wird übrigens Kleidung geschenkt.

Nicht umsonst wurde der 25. komplett entspannt im Schlafanzug mit Filmegucken und Resteessen verbracht. Was allerdings sehr interessant ist: In Mexiko ist am 26. kein Weihnachten, also kein Feiertag, und es wir normal gearbeitet.

 

Silvester

Nach den weiteren freien Tagen (eigentlich hätte ich arbeiten müssen, aber das war mir zwischen den Feiertagen zu doof, weil meine ganze Familie Zuhause war) folgte logischerweise Silvester. Dafür fuhren wir nach Toluca, der 5 Stunden entfernten Heimatstadt meiner Gastmutter. Wir wohnten in einem ganz tollen Hotel und wollten Silvester in einem gemieteten Saal mit der ganzen Familie feiern. Für mich wurde es leider nicht so toll, da ich plötzlich in der Nacht auf den 31. mit einem total schlechten Gefühl im Bett lag und mich die ganze Nacht übergeben musste. Den 31. habe ich dann komplett im Bett verbracht und lieber nichts gegessen. Abends musste ich mich dann aber doch aufraffen, frisieren, ins Kleid schlüpfen und hohe Schuhe anziehen.

Cousine Zaira und ich
Cousine Zaira und ich

Auf der Feier bin ich halb erfroren, nach Tanzen war mir aufgrund meiner Schwäche auch nicht, und auf das Essen verzichtete ich auch lieber. Ein besonderer Brauch, den einige vielleicht aus Spanien kennen, sind die 12 Weintrauben, die um Mitternacht gegessen werden und für einen Wunsch für jeden Monat des Jahres sind. Außerdem gehöret das Pinata-schlagen definitiv zu Silvester, das war wirklich lustig! Und ich habe es tatsächlich geschafft meine erste Pinata erfolgreich zu zerstören, sodass sich die ganzen Kinder auf das Naschzeug stürzen konnten 🙂

Dennoch war ich ziemlich froh, als ich um 6 Uhr morgens endlich wieder in meinem gemütlichen Hotelbett lag.

 

Dia de los Reyes 

Der Dia de los Reyes – bei uns Heilige drei Könige, ist hier in Mexiko weitaus wichtiger als bei uns. So, wie wir es vom Nikolaus kennen, werden am Abend des 5. Januar die Schuhe unter den Weihnachtsbaum gestellt. Außerdem stellt man ein wenig Essen und Trinken hin, damit die heiligen drei Könige, die über Nacht kommen, auch gerne kommen und sich stärken können. Am Morgen findet man dann in den Schuhen der Kinder große Geschenke, wie ein Handy, Laptop oder Wii-Spiel, bei den „älteren“, gibt es nur noch was zu naschen, oder etwas kleines, sinnvolles, wie Socken. Am Vormittag wird sich dann in allen Büros versammelt, um gemeinsam den „Rosca“ zu essen. Rosca, ist ein großer Gebäckkranz, mit getrockneten Früchten drauf.

Das besondere ist aber, das der nicht einfach nach Belieben gegessen wird, sondern nacheinander jeder ein Stückchen abschneidet, und dieses Stück nach kleinen weißen Plastikpüppchen durchsuchen muss. Diese kleinen vielen Plastikpüppchen sollen Jesus als Neugeborenes darstellen und bringen Glück. Ob das nun wirklich toll ist, darüber kann man sich streiten, denn wer eine Figur hat, muss am 02. Februar Essen und Trinken ausgeben. Es wird aber als positiv angesehen, weil man damit den anderen ja was Gutes tut.

 

Midstay-Camp in Valle de Bravo

Vom 13. – 15. Januar gabs dann ein weiteres “Highlight”, das Midstaycamp. Also das Camp von AFS in der Mitte des Aufenthaltes, um über Erfahrungen zu sprechen und so. War super schön, alle mal wieder zu sehen, aber viel gebracht hat das Camp an sich letztlich nicht. Außerdem durften wir das Gelände nicht verlassen und konnten so leider nichts von dem Ort sehen, was sehr schade war, da es ein “Pueblo Magico”, also ein besonders schönes Örtchen ist.

Alle AFS-Austauschschüler und Freiwilligen in Mexiko
Alle AFS-Austauschschüler und Freiwilligen in Mexiko

 

Valentinstag

Ein anderer Tag, den ich selber nie für besonders wichtig gehalten hätte, ist in Mexiko der 14. Februar, der Valentinstag! Hier ist aber DER Tag der Liebe und der Freundschaft, und man sieht Tage vorher schon die ganzen Chicos mit ihren riesigen rosa Kuschelbären und noch quitschig pinkeren Luftballons mit der Aufschrift “te amo” rumlaufen. Außerdem werden an den Straßen überall Herzlollis, Plüschtiere, Geschenktüten und nochmehr knalliger “Chinamüll”, wie meine Chefin immer sagte, verkauft. Ein sehr amüsanter Anblick! Aber noch bekloppter ist es wie verrückt sich die Mexikaner machen, wenn man an diesem Tag keinen novio, also keinen festen Freund hat, dann ist das wirklich der Weltuntergang! Auch ich blieb natürlich nicht verschont davon und bekam einige Geschenke 🙂

Zur allgemeinen Situation meiner selbst und meinem Alltag, kann ich nur sagen, dass es mittlerweile wieder echt gut läuft alles und es mir gut geht. Dieses Jahr begann mit verschiedenen Problemen in der Gastfamilie und dem Projekt, nach einigen Gesprächen und vielen Missverständnissen, hat sich aber alles wieder einigermaßen gelegt. Außerdem fühle ich mich endlich auch ein bisschen angekommen, da ich Leute gefunden habe, mit denen ich viel rede und Spaß habe und von denen ich behaupte, sie sind meine Freunde  🙂 Hat ja auch lange genug gedauert 😉

Im Projekt gings jetzt auch etwas voran. Die Sachen für das Mülltrennungs-/Klimawandelprojekt sind fast fertig vorbereitet, was bedeutet, dass wir demnächst an interessierte Schulen gehen können. Ich bin gespannt wie das ankommt…

"Harte" Arbeit im Dezember :D
"Harte" Arbeit im Dezember 😀

Wettermäßig war es die letzten Monate auch nicht so schön hier, viel vernebelt und regnerisch, aber unter 10 Grad ging es selten. Dennoch bin ich super froh, dass sich das Wetter so langsam ändert, viel die Sonne scheint es immer ein wenig wärmer wird. Man merkt, dass der Frühling kommt, es gibt schon die ersten frischen Mangos des Jahres und total viele Erdbeeren! Der Sommer kann also kommen! Einen eintägigen Sommer hatte ich im Januar schonmal, da sind wir nämlich eine Stunde Richtung Osten an den Strand gefahren, wo es super warm und toll war…

Und um nicht mehr so lange auf den Sommer warten zu müssen, fahre ich jetzt schonmal in den Urlaub an die Pazifikküste, um Sonne und neue Energie zu tanken! Damit verabschiede ich mich! Adios und hoffentlich müsst ihr nicht wieder so lange auf den nächsten Bericht warten 🙂


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